Die verstrickte Dienstagsfrage #102

Die aktuelle verstrickte Dienstagsfrage ist kurz und knackig, aber richtig interessant. Ich hoffe, meine Anwort fällt genauso aus. Also, los gehts….54-free-cartoon-sheep-clipart-illustration

Was macht für Dich ein gutes Strickdesign aus?

Liebes Wollschaf,

dass das Design zu mir und meinen Anforderungen passen, aber das ist eigentlich klar, sonst fällt es gleich von Anfang an durch.

Schön finde ich Designs, bei denen Garn und Muster gut zusammenpassen. Meiner Erfahrung nach kommt entweder das eine oder andere gut heraus, beides zusammen wirkt meistens nicht. Auch eine Überfrachtung mit verschiedenen Mustern führt meistens nur dazu, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht – oder eben das entsprechende Strickstück.

Auch die Passform ist ein wichtiger Punkt. Nicht selten sieht man in Strickzeitschriften Models in merkwürdig verrenkten Posen. Auf den zweiten Blick wird meist auch klar, dass es nicht daran liegt, dass damit Falten oder seltsame Schnitte kaschiert werden. Schaut man nicht so genau hin und strickt das Muster einfach nach, ist die Enttäuschung vorprogrammiert und das ist einfach schade, wenn man die Zeit, Geld und Arbeit bedenkt, die in ein solches Modell gesteckt wurden, dass dann ja doch nur im Schrank hängt.

Soweit meine Gedanken zu diesem Thema. Sicher gäbe es npoch eine Menge mehr dazu zu sagen, aber das kommt dann sicher, wenn ich Euch mal wieder ein konkretes Modell vorstelle.

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse

 

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Nostalgie & Fadenfreude

Ich hatte es schon ganz vergessen: Früher saß ich ganze Nachmittage mit Freundinnen oder alleine da und knüpfte. Bunte Bänder im Streifenmuster, mit Fischmuster, Rauten, mit und ohne Perlen. Und so fand ich es bei diesem Trend gar nicht schlimm, dass er wieder auftauchte, im Gegenteil erinnerte er mich daran, dass man mit Fäden ja soviel mehr anstellen kann, als sie zu verstricken oder zu verhäkeln. Deswegen möchte ich Euch heute auch „Makena – Geknüpfte Armbänder“ aus dem Topp-Verlag empfehlen.

Das Paperback enthält insgesamt 38 verschiedene Anleitungen für Einsteiger und Fortgeschrittene in drei Schwierigkeitsgraden und beinhaltet komplizierte Muster ebenso wie kleine, schnell gefädelte Armbänder, die die kleinen Knüpfkunstwerke nur umso schöner zur Geltung bringen.

Wie bei den Bastelbüchern aus dem Topp-Verlag üblich, haben es bereits die Umschlagsseiten informationstechnisch in sich. Hier erfährt man alles über das nötige Material, die grundlegende Knüpftechnik und verschiedene Grundmuster. Es lohnt sich, sich genauer damit auseinanderzusetzen. Wenn man die Basics einmal verstanden hat, kann eigentlich nicht mehr so viel schief gehen. Um die Bänder noch individueller gestalten zu können, werden auch verschiedene Verschlussvarianten angegeben, die den jeweiligen Vorlieben angepasst werden können. Hier wären Abbildungen hilfreich gewesen, auch wenn die erklärenden Texte nicht schlecht geschrieben sind.

Makena gibt es im Buchhandel in zwei verschiedenen Ausfertigungen. Einmal als Buch, zum anderen wird es im Set im einer Grundausstattung an Perlen und Fäden angeboten. Das lohnt sich für alle, die kein entsprechendes Material wie Sticktwist zu Hause haben, sich aber gerne mal an den schönen Armbändern versuchen wollen, die nicht nur das eigene Outfit ergänzen, sondern sich auch wunderbar als Geschenke eignen – nicht umsonst heißen die kleinen Kunstwerke auch Freundschaftsbänder.

Einen Einblick ins Buch und  auf die vielfältigen Modelle gewährt dieses Video:

Auf einen Blick:

Elke Eder

Makena. Geknüpfte Armbänder. Freundschaftsbänder im Ethno-Style.

Frechverlag 2013

ISBN 9783772440311

8,99 Euro/ Set 14,99 Euro

Das Buch wurde zur Verfügung gestellt von Blogg Dein Buch.

