Die verstrickte Dienstagsfrage 17/2015

Heute geht es in der verstrickten Dienstagsfrage um den größten Feind der Wolle. Nein, gemeint sind keine kleinen Kinder mit großen Scheren, sondern fiese Motten:Die verstrickte Dienstagsfrage

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und die Motten schwärmen wieder aus.

Schützt Du Deine Wollvorräte vor Motten? Wenn ja, wie?

Liebes Wollschaf,

ich hoffe sehr, dass du ebenso wie ich bisher von Motten verschont wurdest. Weil es auch für mich eine echte Horrorvorstellung ist, dass sich die Flatterviecher in meinem Stash den Bauch vollschlagen könnten, habe ich entsprechende Maßnahmen ergriffen. Der Großteil der Wolle lagert in Tüten, damit eine eventuell vorbeiflatternde Motte keine Eier darauf ablegen kann. Zusätzlich finden sich in allen Wollkisten Zedernholzstücke, wie man sie auch für den Kleiderschrank benutzen kann. Ich finde den Duft von Zedernholz sehr angenehm, Motten dagegen können ihn nicht ausstehen. Einzig ein wenig abschmirgeln sollte man die Holzstücke von Zeit zu Zeit, damit sie weiter ihren köstlichen Anti-Motten-Duft verbreiten…

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse

Stell dir vor, du wärst ein Garn…

… welches wärst du dann? Diese Frage hat Anke vom Wollstash aus einer Twitter-Diskussion aufgegriffen und auf ihrem Blog weitergesponnen. Vielen Dank für den tollen Gedankenanstoß, da schließe ich mich gerne an.

Stimmt, die Frage ist tatsächlich nicht so leicht zu beantworten, wie es auf den ersten Blick scheint. Mal sehen…  Bunt und vielfältig einsetzbar, das war das Erste, was mir dazu eingefallen ist. So ein Garn, bei dem man schon beim Stricken weiß, dass man das fertige Stück später oft und gern tragen wird. Sicher nicht glatt und perfekt wie ein Strang Wollmeise, eher handgesponnen mit dickeren und dünneren Stellen, meliert in vielen schönen Türkistönen…

So, jetzt bist du dran: Was für ein Garn wärst du? Lass deinen Gedanken freien Lauf, ich bin gespannt….

Lesen & Stricken: Warme Füße und eine Prise Dynamit

Heute gibt es auf Tee & Kekse mal wieder etwas für alle Sinne, na ja, sagen wir: für fast alle Sinne. Es ist ein neues Paar Filzpantoffeln von den Nadeln gehüpft und ich habe einen Buchtipp für Euch, der sich doch ziemlich von dem unterscheidet, was ich hier sonst so empfehle. Vielleicht gefällt es Euch trotzdem. Oder gerade deswegen. Wer weiß?

Strickfilzen & färben mit PflanzenfarbenFilzpantoffeln stricken Anleitung selbermachen

Also Puschen an und ab aufs Sofa. Das neueste Paar ist wieder nach der altbekannten und bewährten Methode fürs Strickfilzen entstanden, die ich im Beitrag Strickfilzen: So geht’schon mal ausführlich vorgestellt habe. Das besondere an diesem speziellen Paar ist die Wolle.

Bis auf das dunkelrot habe ich alle Garne selbst mit Pflanzenfarben gefärbt. Die beiden Brauntöne im Fersenbereich sind durch eine Kaltfärbung mit getrockneten Walnussschalen entstanden. Wie ich im Nachhinein gelesen habe, hätte ich die Schalen wohl besser frisch verwendet, um eine kräftigere Farbe zu bekommen, aber sei es drum.

Richtig gut geworden sind dafür das strahlende Gelb und das Moosgrün. Diese beiden Farben sind das Ergebnis einer Färbeaktion mit frisch geerntetem Rainfarn, der dann auf dem offenen Feuer brodeln durfte. Das Gelb des Rainfarns haben wir dann noch mit Eisensulfat zu Grün weiterentwickelt – eine tolle Aktion, die wir dieses Jahr unbedingt wiederholen wollen.

