Augschburg, wo Du Wolle?

Keine Frage, Augschburg ist eine echte Handmade-City. Auch wenn ich es seit Neustem eher vom Spielfeldrand betrachte: schön, was die Fuggerstadt an kreativen Menschen verschiedensten Couleur, jungen Labels und spannenden Ideen zu bieten hat. Wer Tee & Kekse schon ein bisschen kennt, weiß: mein Handmade hat meistens Maschen, ob gestrickt oder gehäkelt ist dabei eigentlich eher nebensächlich. Für die Blogparade Augsburg bloggt stelle ich Euch jetzt, wo das Thermometer nicht mehr in dauerhafter Hochstimmung ist, die Woll-Dealer zwischen Lech und Wertach zusammenzustellen und vielleicht noch einen kurzen Hinweis zu geben, wo Ihr Anschluss findet, wenn Ihr nicht allein mit den Nadeln klappern wollt…

postkarte

Viel Spaß beim Stricken und entspannen – mir zumindest hilft es immer sehr.     Collage: Judith Strußenberg

Die Woll-Dealer

Wolle Rödel – Annastraße 2

Hier gibt es neben netter Beratung und einem breiten Wollsortiment, das vor allem aus Garnen der Hausmarke besteht Bücher, Zeitschriften und alles für diejenigen, die sich auch mal an der Sticknadel versuchen wollen.

https://www.wolle-roedel.com/shop/de/Filialen/WolleRoedelAugsburg

Restehaus Maier – Vorderer Lech 39

Der Reste Maier ist über die Grenzen Augsburgs bekannt – zurecht, denn hier gibt es alles was das Schneiderherz begehrt. Stoffe zum Niederknien, Knöpfe in allen Formen und Farben, tonnenweise Kurzwaren …seufz… Aber auf Handarbeitsfans kommen hier voll auf ihre Kosten. Neben Regia bekommt man hier auch schöne Wolle von Rowan oder das ungebrochen trendige Sortiment von MyBoshi, sowie eine große Auswahl an Inspirationen in Form von Büchern und Zeitschriften.

http://www.der-stoff.de/fillialen/augsburger-restehaus/augsburg.html

Wolle Schaefer – Maximilianstraße 33

1922 eröffnet, ist Wolle Schaefer eine echte Institution in Augsburg. Renate Abstreiter und ihr Team setzen beim Angebot voll auf Lana Grossa, Lang Yarns sowie Socken- und Trachtenwolle von Schachenmayr.

http://woll-schaefer.de/

Augenstern Wolle – Glückstraße 15

Hier gibt es Marken und Qualitäten, die man in Augsburg sonst vergeblich sucht. Wer sich einmal durch das Standard-Angebot gestrickt hat, findet hier erfrischende Abwechslung, z. B. die schönen Garnen von Atelier Zitron. Auch Veganer oder Allergiegeplagte, die trotz allem das Stricken nicht missen wollen, werden hier fündig.

http://www.augenstern-wolle.de/index.html

Woll-ke 10 – Höhenstraße 25 (Neusäß)

Ja, ich weiß: Neusäß ist nicht Augsburg, trotzdem führt Wolltechnisch kein Weg um den Laden von Annekatrin Hingst herum. Das Sortiment ist ausgesucht (Schoppel, ITO, Katja, Manos, Artesano, Lotus Yarns,…) und unter anderem bekommt man hier auch die GOTS-zertifizierte Wolle des Münchner Labels Rosy Green Wool. Ach ja, Strickkurse gibt es auch…

http://www.woll-ke10.de/index.html

Strick mit mir

Handarbeiten macht in Gesellschaft gleich doppelt so viel Spaß – finde ich zumindest. Deshalb hier noch kurz und knackig ein Überblick über die verschiedenen Stricktreffs, die ich in Augsburg kenne. Wie bei den Wollgeschäften erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ich freue mich im Gegenteil auf einen regen Austausch und neue Tipps.

