Die verstrickte Dienstagsfrage #102

Die aktuelle verstrickte Dienstagsfrage ist kurz und knackig, aber richtig interessant. Ich hoffe, meine Anwort fällt genauso aus. Also, los gehts….54-free-cartoon-sheep-clipart-illustration

Was macht für Dich ein gutes Strickdesign aus?

Liebes Wollschaf,

dass das Design zu mir und meinen Anforderungen passen, aber das ist eigentlich klar, sonst fällt es gleich von Anfang an durch.

Schön finde ich Designs, bei denen Garn und Muster gut zusammenpassen. Meiner Erfahrung nach kommt entweder das eine oder andere gut heraus, beides zusammen wirkt meistens nicht. Auch eine Überfrachtung mit verschiedenen Mustern führt meistens nur dazu, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht – oder eben das entsprechende Strickstück.

Auch die Passform ist ein wichtiger Punkt. Nicht selten sieht man in Strickzeitschriften Models in merkwürdig verrenkten Posen. Auf den zweiten Blick wird meist auch klar, dass es nicht daran liegt, dass damit Falten oder seltsame Schnitte kaschiert werden. Schaut man nicht so genau hin und strickt das Muster einfach nach, ist die Enttäuschung vorprogrammiert und das ist einfach schade, wenn man die Zeit, Geld und Arbeit bedenkt, die in ein solches Modell gesteckt wurden, dass dann ja doch nur im Schrank hängt.

Soweit meine Gedanken zu diesem Thema. Sicher gäbe es npoch eine Menge mehr dazu zu sagen, aber das kommt dann sicher, wenn ich Euch mal wieder ein konkretes Modell vorstelle.

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse

 

Die verstrickte Dienstagsfrage #74

An diesem neblig-grauen Dienstag geht das neugierige Wollschaf ans Eingemachte: Diese Folge der verstrickten Dienstagsfrage dreht sich um das größte Strickdesaster und den Lehren, die man daraus gezogen hat. Dann also nicht lange drum rum geredet, los geht’s:

Welches war das bisher größte Strick-Desaster, das Du mal produziert hast?

Was genau war daran so schrecklich?

Konntest Du daraus Lehren für Deine weitere Strick-Karriere ziehen?

Vielen Dank an Kerstin für die heutige Frage!

 

Liebe Kerstin, liebes Wollschaf,

vielen Dank für die spannende Frage. Bei mir ist das größte Strickdesaster definitiv das erste Oberteil gewesen, das ich für mich stricken wollte, ich hab schon gelegentlich davon erzählt. Ein ärmelloses Teil für den Sommer, eigentlich kein Drama, sollte man annehmen. Ich, noch kaum Ahnung vom Stricken, hab mich im Fachgeschäft beraten lassen, Wolle mitgenommen und es auch komplett genadelt, von unten bis zum Halsausschnitt. Dann bei der ersten Anprobe sah ich es: Das Teil hing an mir wie ein nasser Sack. War ich enttäuscht, schließlich war da schon richtig viel Arbeit reingegangen.

Gelernt habe ich auch was daraus. Heute weiß ich, dass meine stricktechnische Komfortzone ganz eindeutig bei Sockenwollstärke liegt und ein gutes Strickstück mit der richtigen Garnauswahl steht und fällt.

Ein Großteil der Wolle liegt immer noch in meinem Stash. Daraus entstehen dann nach und nach kleinere Strickstücke wie dieses Jäckchen fürs Patenkind. Im Nachhinein denke ich mir, dass die Verkäuferin doch hätte wissen müssen, dass das die absolut falsche Wolle für ein Sommertop ist, zumal weil ich nicht gerade klein bin und abzusehen war, dass das Teil nicht eben ein Fliegengewicht wird. Ob sie es nun gewusst hat, oder nicht, die Wolle muss weg, denn sie nervt mich, wann immer ich einen Blick in den Stash werfe. So gesehen habe ich aus dem Strickdesaster noch viel mehr gelernt: Kapuzen stricken, Zopfen, Kindergrößen einschätzen, englische Anleitungen auseinanderklamüsern……

Viele Grüße,

Tee & Kekse