Books & Braun: mit Schirm, Charme und Dynamit

Pip Ballantine Tee Morris Books & Braun Das Zeichen des PhönixLondon, Ende des 19. Jahrhunderts: Eliza Braun, Agentin ihrer Majestät Königin Victoria im Ministerium für Eigenartige Vorkommnisse hat eine ziemlich undamenhafte Vorliebe für Sprengstoffe, hasst Opern und trägt ihr kugelsicheres Korsett nicht zum Spaß. Weil auch ihren sonstigen Vorgehensweisen eher unorthodox sind, bekommt sie statt des nächsten actionreichen Außeneinsatzes einen Platz als Assistentin des höchst akribischen Archivars Wellington Books zugewiesen. Doch die Auszeit im Archivkeller währt nur kurz, denn dunkle Geheimnisse warten auf dringende Aufklärung: Was hat es mit den blutleeren Leichen auf sich, die am Ufer der Themse gefunden werden? Welche grauenvollen Dinge musste Elizas Ex-Partner Harry erleben, die ihn schließlich in die berüchtigte Irrenanstalt Bedlam brachten? Schnell kommt das ungleiche Ermittlerduo auf die Schliche einer Geheimgesellschaft mit diabolischen Absichten, deren Kontakte bis in die höchsten Kreise reichen.

Dunkle Gassen, fiese Schurken – Abwechslung garantiert!

Wie das Cover des Buchs mit seinen Zahnrädern es schon vermuten lässt, handelt es sich bei „Books & Braun – Das Zeichen des Phönix“ um einen Steampunkroman. So gibt es zahlreiche fantastische Hilfsmittel und anstaunenswerte Gerätschaften, die die Ermittlungen von Books& Braun mal behindern, mal vorantreiben, aber immer spannend gestalten. Die Autoren schaffen mit viel Liebe zum Detail ein viktorianisches London, wie man es sich vorstellt: Dunkle Gassen, fiese Schurken, trickreiche Straßenkinder, formvollendete Gentlemen in stilvolle Garderoben und eine Gesellschaft im Umbruch. Diese Detailverliebtheit sorgt für ein überaus lebendiges Bild, sorgt aber leider an der ein oder anderen Stelle dafür, dass die eigentliche Story ein wenig ins Hintertreffen gerät. Trotzdem schaffen es die Autoren Pip Ballantine und Tee Morris es immer wieder mit waghalsigen Verfolgungsjagden oder Knalleffekten im wahrsten Sinne des Wortes, den Leser zu fesseln. Wie auch die Hauptfiguren tappt er lange Zeit im Dunkeln, was die Absichten und Ziele der Geheimgesellschaft betrifft.

Lesevergnügen ist so oder so garantiert und sei es, um Books & Braun dabei zu beobachten, wie sie sich zusammenraufen, im Flair des viktorianischen Englands zu schwelgen oder die außergewöhnlichen Stempunk-Erfindungen des Autorenduos zu bewundern. Zum absoluten Pageturner wurde das Buch für mich spätestens, als die beiden Ermittler ihren Widersachern sehr nahe kommen. Als hätten sich Ballantine und Morris jetzt warm geschrieben, stimmt hier alles: die dichte Atmosphäre und eine Spannung, die die Seiten fast schon alleine zum Umblättern bringt. Eine echte Abwechslung für alle, die gern Krimis & Thriller lesen, aber auch fantastischen Elementen nicht abgeneigt sind.

Mehr Lesevergnügen mit Books & Braun

Die gute Nachricht: Books & Braun haben inzwischen 8 Fälle gemeinsam bestritten. Auf Deutsch erschienen sind aber bisher leider nur Das Zeichen des Phönix und Die Janus-Affäre. Auf Nachfrage heißt es bei LYX, dass auch keine weiteren deutschen Übersetzungen der Abenteuer geplant sind. Wenn Ihr einigermaßen sattelfest in englisch seid und wissen wollt, was für Neuigkeiten es im Ministerium für Eigenartige Vorkommnisse gibt, auf der Homepage zur Serie erfahrt Ihr mehr.