Stricken im anna Café

Initialisiert von Wolle Schaefer findet jeden ersten Freitag im Monat ab 17 Uhr ein Stricktreff im anna Café statt.

http://woll-schaefer.de/75/stricktreff

Augsburg strickt!

Dieser Stricktreff ist aus der Community www.ravelry.com entstanden und pflegt dort auch eine eigene Gruppe gleichen Namens. Jeden ersten Sonntag im Monat trifft man sich hier ab 14.30 Uhr in entspannter Runde bei Kaffee und Kuchen zum Stricken und Ratschen im Bürgerhaus Pfersee (Stadtberger Straße 17).

www.ravelry.com

Stricken 2.0

Jung, nett unkompliziert. Das war die Idee, als Lisa Figas und ich diesen Stricktreff ins Leben gerufen haben. Und so ist er auch geblieben. Organisiert wird das Ganze über die Facebook-Gruppe: Stricken & Häkeln Augsburg.

Jetzt seid Ihr an der Reihe: Kennt Ihr in oder um Augsburg tolle Wollgeschäfte oder Stricktreffen, die hier auf keinen Fall unerwähnt bleiben sollen? Ich freu mich auf Anregungen!

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„Hab ich selbst gemacht – 365, Tage, 2 Hände, 66 Projekte“ von Susanne Klingner

Lust auf einen neuen Buchtipp? Heute stelle ich Euch „Hab ich selbst gemacht – 365, Tage, 2 Hände, 66 Projekte“ von Susanne Klingner vor. In der kürzlich erschienenen, neu gestalteten Ausgabe backt, näht, strickt, gärtnert und hämmert sich Journalistin Susanne Klingner durch Ihr persönliches Selbermach-Jahr. Als Leser kann man ihr über die Schulter, und sich selbst den ein oder anderen Trick abschauen. Susanne Klingner Hab ich selbst gemacht

So liest sich das Ganze auf dem Klappentext und hier könnt Ihr mal reinlesen:

Das Selbermachen ist längst zum Megatrend geworden – und es sieht ganz anders aus als früher.

Baumärkte drehen die verrücktesten Werbespots, statt in den Schrebergarten geht’s zum urban gardening, Kreativ-Zeitschriften sprießen aus dem Boden – und die schönsten Klamotten kauft keiner mehr in schicken Boutiquen, sondern kreiert sie mit den besten Freundinnen in hippen Szeneläden beim abendlichen Nähkurs. Was hat es auf sich mit diesem Trend? Warum wird im ganzen Land wieder mit Hingabe gehämmert, gegärtnert, gehäkelt und gebrutzelt?
Die Journalistin Susanne Klingner startet den Selbstversuch: Frühling, Sommer, Herbst und Winter im Rausch des Selbermachens. Unter größtem Einsatz und mit brennender Leidenschaft bleibt nichts unversucht: vom Käse bis zum Stollen, vom Kleinen Schwarzen bis zu den Schuhen, von der Seife bis zur Zahnpasta.

Mehr Raum für Kreativität

Zunächst muss ich eine Warnung vorausschicken: Wer jetzt eine Jahresration Rezepte, Anleitungen und Selbermach-Tipps erwartet, wird das Buch schnell wieder aus der Hand legen. Aber Stopp… Es gibt gute Gründe, das nicht zu tun. Es finden sich vereinzelt Rezepte oder Anleitungen, aber im Grunde etwas viel Wertvolleres: Die Lust, einfach anzufangen, etwas Neues zu versuchen und einfach mal mutig zu sein, statt sklavisch Anleitungen abzuarbeiten.

