Hex Hex, Projekt Hexagondecke

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Die Stapel an Sechsecken müssen bald in eine größere Kiste umziehen. Foto: Stefan Minack

Aktuell wird hier wenig getangled, aber umso mehr gehäkelt. Gehäkelt? Wer mich und meine Handarbeitsvorlieben kennt, wird sich jetzt ein wenig wundern, denn Häkeln steht da in der Liste nicht gerade weit oben. Das dauert mir alles zu lange. Und frisst unglaublich viel Wolle. Bis zu drei Mal so viel wie Stricken. Und dann auch noch gleich eine ganze Decke? Was ist da los?

Eine berechtigte Frage. Alles begann mit einer anderen Frage „Du Judith, du kannst doch Häkeln…“ Long story short: ich habe nicht geistesgegenwärtig genug laut „Neeeein!“ geschrien. So kommt es jetzt also, dass ich nicht nur mitgefangen, sondern auch mitgehangen bin beim Projekt Hexagondecke zum 6. Geburtstag des örtlichen Hacker- und Makerspaces, der Binary Kitchen e.V.

Der tatsächlich 6. Geburtstag wurde vergangenes Wochenende gefeiert, das erklärte Ziel ist, dass die Decke tatsächlich bis zum 7. Geburtstag fertig ist. Mitmachen kann jede*r der möchte. So gab es auch bei der Geburtstagsparty eine Chill & Häkel Area, wo Nadeln und Garn bereitlagen und jede*r sein Sechseck häkeln konnte. Ich fand es toll zu sehen, wie viele, die seit der Grundschule keine Häkelnadel mehr in der Hand hatten, sich trotzdem durchgekämpft haben, um am Ende ein gehäkeltes Hexagon für die Decke in der Hand zu haben.

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Inzwischen 148 Hexagons in bunten Farben warten darauf, vernäht und zusammengenäht oder gehäkelt zu werden. Foto: Stefan Minack

Ein Handarbeitsprojekt mit vielen Händen

Wie organisiert man es, dass beliebig viele Menschen an einem Handarbeitsprojekt arbeiten können, und am Ende etwas sinnvolles dabei rauskommt? Ok, letzteres muss sich erst noch zeigen, aber ich denke, die Chancen dafür stehen gut.

  • Anleitung: Es gibt einen Wiki-Eintrag im Wiki der Binary Kitchen, in dem sich alle Interessierten über die Anleitung und das Material informieren können.
  • Muster: Da nicht jede*r gleich häkelt, habe ich einen ganzen Stapel Sechsecke gehäkelt, die als Muster dienen und mitgenommen werden dürfen. So soll sichergestellt werden, dass am Ende alle Stücke zumindest annähernd die gleiche Größe haben.
  • Mitstreiter*innen: Es war in diesem Fall kein Problem, ausreichend Support zu finden, aber das Bereitlegen von Material und die Bereitschaft, auch etwas zu zeigen, hilft natürlich enorm, so ein Projekt voranzubringen.

Aus vielen mach eins – Zusammennähen oder Häkeln?

Eine Frage, die ich mir jetzt schon stelle, lautet: wie soll das Ganze eigentlich am Ende zusammengefügt werden? Ich habe mal ein wenig Recherchen betrieben und festgestellt: es gibt eine Menge Möglichkeiten, die Sechsecke zu einer Hexagondecke zu verbinden. Aber welche ist die richtige für uns? Schauen wir uns doch einfach mal an, was ich so gefunden habe:

  • Zusammennähen: Es gibt eine ganze Reihe an verschiedenen Arten, wie man Grannysquares zusammennähen kann. 5 davon findet ihr in diesem Viedeo: https://www.youtube.com/watch?v=F31ActsLT9Q
  • Fertige Hexagons direkt aneinanderhäkeln: Natürlich lassen sich gehäkelte Stücke auch einfach zusammenhäkeln. Logisch. Unter anderem kann man das machen, in dem man die einzelnen Stücke fest miteinander verbindet, wie in diesem Video zu sehen ist:
    https://www.youtube.com/watch?v=L1ufGcBHdBo7
  • Fertige Hexagons locker zusammenhäkeln: Genauso, wie man Hexagons direkt aneinanderhäkeln kann, kann man das auch locker mit Luftmaschen dazwischen tun. Das gibt der ganzen Decke eine leichtere, verspieltere Optik, die nicht so massiv daherkommt: https://www.youtube.com/watch?v=Y-rgdca2Wco
  • Hexagons während des Häkelns verbinden: Man kann Hexagons auch direkt während des Herstellungsprozesses miteinander verbinden, was viel Arbeit beim Vernähen erstpart, aber vermutlich ziemlich schnell dafür sorgt, dass man ein sehr unhandliches Projekt hat: https://www.youtube.com/watch?v=EkSpiuQQy54

Aber was ist jetzt das Beste für unser Projekt? Meine Überlegungen bisher: Wenn ich Dinge zusammennähe, dann dauert das noch länger als Häkeln und wird dabei nicht besonders schön. Es reicht schon, dass die ganzen Sechsecke nochmals angefasst werden müssen, weil oft der Anfangsfaden nicht mit verhäkelt wurde. Will ich das also? Nein!