Alle Infos auf einen Blick:

Pip Ballantine und Tee Morris: Books & Braun – Das Zeichen des Phönix. Egmont LYX 2012. ISBN: 978-3802586439.

Und Ihr, was habt Ihr gerade für Strick- und Buchempfehlungen auf Lager? Ich freu mich auf Kommentare.

Die verstrickte Dienstagsfrage #99

Eine noch, dann sind die 100 voll! Auch diese Woche beantworte ich wieder gerne die aktuelle verstrickte Dienstagsfrage. Heute geht es um Wolle, die ich gerne verstricke:54-free-cartoon-sheep-clipart-illustration

Mit welcher Wolle habt ihr Stricken gelernt oder wiederentdeckt?
Welche Wolle verstrickt ihr am liebsten?

Hat es sich verändert, mit welcher Wolle ihr gerne strickt oder gibt es Garne, die ihr früher in rauen Mengen verarbeitet habt und nun könnt ihr nix mehr damit anfangen?

Gibt es Wolle, die euch nicht ins Haus kommt?

Vielen Dank an Viv für die heutige Frage!

Liebe Viv, liebes Wollschaf,

herzlichen Dank für die spannende Frage, auch diese Woche finde ich sie wieder sehr spannnend!

An das Garn, mit dem ich stricken gelernt habe, kann ich mich noch gut erinnern: Es war ein dickes, bräunliches Garn mit hohem Schurwollanteil, das ich mit einer Nadel so um Stärke 8 zu noch ziemlich holprigen, kraus rechten Rippen verstrickt habe. Ich hatte mir diese Wolle nicht ausgesucht, eine Freundin hat sie mir in die Hand gedrückt und gesagt: „Da, probier mal“…

Dieser Start spiegelt bis heute meine Vorlieben für Wolle. Möglichst aus natürlichen tierischen oder pflanzlichen Fasern, wenn es geht, auch gern regional, wie es Anke in ihrem Blog Wollstash so schön beschreibt – und auch gleich tolle Tipps für Bezugsquellen gibt.

Super gern verstricke ich Garne in Sockenwollstärke und da darf es auch gern mal bunt werden. Ob selbst gefärbt oder von einer Handfärberin, ich finde es beim Stricken einfach toll, wenn die Farbe aus dem Knäuel kommt….

Wolle von der ich früher einiges gekauft habe und jetzt lange im Stash liegen hatte, gibt es auch: Das ist namentlich die schöne, dicke Filzwolle. Lange lag sie unbeachtet da, aber da ich als Weihnachtsgeschenke für die dieses Jahr drei Paar Haussschuhe fertigen werde, erlebt das dicke Schurwollgarn gerade ein echtes Revival.

Und last but not least wäre da ja die Wolle, die mir nicht ins Haus kommt. Jawohl, auch sowas gibt es. Ehrlich, wenn ich diese fusselige Flauschwolle von beauernswerten Polytierchen nur sehe, kriege ich Zustände. Bäääähhhh! Da kann man mir noch tausendmal vorschwärmen, wie weich und kuschelig sie sei, für mich geht das echt gar nicht!

So, jetzt habe ich Euch einges über meine Vollvorlieben erzählt. Wie schaut es bei Euch aus?

Wenn Ihr einen Tipp für eine tolle Handfärberei für mich habt, lasst ihn gern in den Kommentaren da….

 

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse

Die verstrickte Dienstagsfrage #75

An diesem kühlen, aber ganz ansehnlichen Herbsttag geht es um ein Thema, mit dem ich gerade auch erst zu kämpfen hatte. Ein Wollknäuel aus der Mitte zu verstricken. Ein wenig hat es mich doch beruhigt, dass ich nicht die einzige mit ausgemachtem Garnsalat bin. Aber von vorne: Hier kommt die komplette verstrickte Dienstagsfrage des neugierigen Wolslchafs:

Wenn ich ein neues Wollknäuel anstricke hole ich vorher immer den Faden aus der Mitte heraus – ich mag es nicht so gerne, wenn während des Strickens die Wolle hin und her hüpft. Dabei passiert es mir fast immer, dass ich dann das halbe Innenleben des Knäuels in der Hand habe. Wie macht ihr das? Gibt es einen Trick, wie man an den inneren Faden kommt? Oder strickt ihr das Knäuel von außen ab?