Einfach mal nachschlagen

In dem tagebuchartig angelegten Taschenbuch erzählt die Autorin locker und amüsant von ihren Erfolgen und verschrammten Händen während des Jahres, in dem sie versuchte, viele Gegenstände des täglichen Lebens selbst herzustellen. Ihre persönlichen Regeln dabei: 1.) Meinen Lebensstandard will ich beibehalten. 2.) Dinge, die ich selber machen kann, kaufe ich nicht, sondern mache sie auch selber. 3.) Was einfach geht, mache ich grundsätzlich und das ganze Jahr über. 4.) Was schwieriger ist, probiere ich und lasse mir eventuell helfen. 5.)Nur was mich wirklich unglücklich macht, darf ich sein lassen.

Der chronologische Aufbau und die kurzen, knackigen Überschriften machen eine Orientierung innerhalb der umfangreichen Ideensammlung einfach. Die Anordnung nach Jahreszeiten erleichtert es zudem, den Band einfach mal zur Hand zu nehmen und sich zu einem saisonalen Projekt inspirieren zu lassen. Sehr benutzerfreundlich ist zudem die umfangreiche Sammlung an Literatur, Websites oder Magazinen zu den verschiedenen Projekten.

Schöner scheitern

Anders als es in vielen ultra-perfekten Hochglanz-Blogs oder Kreativ-Büchern der Fall ist, zeichnet Susanne Klingner ein realistisches Bild des Selbermachens, inklusive der Pannen, die einfach unweigerlich dazugehören, und lässt es auch an einer guten Portion Selbstironie nicht fehlen: „Wir haben einige Brote – also, eher viele – gegessen, die besser als Türstopper zur Welt gekommen wären.“ (S. 74) Sie zeigt aber auch, dass das kein Grund ist, sich entmutigen zu lassen, sondern wie mögliche Lösungsstrategien aussehen könnten. Denn schließlich gibt es zu unglaublich vielen Themen Kurse oder Sachbücher und dann sind da ja auch noch „der Mann“ aka Lebensgefährte, die beste Freundin sowie Mutter und Schwiegermutter, die Susanne Klingners Projekte mit guten Tipps ebenso begleiten wie mit kritischen Einwürfen…

Fazit

So war dieses Buch für mich auch keine Lektüre, die ich in einem Rutsch gelesen hätte, obwohl der Schreibstil so frisch und unterhaltsam ist, dass das sicher kein Problem gewesen wäre. Statt dessen färbte die Begeisterung der Autorin für neue Projekte und Ideen direkt auf mich ab. So musste ich die Lektüre immer wieder dringend zur Seite legen, an einem meiner Projekte weiterstricken, neue Ideen notieren oder das „Kein Knet Brot“ oder „No kneat Brot“ backen.

Selten hat es ein Buch geschafft, so viel kreative Energie freizusetzen und mich zum Selbermachen zu animieren. Neben den vielen schönen Impulsen zum Selbermachen leistet „Hab ich selbst gemacht“ noch einen weiteren wichtigen Beitrag. Es gibt Denkanstöße, sich zu überlegen, warum man Dinge selbst macht und was man sinnvoller Weise selbst machen kann bevor die eigenen Grenzen – und die der Mitmenschen erreicht sind.

Auf einen Blick:

Susanne Klingner: „Hab ich selbst gemacht – 365, Tage, 2 Hände, 66 Projekte“
KiWi Verlag 2015
ISBN: 978-3-462-04285-6
Preis: 8,99 Euro (D)/ 9,30 Euro (A)
Copyright Abbildung: Kiepenheuer & Witsch
Habt Ihr das Buch auch schon gelesen und vielleicht schon mal was daraus ausprobiert?

