Faszination Illusionsstricken

Illusionsstricken, Schattenstricken, Handarbeitsbuch, TOPP, frechverlagIch hatte die Technik des Illusionsstrickens oder Schattenstrickens, wie diese Technik auch genannt wird, schon vor längerer Zeit einmal gesehen, aber der brandneu bei TOPP erschienene Kreativband „Illusionsstricken. Faszinierende Effekte mit rechten und linken Maschen“ von Lydia Klös war der Auslöser, es endlich einmal selbst zu versuchen.

Die Raffinesse dieser Technik liegt im Detail: Je nach Blickwinkel erscheinen oder verschwinden die faszinierenden Illusionsmuster. Was irgendwie magisch und auch ganz schön kompliziert klingt, lässt sich ganz einfach durch den Wechsel von linken und rechten Maschen erreichen. Nur noch ein bisschen Zählen und fertig sind verblüffende Strickstücke, die garantiert für Erstaunen sorgen werden.

Auch für Einsteiger geeignet

Nachdem ich es natürlich gleich ausprobiert habe, kann ich sagen: Ja, es ist tatsächlich so einfach. Das heißt aber auch: Illusionsstricken kann man auch als Strickanfänger gut lernen, sobald man die rechten Maschen gemeistert hat und mit den linken nicht mehr auf Kriegsfuß steht. Dass für diese Technik üblicherweise zwei Farben verwendet werden, sollte dabei niemanden abschrecken. Schließlich wird jede Doppelreihe mit nur einem Faden gestrickt und auch der Fadenwechsel am Rand wird hier gut erklärt. Die Grundtechnik wird kurz und knackig mit Schritt-für-Schritt-Fotos anschaulich erklärt, sodass man eigentlich gleich loslegen kann.

Illusionsstricken, Schattenstricken, Kreis
Von oben ist auf meinem Probestück vom Muster nicht viel zu erkennen….
Illusionsstricken, Schattenstricken, Kreis
Magic: Wechselt man allerdings den Blickwinkel, so erscheinen plötzlich wie von Zauberhand (fast fertige) graue Kreise auf pinkfarbenem Grund.

Nach bekannter und beliebter Manier sind in „Illusionsstricken“ 15 Modelle in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen versammelt: Von Loop, Mütze und Stulpen bis zum edlen Tuch, dem Shopper mit fröhlichem Blumenmuster oder dem Kissen mit Tatzenabdruck werden hier die verschiedensten Geschmäcker bedient. Hier könnt Ihr das Buch bestellen und auch schon mal den ein oder anderen Blick auf verschiedene Modelle werfen.

Einfache Skizzen für gute Übersichtlichkeit

Schaut man sich im Internet um, fallen die Charts für Projekte in der Illusionstechnik häufig komplizierter aus, als sie sein müssten. In den Anleitungsskizzen, die es in diesem Band für jedes Modell gibt, hat man sich auf das Wesentliche beschränkt, was dem Verständnis und der Übersichtlichkeit wirklich gut tut.

Fazit: ein lohnender Band, wenn man sich mit der Technik des Illusionsstrickens vertraut machen möchte und nach schönen Projekten für den Einstieg sucht. Beliebig komplizierter kann man es dann immer noch machen, so gibt es auf der Seite von Wooly Thoughts beeindruckende Beispiele von komplexen Porträts, die in der gleichen Technik gearbeitet sind.

Und weil wir hier gerade bei Tipps sind: Goldkind hat auf ihrem Blog ein tolles virtuelles Bücherregal für Kreativ-Bücher eingerichtet. Einfach mal vorbeischauen, stöbern und freuen…

Alle Infos auf einen Blick:

Lydia Klös: Illusionsstricken. Faszinierende Effekte mit linken und rechten Maschen. frechverlag 2015.
ISBN: 9783772469459

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Die verstrickte Dienstagsfrage #70

Das gute Wetter tropft literweise vom Himmel – trotzdem kein Grund sich zu beschweren, wenn man drinnen sitzen und die neue vertsrickte Dienstagsfrage des neugierigen Wollschafs beantworten kann. Für mich ist es heute die 70. Frage die ich beantworte. Obwohl versrickt zeigt sich die Frage heute eher verhäkelt, denn heute werden nicht die Nadeln, sondern nur ein Haken geschwungen:

In letzter Zeit hat das Häkeln wieder an Bedeutung gewonnen. Man sieht viele Häkelanleitungen online und in Zeitschriften. Hast Du in der letzten Zeit gehäkelt? Wenn ja, was? Häkelst Du gern, magst Du vielleicht sogar noch lieber als Stricken? Weshalb, oder weshalb nicht?

Vielen Dank an Kerstin für die heutige Frage!

Liebe Kerstin, liebes Wollschaf,

in der Schule habe ich nur Häkeln gelernt und lange Zeit dachte ich, ich könne das mit dem Stricken nie lernen. Viel zu kompliziert und viel zu viele Nadeln – gerade bei den Socken, die sowieso ein unergründbares Mysterium zu sein schienen. Häkeln erschien mir dagegen ganz einfach, wahrscheinlich geht das nicht nur mir so und trägt seinen Teil dazu bei, dass Häkeln wieder eine Renaissance erlebt.

Wie dieser Blog ja unschwer deutlich macht, habe ich zumindest den Teil mit den Socken und dem Stricken im Allgemeinen bisher ganz gut gemeistert. Eine Zeit lang hat diese Begeisterung das Häkeln fast ganz verdrängt, wahrscheinlich nicht zuletzt, weil ich deutlich schneller stricken als häkeln kann. Von Zeit zu Zeit packe ich die Häkelnadeln inzwischen wieder aus. Dann entstehen Schmuckborten und kleine Eulen – oder ich experimentiere ein wenig mit Häkeltechniken und Filzwolle. All diese Projekte werden sicherlich bei Zeiten hier noch ihre eigenen Posts bekommen, deshalb an dieser Stelle nur ein kurzer Überblick der Häkelprojekte dieses Jahres.

Lieber mag ich zur Zeit definitiv das Stricken, ich empfinde es als wunderbar beruhigende Tätigkeit, die auch noch schnell Ergebnisse zeigt, wie gesagt, im Häkeln bin ich nicht so fix. Unterm Strich würde ich aber sagen, dass Beides seine Berechtigung hat und ich froh bin, für verschiedene Projekte jeweils die Technik anwenden zu können, die gerade am besten passt.

Viele Grüße,

Tee & Kekse