Die verstrickte Dienstagsfrage #78

Das trübe Wetter passt zum heutigen Thema des neugierigen Wollschafs. Die verstrickte Dienstagsfrage beschäftigt sich nämlich mit der Frage, was zu tun ist, wenn man Wolle bestellt hat und die in einer schlechten Qualität daher kommt oder einfach nicht in der gewünschten Menge. Ärgern? Nur ein bisschen! Reklamieren? Auf jeden Fall!

Ich kaufe zunehmend Garn per Bestellung. Leider bin ich zum zweiten Mal in der Lage, daß ich einen ärgerlichen Mangel am Garn feststelle. Deshalb meine Frage: Wie geht Ihr mit Mängeln um, die ihr beim Stricken feststellt, wenn Ihr Garn per Bestellung gekauft habt?

Beim ersten Mal kaufte ich Wolle auf Konen und stellte beim Abstricken fest, daß die Lauflänge zu gering war. Das habe ich auch nur gemerkt, weil ich einen zweiten Faden von konfektionierten Knäueln mitgestrickt habe. Das Garn von der Kone war schneller zu Ende als das Knäuel (gleiche Lauflänge). Mit einer leeren Kone konnte ich das tatsächliche Gewicht der Wolle feststellen: es war zu wenig Garn aufgespult. Ich habe dann reklamiert, aber es war schwierig, den Mangel zu belegen.

Jetzt stricke ich ein Garn, das nicht reißfest ist. Auf 5 cm Höhe bei 120 cm Breite ist mir nun schon drei Mal eine Masche der Vorreihe gerissen, als ich sie abgestrickt habe. Das finde ich ärgerlich, zumal bei dem Preis, 50g Knäuel kostet 7,95 €. Es handelt sich um die donegal von Lang.

Kennt Ihr solche Probleme und wie geht Ihr damit um?

Vielen Dank an mo-hair für die heutige Frage!

Liebe(r) mo-hair, liebes Wollschaf,

mich würde an Deinen Ausführungen ja sehr interessieren, was aus den beiden Fällen geworden ist, wie Du damit umgegangen bist und auch, wie die Händler und Hersteller reagiert haben, falls Du reklamiert hast. Ich hatte bisher glücklicherweise nur wenig Probleme mit Stricksachen, sei es Wolle oder Nadeln. In allen Fällen hatte ich sie in örtlichen geschäften gekauft, so dass ich die kaputte Nadel hinlegen konnte, oder die Sockenwolle, die schon beim Stricken völlig verfilzt war und sagen: „Schauen Sie sich dass bitte mal an…“ In allen Fällen wurde ich kulant und freundlich bedient – mit dem Effekt, dass ich auch überall weiter einkaufe, wie es ja auch Zeena in ihrem Post zum selben Thema beschreibt.

Ich hatte ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich gern vor Ort einkaufe. Wenn sich das nicht bewerkstelligen lässt und ich im Internet bestelle, würde ich auf jeden Fall dem Händler und im Fall von der Donegal sicher auch dem Hersteller schreiben und das Problem schildern. Schön finde ich auch, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst – vielen Dank. Gerade mit der Donegal hatte ich auch für ein Projekt geliebäugelt, aber bei den Preisen überlege ich mir das zweimal, wenn schon abzusehen ist, dass eventuell Probleme auf mich zukommen.

Viele Grüße,

Tee & Kekse

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Spinnen und stricken

Im letzten Post habe ich erzählt, dass ich gerade die ersten Spinnversuche unternehme und am überlegen bin, was aus der neuen Wolle entstehen soll. Letzte Woche erschien dann die neue Ausgabe von „The Knitter“ und beim ersten Durchblättern des Heftes wusste ich, was in der nächsten Zeit auf meinen Nadeln zu finden sein wird….

Das neue Heft beinhaltet nicht nur schöne Anleitungen wie das Lace-Tuch auf dem Titel, sondern auch wieder spannende News zum Thema Stricken, eine Reportage über eine Strickreise nach Norwegen und ein Interview mit dem Designer Kaffee Fesset. Besonders witzig fand ich jedoch, dass ausgerechnet in dieser Ausgabe auch ein Workshop zum Thema Spinen am Spinnrad enthalten ist. Bei den Anleitungen hat mich besonders eine Baskenmütze angsprochen, die aus der Wolle „Donegal“ von Lang Yarns gestrickt ist. Besonderes Kennzeichen dieser, aus Irland stammenden Tweedwolle, ist die unterschiedliche Dicke des Garns. „Aufgrund der traditionellen Produktionsweise können Schwankungen in der Lauflänge und Reisskraft auftreten“, heißt es in der Produktbeschreibung des Herstellers. Ich schaute also vom Modell zu meiner, in Dicke und Reißfestigkeit durchaus schwankenden Wolle, und dachte mir dass diese Beschreibung meine ersten Spinnversuche ziemlich gut beschreibt.

Weil mir das Modell mit dem Fischgrätmuster gleich gut gefallen hat, war es schnell, beschlossene Sache, was aus dem Garn werden sollte. Weil die Wolle ganz im Gegensatz zu „Dongeal“ aber vollkommen überdreht war, habe ich sie einfach nochmals gegen die Spinnrichtung aufs Rad laufen lassen, dann aber nicht verzwirnt, sondern einfach gewaschen und gespannt. Gespannt war dann nicht nur die Wolle, sondern auch ich, denn ich konnte es kaum erwarten, sie anzustricken.

Hier sind also Original und Anstrick. Ich hätte nie gedacht, dass ich die erste selbst gesponnene Wolle auch wirklich zu etwas verarbeiten könnte, aber dieses Strickmuster wird wunderbar dicht und verzeiht einiges, was die unterschiedliche Dicke der Wolle angeht. Jetzt bin ich mal gespannt, ob die Wolle auch reichen wird. Hoffentlich kann ich noch etwas Vlies nachkaufen, wenn sie nicht ausreicht…