Buchvorstellung „Stricken – so einfach geht’s“ + *Gewinnspiel*

Vor einiger Zeit stand ich im Buchladen und stöberte durch die Neuerscheinungen im Bereich DIY und Stricken - So einfach geht'sHandarbeiten. Ein kleiner, relativ schmaler Band hat mich neugierig gemacht: „Stricken – so einfach geht’s“ von GU. Ja, richtig gelesen. Bisher hat man den Verlag ja eher mit Ratgebern und tollen Kochbüchern in Verbindung gebracht, seit nicht ganz zwei Monaten gibt es jetzt auch Ratgeber zu Handmade-Themen wie Stricken, Häkeln, Sticken oder Nähen. Weil das Strickbuch von Jessica Bewernick (Macherin von schoenstricken. de)  sich für Neueinsteiger ebenso lohnt wie für diejenigen, die ihr Wissen wieder auffrischen oder ein bisschen vertiefen wollen, stelle ich den Kreativratgeber heute vor. Wenn Ihr Lust bekommen habt, mal in diesem Buch zu blättern und das ein oder andere auszuprobieren, kein Problem. In Zusammenarbeit mit GU verlose ich ein Exemplar von „Stricken – So einfach geht’s“. Mehr Infos zum Gewinnspiel gibt es am Ende des Posts.

Der rote Faden

Das Buch besticht durch Einfachheit. Einfache Projekte, einfache und gut verständliche Erklärungen. Wichtige Materialien, Werkzeuge und Zubehör werden im Theorieteil kurz und knackig vorgestellt. Man erfährt unter anderem, wie das mit der Maschenprobe geht, was die vielen geheimnisvollen Dinge auf einer Garnbanderole zu bedeuten haben und welche Utensilien angehende Strickerinnen und Stricker unbedingt im Gepäck haben sollten. Alle wichtigen Grundlagen werden in schön gestalteten Illustrationen erklärt und gleich in konkreten Projekten umgesetzt. Durch diese Verknüpfung von Theorie und Praxis sind nicht nur schnelle Erfolgserlebnisse garantiert, man muss nicht ewig lang blättern, bis man etwas findet.

Learning by doing

Vom kraus rechts gestrickten Loopschal über trendige Becherwärmer (Hallo Weihnachtsgeschenke …) bis hin zur mehrfarbigen Tablet-Tasche steigert sich der Schwierigkeitsgrad langsam aber stetig. Sitzen die Grundlagen, geht es Schritt für Schritt tiefer in die faszinierende Welt des Strickens: Flach- und Rundstricken, Intarsienstrickerei oder Jacquardstricken, insgesamt 15 Projekte in verschiedenen Techniken haben ihren Weg in das 64-seitige Buch gefunden. Wie ging das noch mal? Ihr lasst Euch neue Stricktechniken lieber zeigen oder lernt sie per Video? Auch dann ist das Buch das richtige für Euch bzw. die passende App dazu. Einfach GU Kreativ-Plus App runterladen, passendes Projekt- oder TeStricken - So einfach geht's App Strickbuch kostenloschnikbild scannen und loslegen. Die App enthält Videos der gezeigten Grundlagentechniken, damit Ihr Euch alles noch mal in Ruhe anschauen könnt. Das Projekt, an dem Ihr gerade arbeitet, könnt Ihr abspeichern und habt es so immer dabei. Das gilt auch für den virtuellen Einkaufszettel, der dabei hilft, im Laden nichts zu vergessen. Wenn kein Handarbeitsgeschäft in der Nähe ist, auch kein Beinbruch: Mit der App lassen sich die meisten Materialien direkt und bequem bei DaWanda bestellen.

Gewinn mich….

Ein rundum gelungenes Buch also, das ich Euch absolut empfehlen kann. Ein Exemplar könnt Ihr gewinnen, wenn Ihr bis 11.04.2015 einen Kommentar unter diesem Betrag hinterlasst und verratet, welche Stricktechnik Ihr gern lernen würdet. Das Buch wird dann unter allen Teilnehmern verlost. Vergesst also nicht, eine Kontaktmöglichkeit zu hinterlassen.

Viel Glück!

Und weil ich die Idee des virtuellen Bücherregals von Goldkind richtig klasse finde, habe ich das Buch auch da gleich eingestellt.