Nordische Maschenträume – Nordic Knitting Traditions

6327Mit seinen fröhlich und lebendig gemusterten Strickstücken, den strahlenden, kraftvollen Farben und wundervollen Mustern ist das Anfang Oktober erschienene „Nordische Maschenträume – Traditionelle Muster leicht gestrickt“ von Susan Anderson-Freed eine Augenweide. Mit stetig wachsender Begeisterung habe ich es durchgeblättert, denn es passiert mir nicht häufig, dass mir in einem Anleitungsbuch oder -heft so viele der Modelle gefallen.

25 Projekte hält das 2012 erstmals auf englisch als „Nordic Knitting Traditions“ erschienene Buch für Fans der Fair-Isle-Strickerei fest. Jetzt wurde es im Stuttgarter frechverlag auf deutsch übersetzt. Die nordischen Maschenträume finden sich geordnet in den drei Kapiteln: Mützen (hier findet sich auch eine Auswahl an Baskenmützen wie auf dem Titelbild), Finger- und Fausthandschuhe sowie Socken, Kniestümpfe und Beinstulpen.

Schon beim Durchblättern macht das Handarbeitsbuch mit Softcovereinband Lust darauf, zu den Nadeln zu greifen. Das liegt sicher mit an der liebevollen und übersichtlichen Gestaltung. Die Charts haben eine gute Größe und die einzelnen Farbbereiche sind zusätzlich mit Zahlen versehen, was das Erfassen der benötigten Maschenzahl auf einen Blick möglich macht. Zu Beginn jedes neuen Abschnitts, zum Beispiel ‚Mützen‘ oder ‚Stulpen‘, wird eine Grundanleitung gegeben. Es werden mögliche Erweiterungen und Änderungen vorgeschlagen, denn die Projekte werden jeweils in einer Einheitsgröße angegeben, vermutlich aufgrund der komplexen Muster. Einen Eindruck von der Farbigkeit der kunstvollen Muster und dem Aufbau des Buchs gibt es bei Amazon, wo man in die englische Ausgabe hineinblättern kann.

Einerseits ist es sehr angenehm, dass „Nordische Maschenträume“ wirklich so gut wie ausschließlich aus den Anleitungen und gelungenen Fotografien besteht, meines Erachtens fehlen aber auch Dinge, die es zumindest den deutschen Lesern deutlich einfacher gemacht hätten. Ein Beispiel dafür findet sich auf der einleitenden Doppelseite „Stricken in der Fair Isle Technik“. Hier wird anhand von drei Grafiken die Fadenhaltung und der Umgang mit mehreren Fäden demonstriert. Leider hat man es versäumt, die Grafik für den deutschen Markt mit zu übersetzen und damit meine ich tatsächlich nicht den Text: die allermeisten deutschsprachigen Handarbeitsfans, die ich kenne, stricken im „continental style“, wie man ihn im englischsprachigen Raum gerne nennt. Das heißt also, der Arbeitsfaden läuft über die linke Hand. Nicht so auf den Grafiken. Dort wird die Art der Handhaltung demonstriert, wie sie beispielsweise in England, den USA, aber auch manchen europäischen Ländern üblich ist. Dabei hält man den Arbeitsfaden rechts und lässt auch den Arbeitsfäden über die rechte Nadel laufen, der dann zum Stricken gleichsam um die Nadel geworfen wird.

Wunderbar gelungen finde ich bei den allermeisten Modellen die Farbauswahl der Autorin. Neugierig geworden, habe ich mich daraufhin näher mit der hochwertigen Garnauswahl beschäftig. Es hat mich gleich angesprochen, dass Susan Anderson-Freed, die bis 2010 in Illinois als Professorin für Informatik tätig war, sich bewusst für Garne mit einem möglichst hohen Anteil an Naturmaterialien wie Wolle oder Seide entschieden hat. Damit sind wir schon mitten in dem Thema, das deutschen Lesern meines Erachtens mit die meisten Probleme bereiten kann. Aus dem Gespräch mit zahlreichen Händlern und Strickdesignern weiß ich, dass hierzulande die Materialangaben in Anleitungen eine große Rolle spielen, gekauft wird am liebsten, was die Anleitung vorgibt. Proben wir also den Ernstfall:

Eines der Modelle, die mir am besten gefällt, ist „Kateys Socken Eichelstern“ – so sind übrigens alle Anleitungen aufgebaut. Dem Namen des Strickstücks folgt das Grundmuster, an dem sich die Autorin für ihr Design inspirieren ließ. Für diese Socken werden sieben verschiedene Farben benötigt, die Materialliste sieht 4 verschiedene Hersteller vor: 1 Strang Cascade Yarn Heritage 150 Solids, 1 Strang Cascade Yarn Heritage Silk, 2 Stränge Madelinetosh Merino Light, 1 Strang Cherry Tree Hill/ Louet Gems Fingering und außerdem 1 Strang Valley Yarns Huntington. Vor Ort kann ich keines dieser Garne bekommen. Möchte ich wirklich mit dem angegebenen Garn stricken, komme ich um eine Bestellung im Internet nicht herum. Um hohe Porto- und Zollkosten aus dem Ausland zu umschiffen, suche ich einmal bei deutschen Händlern: Während Cascade und Madelinetosh bestellbar sind, finde ich keine Treffer für Cherry Tree Hill und Valley Yarns. Trübe Aussichten also, ganz abgesehen vom finanziellen Aspekt des Unternehmens, wenn man bedenkt, dass ein einziger Strang  Madelinetosh Merino Light mit rund 18 Euro zu Buche schlägt. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Glücklich, wer selbst spinnen und sich so Alternativen schaffen kann. Alternativen sind überhaupt ein gutes Stichwort: Ein toller Service wäre es gewesen, eine auf den deutschsprachigen Markt angepasste Auswahl an alternativen Garnen und ihren Bezugsquellen zu nennen, an der man sich orientieren kann.

Trotz dieser Punkte, die man sicherlich hätte optimaler umsetzen können, halte ich „Nordische Strickträume“ für ein Buch voll gelungener Inspirationen für geübte Handarbeitsfans. Wo der Untertitel „Traditionelle Muster einfach Stricken“ herkommt weiß ich auch nicht so genau. Im englischen Original lautet er übersetzt „25 skandinavische, isländische und Fair Isle Accessoires  stricken“. Das kommt der Wahrheit wahrscheinlich doch irgendwie näher. Sicher ist aber: Mützen, Handschuhe, Socken oder Stulpen wie die Modelle von Susan Anderson-Freed bringen Farbe in das winterliche Grau und zaubern auch an noch so trüben Tagen garantiert ein Lächeln auf die Lippen.

Auf einen Blick:

Susan Anderson-Freed:

Nordische Maschenträume: Traditionelle Muster leicht gestrickt

Frechverlag 2013

ISBN: 978-3772463273

16,99 €

Es geht rund

Heute kann ich Euch endlich wieder mal ein Sockenprojekt vorstellen, das gerade auf meinen Nadeln wächst, die Stashbuster Spirals. Das sind schicke Resetsocken, die so gar nicht nach Resten aussehen und dabei auch noch total spaßig zum Stricken sind, weil man mit mehreren Farben arbeitet. Ach ja, auch wenn die Anleitung aufs erste irgendwie kompliziert klingt, so schlimm ist es gar nicht. Wer die Weisheit „Stricken, nicht denken“ berücksichtigt, wird schnell Erfolg haben….

Vor Kurzem bekam ich von einer lieben Freundin eine Menge Sockenwolle geschenkt. Sie wünschte sich im Gegegnzug von mir ein paar handgestrickte Socken. Ihr Wunsch: ein regenbogenfarbenes Garn, das ebenfalls unter den geschenkten Sachen war, sollte unbedingt mit von der Partie sein. Nur: die Wolle ist zwar zugegebenermaßen schön, aber für ein ganzes Paar einfach nicht ausreichend. Auf der Suche nach einer Inspiration habe ich ravelry durchforstet und bin in der Gruppe „Rest End“ auf den Stashbuster KAL gestoßen, also eine Aktion, wo man gemeinsam nach einer Anleitung ein Projekt strickt und sich darüber austauschen kann.

