Die verstrickte Dienstagsfrage #48

Heute geht es bei der verstrickten Dienstagsfrage um Projekte, die sich mit Händen und Füßen gegen eine Fertigstellung wehren. Klingt ungewöhnlich? Sowas kann schon mal vorkommen! Aber lest selbst:

Ich habe letztens einen wirklich schönen Pullover angeschlagen,
nach dessen Garn ich mir regelrecht die Hacken abgelaufen hatte. Kaum begonnen, war die Anleitung nirgends zu finden. Als ich das betreffende Buch wieder geliehen und eine neue Kopie gefertigt hatte, entdeckte ich einen Fehler und musste ein großes Stück ribbeln. Und das war nur der Beginn einer regelrechten Pannenserie bis ich den Pullover entnervt aufgab. Nun meine Frage: passiert Euch das auch, dass sich ein Projekt einfach nicht beenden lassen möchte?

Vielen Dank an „Praagelmam“ für die heutige Frage!

Liebe Praagelmam, liebes Wollschaf,

das klingt ja wirklich schrecklich! So in der Form ist mir das zum Glück bisher noch nie passiert. Ich hatte auch schon widerspenstige Projekte, bei denen ich mich z.B. ständig verzählt habe und immer mehr geribbelt als gestrickt habe. Jedes dieser Projekte habe ich dann irgendwann weggelegt und ganz unten in eine der Stash-Kisten vergraben. Nach einer Zeit habe ich sie dann wieder herausgeholt und siehe da: sie strickten sich wie alleine zu Ende. Also: Nicht aufgeben, weglegen und wieder rausziehen, wenn sich der Frust gelegt hast, das wird schon!

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse

Die verstrickte Dienstagsfrage #41

Ein neuer Dienstag, eine neue verstrickte Dienstagsfrage: Das neugierige Wollschaf will es wieder wissen und ich beantworte ihm natürlich gerne seine neue Strickfrage. Also los gehts:

Irgendwann haben alle einmal das Stricken freiwillig oder durch einen Bildungsplan verordnet gelernt.

Erinnert ihr euch noch, wie das war?

Was machte euch die meisten Probleme?

Wann fing es an, euch richtig zu packen?

Vielen Dank an Michaela für die heutige Frage!

Liebe Michaela, liebes Wollschaf,

vielen Dank für die schöne Frage. Der wollte ich bei Tee & Kekse demnächst sowieso nachgehen, aber was solls, dann ziehe ich sie eben vor. Zunächst: Häkeln habe ich schon in der Grundschule gelernt, ich erinnere mich noch heute, dass wir aus gelbem Häkelgarn ein kleines Kücken gehäkelt haben und natürlich die unvermeidlichen Topflappen. Damals standen wir vor der Wahl entweder Stricken oder Häkeln zu lernen und Eltern, Lehrer oder beide entschieden sich für die Sache mit dem Haken, weil es, wie ich finde, tatsächlich leicht zu lernen ist.

Mit sehr viel Geduld hat meine Mutter, die immer viel gestrickt hat, versucht, mir das Stricken beizubringen. Mit wenig Erfolg, ich fürchte zu der Zeit war es bei mir eine ganz schlechte Mischung aus Frustration (weil ständigem Verheddern und halb Erstechen) und „ist doch absolut uncool“.

Das hat sich erst vor etwa zwei Jahren geändert, als eine liebe Freundin mich mit großen Augen anschaute und sagte: „Wie, du kannst nicht stricken?“ Noch am selben Abend saß ich mit diiiiiicken Nadeln und ebensolcher Wolle neben ihr auf dem Sofa und habe versucht, rechte Maschen zu stricken. Mit viel Liebe und Geduld hat sie mir gezeigt, wie die Sache so läuft mit den linken und rechten Maschen, den Umschlägen und dem Zusammenstricken von Maschen. Heute stricken wir regelmäßig zusammen und bei den dicken Nadeln ist es natürlich nicht geblieben. Ich freue mich, dass ich ihr inzwischen auch bei der einen oder anderen Sache helfen kann – und seien es nur englische Anleitungen…

Warum es mich dieses Mal so angefixt hat, dass Stricken eines meiner liebsten Hobbys geworden ist und ich inzwischen sogar einen Handarbeitsblog habe? Keine Ahnung, wenn ich ehrlich bin. Ich kann nur sagen: Stricken ist für mich Entspannung, das Gefühl etwas Nützliches zu schaffen und hat viel mit Inspiration, Kreativität und Kommunikation zu tun. Im Austausch mit anderen beim Stricktreffen, auf Messen und hier im Blog auf Tee & Kekse. Wenn ich jetzt zurückdenke, was ich in der vergleichsweise kurzen Zeit alles gelernt habe, muss ich Staunen und halte es fast schon für ein bisschen Magie, dass ich die Nadeln nicht ins Korn geworfen habe, denn leicht gefallen ist es mir am Anfang wahrlich nicht…

Was hat Euch geholfen „dran zu bleiben“?

Viele Grüße & eine gute Woche

Tee & Kekse