Die verstrickte Dienstagsfrage # 105

Und schon wieder ist es Dienstag…. Kinder, wie die Zeit vergeht! Auch heute hat das neugierige Wollschaf wieder eine verstrickte Dienstagsfrage, die ich gerne mit Euch teilen möchte:Die verstrickte Dienstagsfrage

Was war das netteste, originellste oder ungewöhnlichste Kompliment, dass Du für Deine gestrickten oder gehäkelten Sachen bekommen hast?

Liebes Wollschaf,

ich habe eine ganze Weile nachgedacht, aber eine ganz besondere einzelne Begebenheit fällt mir da gar nicht ein. Außerdem: gesagt ist schnell ja eine ganze Menge. Deshalb ist es für mich das schönste Kompliment, wenn ich sehe, dass meine Handarbeiten von anderen geschätzt werden und regelmäßig zum Einsatz kommen. Ich finde, das spricht für sich. Mehr Worte braucht man darum eigentlich nicht zu machen.

Herzliche Grüße & eine schöne Woche,

Tee & Kekse

P.S.: Noch bis Samstag läuft mein Gewinnspiel für die coolen Häkeltrophäen von Jutta. Nutzt die Chance und hüpft jetzt noch schnell in den Lostopf.

Die verstrickte Dienstagsfrage #98: Beleuchtung beim Stricken

Wir nähern uns mit großen Schritten der 100. verstrickten Dienstagsfrage, die ich hier auf dem Blog beantworte. Diesmal geht es um die verschiedenen Vorlieben, was Beleuchtung beim Stricken angeht:54-free-cartoon-sheep-clipart-illustration

Die dunkle Jahreszeit hat begonnen – wie beleuchtest Du Deinen Strickplatz?

Liebes Wollschaf,

ob dunkle oder helle Jahreszeit, ich bin ganzjährig ein großer Fan von guter Beleuchtung beim Stricken. Deshalb mag ich auch nicht auf meine Stehlampe mit Deckenfluter und schwenkbarem Spot verzichten, den ich ganz nach Belieben auf oder neben das Strickstück richten kann. Es handelt sich um das 08/15 Standarmodell des Möbelschweden und hat glaube ich so um die 10 Euro gekostet – also nichts besonderes, kein LED, kein weiß-ich-nicht-was, aber eben individuell einstellbar, so dass sich auch dunkle Garne ohne Krampf verarbeiten lassen.

Besonders angenehm finde ich natürlich das Stricken bei natürlichem Licht, aber das ist einem ja nur selten vergönnt….

Wie wichtig gute Beleuchtung fürs Stricken ist, habe ich erst neulich gemerkt, als ich einen Kurs besucht habe und dank kaputter Lampe in der dunkelsten Ecke saß. Das Resultat: Fiese Kopfschmerzen. In diesem Sinne: ganz herzlichen Dank für die Frage, liebes Wollschaf!

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse

 

Die verstrickte Dienstagsfrage #79

Wenn ich heute aus dem Fenster schaue, fällt mein Blick auf eine Landschaft, die aussieht, als wäre sie mit Puderzucker überzogen. Tatsächlich: der erste Schnee ist gefallen! Schööööön! Und genau so geht es auch beim neugierigen Wollschaf weiter, denn es stellt heute die Frage nach Stricken in der Öffentlichkeit:

Strickst oder häkelst du auch in der Öffentlichkeit (also in Cafés, Bus und Bahn, Büchereien, in der Uni, am Arbeitsplatz etc.) ? Wenn ja, welche Erfahrungen hast du damit gemacht und wie reagiert die Umwelt darauf? Wurdest du schon angesprochen und was haben sie gesagt?

Vielen Dank an Katharina für die heutige Frage!

Liebe Katharina, liebes Wollschaf,

vielen lieben Dank für die schöne Frage! Ich finde, dass sich kleine Strickprojekte wie Socken oder Mützen hervorragend für den Transport eignen und deshalb habe ich auch fast immer ein solches in der Tasche, wenn ich weiß, dass ich irgendwo warten muss: In Zug oder Tram, Flugzeug, Arztpraxen, sogar im Sommer auf einem Boot mitten im See hatte ich schon Strickzeug dabei.