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Für die Stashbuster Spirals braucht man verschiedene Wollreste, also genau das Richtige für mich. Zusätzlich zu dem regenbogenfarbenen Garn habe ich mich für blau und wollweiß entschieden. Für diejenigen, die des Englischen nicht mächtig sind, aber trotzdem Lust auf die Socken haben: Strumpfbina hat eine deutsche Anleitung für Gum-Gum-Socks in ihrem Blog, die nach gemau demselben Prinzip gestrickt werden. Vor Kurzem hat sie auch ein Video zum Thema gedreht, das leider keine besonders gute Qualität hat, aber um die grundlegende Vorgehensweise zu vertehen, reicht es.

Das Besondere an diesem Muster ist, dass keine ganzen Reihen gestrickt werden, sondern der Wechsel immer nach ein, zwei Nadeln erfolgt. Einfach gesagt funktioniert das so: Zwei Nadeln Weiß stricken, dann den Faden hängen lassen und die nächsten beiden Nadeln in Regenbogen stricken. Dann wieder den Faden hängen lassen und die nächsten beiden Nadeln in Blau stricken. Am Ende der Nadel hängt jetzt der weiße Faden, Blau also  fallen lassen und weiterstricken bis zum nächsten herunterhängenden Faden. Dann wieder Wechseln. Dadurch entsteht ein Spiralmuster, in dem sich die Farben immer schön wechselweise um den Fuß winden. Wie schon gesagt, es klingt sehr viel schwerer als es ist. Hat man einmal den Dreh raus, macht es großen Spaß. Gestrickt werden kann mit zwei, drei oder mehr Garnen. Um die benötigte Menge Garn zu errechnen, einfach ein Paar Stinos auswiegen und das Gewicht durch die Anzahl der Garne teilen, die Ihr verwenden wollt. Strickt Ihr wie ich Bündchen, Ferse und Spitze in einer Farbe, müsst Ihr natürlich entsprechend mehr davon einplanen. Und schon kann es losgehen….

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Damit sich die Fäden der einzelnen Knäule beim Stricken nicht heillos ineinander verdrehen, lagere ich die Knäuel in einer Box, die ich beim Stricken immer mal wieder drehe, damit ich nicht ständig mit Entwirren beschäftigt bin. Das funktioniert erstaunlich gut und so war der erste Socken auch schnell fertig, beim zweiten komme ich auch schon bald zur Ferse. Ich finde, den Socken sieht man ihre Herkunft aus der Restekiste gar nicht an, oder was meint Ihr?

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Die verstrickte Dienstagsfrage #14

Einen wunderschönen Dienstag, wünsche ich Euch. Heute gibt es wieder eine spannende Frage vom neugierigen Wollschaf. Also los….

Ich habe gerade damit angefangen auch Strickjacken und Pullover zu stricken. Wie macht ihr das, habt ihr ein Strickmuster, dass gut passt, das ihr nur noch abändert oder in einer anderen Farbe strickt? Oder strickt ihr jedesmal ein neues Strickmuster.

Vielen Dank an Poppy für die heutige Frage!

Liebe Poppy, liebes Wollschaf,

vielen herzlichen Dank für die interessante Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Momentan stricke ich ja eine Jacke für die kleine Tochter von Freunden, wie Ihr im letzten Post lesen konntet. Das Stricken macht nicht nur Spaß, sondern ich kann mal in klein ausprobieren, was es später auch in groß geben soll, nämlich eine neue meiner heißgeliebten Strickjacken. Nachdem ich für mich eher länger als kürzer an einem Modell arbeiten werde, wird es sicher nicht immer das gleiche Modell sein, außer vielleicht wenn eines wirklich perfekt passt und ich mich entscheiden sollte, es mal noch in einer anderen Farbe zu stricken.

Zunächst habe ich jedoch Modelle ausgesucht, von denen ich irgendwann und ohne Eile einmal die eine oder andere stricken möchte. Das wären:

  • Einen Swirl, den ich mir, wenn er sich gut strickt, durchaus in mehreren Varianten vorstellen kann
  • Die Jacke Abalone gefällt mir wegen ihrer Einfachkeit und den zahlreichen Variationsmöglichkeiten
  • Ebenfalls einmals versuche möchte ich die hübsche RVO-Jacke Tracy Q
  • Zum Anfang wird es für mich aber wohl eine Weste. Vielleicht dieses Modell mit Zöpfen

Und, was sind Eure Strickjacken-Favoriten?

 

Viele Grüße & eine schöne Woche

Tee & Kekse