Nachdem die Sechsecke dann doch nicht alle gleich groß sind und hier und dort vielleicht auch eine Masche fehlt oder zuviel ist, geht meine Überlegung gerade da hin, sie mit der dritten gezeigten Methode einfach locker zusammenzuhäkeln. Ich denke, dadurch lassen sich am ehesten Größen- und sonstige Unterschiede ausgleichen.

Soweit meine Überlegung, aber hier würde ich mich wirklich über eure Anregungen freuen:

Habt ihr schon einmal Granny Squares verbunden und könnt mir da Tipps geben?

Socken stricken, Thriller & Obstshake

Heute ist ein richtig schöner Sonnentag – Grund genug, es sich mit Strickzeug, einem guten Buch und einem leckeren Obst- oder Fruchtshake auf dem Balkon gemütlich zu machen. Dementsprechend gibt es heute auch gleich drei Tipps für Euch…

socken stricken anleitung kostenlos

Mir ist eingefallen, dass ich für einen demnächst anstehenden Geburtstag noch ein Paar Socken benötige. Weil ich mal wieder Lust auf ein neues Muster hatte, habe ich bei ravelry geschaut – und wie üblich das Richtige gefunden. Angestrickt habe ich also die Socken „Charade“ von Sandra Park. Ein echtes Mindless-Projekt, das flink von den Nadeln geht, weil das Muster total einfach zu merken und schnell zu stricken ist. Hier findet Ihr den Link zur kostenlosen Anleitung.

cotton stretch wolle rödel

Verwendet habe ich dafür die „Cotton Stretch“ von Wolle Rödel. Ich muss sagen, ich bin ein bisschen zwiegespalten, was das Garn angeht. Es hat eine schöne Farbe und mit dem hohen Baumwollanteil ist es trotz der warmen Temperaturen eine Freude, Socken zu stricken. Sicher werden sie sich auch in der warmen Jahreszeit gut tragen lassen. Allerdings fusselt die Wolle – oder richtiger das Garn, denn die Cotton Stretch ist 100 % Wollfrei, schon beim Verstricken. Ich hoffe, dass sich das beim Waschen gibt. Hat jemand von Euch schon Erfahrungen damit gemacht?

obstshake rezept kostenlosPassend zu dem schönen Sonnenwetter habe ich mir einen strahlend gelben Obstshake oder Smoothie gemacht, wie die Getränke jetzt ja auch ganz gern heißen. Weil ich ihn super lecker fand, kommt hier das Rezept für Euch. Ihr benötigt:

1 reife Banane

1/2 Mango

evtl. 1/2 Apel

Orangensaft

Mineralwasser

einige Eiswürfel nach Belieben

Banane und Mango in Stücke schneiden und in einen Mixbecher geben. Ich habe zusätzlich einen halben Apfel kleingeschnitten und dazugegeben. Dieser wird allerdings nicht cremig wie die anderen Zutaten, sondern bleibt ein wenig Stückig. Einfach ausprobieren, ob Es Euch schmeckt. Die Zutaten mit Orangensaft aufgießen, bis sie bedeckt sind und mit dem Stabmixer cremig pürieren. Mit Mineralwasser auffüllen, bis es die richtige Süße für Euch hat. Mit einem Löffel nochmals verrühren und nach Belieben einige Eiswürfel dazugeben.

phil rickman sündenflutWährend ich so meinen Shake trank, fiel mein Blick auf Buch und Strickzeug. Auf dem Foto kommt es nicht so gut raus, aber Strickzeug und Buch haben tatsächlich ganz ähnliche Türkis-Töne. Ich habe ja schon Leute gesehen, deren Nagellack 100 % zum aktuellen Strickprojekt gepasst hat, aber die passende Lektüre zur Wolle? Das fand ich schon witzig. Aber wenn wir schon dabei sind, kann ich auch noch ein paar Worte zu dem Buch und der Serie verlieren, aus der es stammt.

„Sündenflut“ ist der inzwischen 10. Band aus der Mystery-Serie um die anglikanische Pfarrerin und „Beauftragte für spirituelle Grenzfragen“ Merrily Watkins. Der englische Autor und Radiomoderator Phil Rickman versteht es wie kein Zweiter, Thriller mit dem gewissen Etwas zu schreiben. Meisterlich schafft er Stimmungen, so dass man meint, die kühle Athmosphäre eines Regentags in der englischen Provinz oder das Hallen von Schritten auf dem Boden einer Kirche wirklich zu spüren oder zu hören. Regelmäßig schafft er es, die Grenzen der realen Welt auf eine Art zu verwischen, dass einem angebliche oder tatsächliche Geistererscheinungen oder andere Phänomene plötzlich gar nicht mehr so unwahrscheinlich vorkommen. Seine Hauptfigur Merrily Watkins hat deshalb als alleinerziehende Mutter nicht nur mit möglicherweise übernatürlichen Phänomenen und der hohen Heizrechnung für das historische Pfarrhaus zu kämpfen, sondern auch mit ihrer Tochter, die das Heidentum weitaus anziehender findet als die Lehren, die sie vertritt….
Ich habe das Buch noch nicht zu Ende gelesen und kann daher noch kein abschließendes Urteil abgeben, die Serie an sich möchte ich Euch auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Damit Ihr eine kleine Ahnung habt, worum es geht, kommt hier der Klappentext:

„Dezember in Herefordshire, die Flüsse steigen, bald wird der kleine Ort Ledwardine eine Insel sein. Der Strom ist schon ausgefallen. Sicher fühlt sich nur der vor einer Fatwa hierher geflohene bekannte Religionskritiker. Derweil entbrennt Streit um eine archäologische Grabung, die manchen gar nicht passt: militanten Christen, den Grundstücksbesitzern und auch der jungen Frau des Atheisten. Mehr als den Medienzirkus um das urzeitliche Heiligtum fürchtet sie aber etwas anderes. Etwas, das nach einem Exorzisten verlangt. Doch in Ledwardine ist nicht nur der Teufel los, sondern auch ein Mörder.“

 

Ich hoffe, Ihr konntet hier die eine oder andere Anregung mitnehmen. Was lest, trinkt oder strickt Ihr denn gerade gerne? Ich würde mich sehr über Kommentare freuen!

 

Fingerlose Handschuhe (mit Link zur Strickanleitung)

Ich sag mal so: es gab dieses Jahr schon Nächte und Morgende, die wärmer waren… Deshalb habe ich mich entschlossen, mich noch nicht an fluffig leichte Sommerprojekte zu machen, sondern erst noch kuschelig warme fingerlose Handschuhe zu stricken.

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Gestrickt habe ich das Paar aus „Bamboo Plus“ von Wolle Rödel LL (208 m/100 g). Die Wolle hat sich super und absolut problemlos verstricken lassen und auch das Strickbild ist mit dem Garn aus 60 % Bambus und 40 % Polyester super gleichmäßig geworden. Ich hätte mir gut vorstellen können, damit noch weitere Projekte zu stricken, leider hat Rödel die Qualität schon wieder aus dem Sortiment genommen.

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Ich habe den Teil zwischen Bund und Daumenansatz länger gestrickt (insgesamt 3 Mustersätze), damit die Handschuhe auch schön unter den Jackenärmeln bleiben und es nicht zieht. Diese kleine Modifikation ist mit insgesamt einem Knäuel super machbar – das fertige Paar wiegt noch nicht einmal ganz 55 Gramm, also könnte man locker noch ein kürzeres zusätzlich stricken.

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Die kostenlose Anleitung habe ich wie so oft auf ravelry gefunden, sie hören auf den schönen Namen Cafe au lait Mitts.

 

Swallowtail

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In letzter Zeit war wahnsinnig viel los. Das Jahr ist für mich sowieso schon so schnell vergangen, aber gerade in den letzten Wochen hatte ich das Gefühl, gar nicht mehr nachzukommen. Deswegen war es auch eine Zeit recht ruhig hier, aber jetzt kann ich Euch endlich mein neustes Modell vorstellen, einen Swallowtail.  Das Tuch wollte ich schon länger mal stricken, inzwischen ist aus einem Knäuel Sockenwolle von Wollmeise ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk geworden. Für wen kann ich natürlich noch nicht verraten, aber ich bin mir sicher, die beschenkte Person freut sich. Die Farben kommen auf dem ersten Bild leider nicht so gut heraus, auf dem nächsten ist besser zu erkennen, dass es sich um eine tolle Mischung verschiedener Lila-Töne von hell bis fast schwarz mit einem kleinen Schuss Blau handelt. Leider weiß ich nicht mehr genau, wie diese Färbung heißt, vielleicht kann da jemand weiterhelfen?

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Weil ich möglichst viel von dem Knäuel verbrauchen wollte, habe ich das Tuch vergrößert (außerdem sind schöne große Lace-Tücher ja nie ein fehler): Vom Maiglöckchenmuster habe ich drei anstatt zwei Wiederholungen gestrickt. Das war der einzige Bereich, der mir zumindest anfänglich nicht ganz leicht gefallen ist, weil sich beim Zusammenstricken der Noppen immer mal wieder einzelne Schlingen von der Nadel gemogelt haben. Aber nach kurzer Zeit ging auch das ziemlich flüssig, sodass das Tuch sich insgesamt wirklich zügig und ohne größere Schwierigkeiten stricken ließ. Außerdem habe ich die letzte Reihe des Spitzenmusters noch mehrfach wiederholt, so dass es insgesamt länger geworden ist und von der Relation auch wieder mit dem breiteren Maiglöckchenmuster harmoniert.

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