Mit negativen Reaktionen, wie z.B. maschenbart berichtet hat, wurde ich zum Glück noch nie konfrontiert. Wahrscheinlich liegt das zum Großteil daran, dass handarbeitende Frauen gesellschaftlich deutlich anerkannter sind als Männer. Der Teil der Geschichte in dem strickenede Soldaten im Schützengraben vorkommen, oder die Tatsache, dass Handarbeiten wie Stricken, Posamenten machen und viele andere Männerberufe waren, scheint großflächig verdrängt worden zu sein. Suschna hat dankenswerter Weise eine ganze Liste historischer Abbildungen von handarbeitenden Männern zusammengestellt. Warum Tätigkeiten, die jahrhunderte langvon Männern besetzt wurden heute als „unmännlich“ gelten? Keine Ahnung, ehrlich gesagt, aber falls jemand von Euch eine Theorie hat, freue ich mich auf einen Kommentar.

Aber zurück zu meinen Erfahrungen: Es haben sich häufig schöne Gespräche ergeben, über das Stricken und das Leben im allgemeinen. Ich durfte viele fröhliche Gesichter erleben und auch gerade ältere Damen, die voll Begeisterung von ihren eigenen Projekten erzählt habe. Letzte Woche etwa war ich bei einem Stricktreff in einem belebten Studentencafé. Am Nebentisch saßen Leute aus verschiedenen Ländern. Es entspann sich ein nettes Gespräch und führte schließlich dazu, dass eine der Frauen die (fast fertige) Jacke einer Mitstrickerin anprobierte und so begeistert war, dass sie sich gleich Tipps geben ließ, wie man eben dieses Kleidungsstück herstellt und wo man die passende Wolle dazu herbekommt. Schon etwas her, aber unvergessen ist auch die Episode, in der ich handarbeitend im Zug saß und gefragt wurde, ob ich mit einem Kugelschreiber häkle….

Viele Grüße,

Tee & Kekse

Die verstrickte Dienstagsfrage #72

Einen herrlichen, himmelblauen Dienstag haben wir heute. Super, da muss irgendwann noch ein Spaziergang oder mindestens ein Käffchen in der Sonne drin sein. Ich hoffe, Ihr habt es auch so schön. Einiges Kopfzerbrechen hat mir die aktuelle verstrickte Dienstagsfrage des neugierigen Wollschafs bereitet:

Welches ist Dein wichtigstes Hilfsmittel beim Stricken, abgesehen von Garn und Nadeln (und ggf. der Anleitung)?

Vielen Dank an Kerstin für die heutige Frage!

Liebe Kerstin, liebes Wollschaf,

wie üblich ist es leider nicht so einfach, schließlich sind Strickprojekte etwas ziemlich individuelles, finde ich zumindest. Aber versuchen wir es mal mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner: gutem Licht. Das braucht es für alle Projekte, egal was auf den Nadeln liegt. Dann wird es aber auch schon komplizierter:

  • Wenn Anleitungen, dann bitte auch einen Textmarker und Bleistift, damit ich die gestrickten Reihen absteichen und mir Notizen machen kann.
  • Beim Sockenstricken schaue ich immer, dass neben meinen 15 cm cubics (unverzichtbar!) auch eine passende Nähnadel da ist, wenn ich die Socken schon bis zu den letzten fitzeligen 2 Maschen an der Spitze gestrickt habe, möchte ich sie unbedingt auch abketten und fertig machen.
  • Strickstücke fertig stellen ist ein gutes Stichwort, denn wenn tatsächlich eine Nadel da ist (inzwischen immer fest in meinem Utensilo), dann neige ich tatsächlich auch dazu, gleich nach der Fertigstellung die Fäden zu vernähen. Dann ist es natürlich auch kein Fehler, wenn eine Schere in der Nähe ist. Das Problem Schere (verschwindet immer, kann jemand anders brauchen….) habe ich durch ein Schweizer Taschenmesser im Miniformat gelöst, das ich am Schlüsselbund mit mir herumtrage. Nadel und Schere leisten nicht zu unterschätzende Verdienste, denn wenn ich mich nicht gleich zum Vernähen aufraffe, dann liegt das fast fertige Stück und liegt….