Vielen Dank an Anja für die heutige Frage!

Liebe Anja, liebes Wollschaf,

ich fühle mit Euch. Genau das ist mir bei meinem letzten Strickprojekt auch passiert. Eigentlich stricke ich die Knäule ja immer von außen und es stört mich ehrlich gesagt auch kaum, wenn da etwas vor sich hinhüpft, aber nachdem in diesem Fall des innere Anfangsfaden so verführerisch aus dem Knäuel blitze, wollte ich diesen Weg auch einmal versuchen. Was habe ich entwirrt, geflucht und gewickelt, bis der erste Socken von den Nadeln war. Dann habe ich das Knäuel genommen und mit dem Garnwickler umgewickelt. Ich finde, diese Knäule hüpfen wegen der anderen Form bei Weitem nicht so in der Gegend herum. Wer von innen stricken möchte, kann sich so den Anfangsfaden gleich passend bereitlegen. Ein wenig mehr Aufwand ist das schon, aber gleich loszustricken und sich dann zu ärgern, scheint mir auch keine gute Lösung zu sein…

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse

Sommer für die Füße

Langsam aber sich schlagen mir das anhaltende Grau und der Regen wirklich aufs Gemüt. Deshalb brauchte ich Farbe. Farbe wie Sommer und Urlaub, wie glitzerndes Meer im Sonnenschein. Deshalb habe ich in meinem Stash gekramt und einen wundervollen Strang „Blaupause“ von Tausendschön gefunden:

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Beide Stränge hatte ich schon vor einer Weile auf einer Kreativmesse in Stuttgart gekauft. Während der linke Strang noch auf seine Bestimmung wartet, habe ich aus dem rechten Socken für meine Mutter gestrickt, die bald Geburtstag hat. Ein Wellenmuster sollte es sein, irgendwie klar bei diesen tollen Blautönen.

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Fündig geworden bin ich schließlich in einer älteren Ausgabe der Knittty. „Sunday Swing“ heißt das Modell, das sich schnell und unkompliziert stricken  lässt und dabei noch viel Spaß gemacht hat, weil die Tausendschön-Wolle wirklich toll mustert und sich schön verarbeiten lässt.

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Als das Wetter letzte Woche seine Regenorgie kurz unterbrochen hat und sogar ein paar Sonnenstrahlen meinen Balkon küssten, habe ich für Euch gleich Fotos machen müssen. Gestrickt habe ich mit 3-er Cubics. Hier nochmals ein Bilck auf die Farben. Ihr merkt, die haben es mir angetan, ich bin wirklich ganz hin und weg….

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Die verstrickte Dienstagsfrage #55

Schon wieder Dienstag… Wie konnte das passieren?! Nun ja, ein Gutes hat es ja: Heute gilt es wieder eine verstrickte Dienstagsfrage des neugierigen Wollschafs zu beantworten:

Wie bewahrt ihr eure Wolle auf? Ich bin auf der Suche nach einer praktischen und auch gleichzeitig optisch tollen Idee, meine Wolle hübsch in Szene zu setzen. Denn ich finde die schöne Wolle gehört nicht hinter Schranktüren oder in Boxen versteckt, man darf sie ruhig sehen, auch Wollknäule sind dekorativ. Wie habt ihr das gelöst?

Vielen Dank an Andrea für die heutige Frage!

Liebe Andrea, liebes Wollschaf,

meine Aufbewahrungsmethode für Wolle ist denkbar simpel und unspektakulär. Ich habe Textilboxen von Ikea, in denen ich meinen Stash untergebracht habe. Auch wenn man die Wolle in den geräumigen Boxen nicht sieht, bieten sie doch viel Raum, um kreativ tätig zu werden, sie zu bemalen, beschriften, bekleben etc.

Vielleicht könnte das was für Dich sein?

 

Viele Grüße & eine schöne Woche,

Tee & Kekse