Ihr seht, so einfach ist es nicht. aber seit mir meine Mutter dieses großartige Utensilo genäht hat, gibt es da eigentlich keine größeren Probleme mehr….

Das Utensilo guten Schutz und viel Platz für meine Nadelspiele und -spitzen. Mit Klettband eingebaut ist ein Mäppchen im Blätterprint (Mitte) in dem ich vom Maschenmarkierer über Stift und Schere bis zum Maßband alles aufbewahren kann.

Die verstrickte Dienstagsfrage #69

Diesmal schwingt das neugierige Wollschaf nicht die Stricknadeln, sondern beschäftigt sich mit dem Bloggen: Welche Themen gehören in einen Handarbeitsblog, welche eher nicht? Schöne Frage, finde ich!

Was gehört deiner Meinung nach in einen Handarbeitsblog und was geht gar nicht? Nur handarbeitsbezogene Themen oder auch mal was anderes? Auch kritische/negative Meinungen über andere Handarbeitstechniken, andere Blogs, Gruppen, Foren, Plattformen etc.? Über Krankheit, Tod und so was?

Vielen Dank an Isabella für die heutige Frage!

Liebe Isabella, liebes Wollschaf,

 

zunächst einmal finde ich, dass es jedem Selbst überlassen sein muss, wie er oder sie seinen Blog füllt. Wenn allerdings „Handarbeitsblog“ draufsteht, sollte meiner Meinung nach der Handarbeitsanteil schon gut erkennbar sein und nicht völlig zwischen Rezepten und Gartenfotos verschwinden – so schön oder lecker sie auch sind. Ich persönlich achte sehr darauf, dass alle meine Posts zumindest einen erkennbaren Bezug zum Thema Handarbeiten haben, aber natürlich geht es, wie z. B. in meinem Post Genussreich. Köln auch mal um andere Dinge.

Ich bin ein Mensch mit eigener Meinung und ich sehe nicht, warum ich sie ausgerechnet in meinem Blog hinterm Berg halten sollte. Lese ich in anderen Blogs, finde ich es auch immer ganz informativ zu erfahren, wie andere Blogger dieses oder jenes Muster bewerten, dieses Buch empfehlen, auf jene neue Plattform hinweisen. Ich habe nichts dagegen, wenn diese Meinungen auch mal negativ ausfallen, sofern sie plausibel begründet sind. Dinge wie: „Wolle xy ist totaler Mist“ kann man sich meines Erachtens sparen, wenn man nicht dazu schreibt, dass sie fasert, fusselt oder die Farbe raus geht …

Das selbe gilt auch für Kommentare. Konstruktive Kritik und Anregungen sind mir immer willkommen, das hilft mir, den Blog noch interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten, bringt mich und andere auf gute Ideen, also nutzt gerne die Kommentarfunktion.

Themen wie Krankheit oder Tod gehören natürlich zum Leben, aber nach meiner engen Definition meines Handarbeitsblogs nicht in Selbigen. Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn man zum Beispiel ein Charityprojekt vorstellt, in dem für Krebskranke gestrickt wird, ist absolut nichts dagegen einzuwenden. Im Gegenteil hat es mir in schwierigen Zeiten schon sehr geholfen, mit meinem Blog ein Stück Normalität zu haben und diese zu pflegen. Ein Stück weit gilt das auch für mein Hobby, das zwar einerseits sehr kommunikativ ist, aber auch ein Rückzugsort sein kann.

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse