Die verstrickte Dienstagsfrage #77

Ganz ehrlich, ich kann diese nicht-Jahreszeit nicht leiden. Der Herbst geht und zurück bleibt ein trist-graues irgendwas, nass und neblig ist es noch dazu. Bäh. Angesichts dessen ist es eine gute Idee, sich mal wieder mit dem Thema Socken stricken zu beshcäftigen, wie es auch das neugierige Wollschaf in der aktuellen verstrickten Dienstagsfrage macht. Denn gerade zu dieser Jahreszeit lernt man den Wert von kuschlig warmen, perfekt sitzenden Stricksocken wieder richtig zu schätzen.

Aus dem Archiv vom 15.11.2005:

Hast Du für Dich die ultimative Socke gefunden?
Und strickst Du sie immer nach dem Schema F? Das heißt – nach welcher Tabelle, mit welcher Ferse, mit welcher Spitze? Immer das gleiche oder variierst Du?

Liebes Wollschaf,

für mich habe ich tatsächlich die Super-Socke gefunden, oder zumindest einen passenden Baukasten:

Nadeln: Für mich fängt ein gelungener Socken mit der Auswahl der passenden Nadeln an. Ich benutze ein 15 cm langes Nadelspiel Cubics in 3 mm. Die 15 cm Nadeln finde ich viel angenehmer im Umgang als die 20 cm langen Modelle. Außerdem habe ich festgestellt, dass sich bei mir mit den Cubics keine Gässchen mehr am Übergang von einer Nadel zur anderen bilden.

Sockentabelle: Meistens stricke ich mit 4-fädigem Sockengarn. Daher benutze ich standartmäßig die entsprechende Sockentabelle von Regia. Die habe ich auch auf meinem Smartphone gespeichert, so kann ich auch unterwegs immer nachschauen.

Bündchen: Bei Stinos 2/2 Rippenbündchen, also zwei Maschen rechts und zwei links im Wechsel, ansonsten natürlich passend zum Muster. Hübsch ist auch ein Mäusezähnchenrand, aber natürlich längst nicht so elastisch wie das Rippenmuster.

Ferse: Ich stricke am liebsten die dreiteilige Käppchenferse. Wer jetzt denkt: Oh weia, das klingt ja schon wieder kompliziert… So schlimm ist es nicht, versprochen! Auf youtube gibt es eine Sammlung wunderbarer Videos von Elizza, die vom Maschenanschlag bis zur fertigen Socke in gut erklärten Lektionen zeigt, wie es geht.

Spitze: Am liebsten ist mir persönlich die Bandspitze. Schaut sauber aus und ich vergesse keine Abnahmen, weil sie immer an der gleichen Stelle und in der selben Art gemacht werden. Auch hierfür findet sich in der Playlist von Elizza ein passendes Video, in dem Schritt für Schritt gezeigt wird, wie es geht.

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse

 

 

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Nostalgie & Fadenfreude

Ich hatte es schon ganz vergessen: Früher saß ich ganze Nachmittage mit Freundinnen oder alleine da und knüpfte. Bunte Bänder im Streifenmuster, mit Fischmuster, Rauten, mit und ohne Perlen. Und so fand ich es bei diesem Trend gar nicht schlimm, dass er wieder auftauchte, im Gegenteil erinnerte er mich daran, dass man mit Fäden ja soviel mehr anstellen kann, als sie zu verstricken oder zu verhäkeln. Deswegen möchte ich Euch heute auch „Makena – Geknüpfte Armbänder“ aus dem Topp-Verlag empfehlen.

Das Paperback enthält insgesamt 38 verschiedene Anleitungen für Einsteiger und Fortgeschrittene in drei Schwierigkeitsgraden und beinhaltet komplizierte Muster ebenso wie kleine, schnell gefädelte Armbänder, die die kleinen Knüpfkunstwerke nur umso schöner zur Geltung bringen.

Wie bei den Bastelbüchern aus dem Topp-Verlag üblich, haben es bereits die Umschlagsseiten informationstechnisch in sich. Hier erfährt man alles über das nötige Material, die grundlegende Knüpftechnik und verschiedene Grundmuster. Es lohnt sich, sich genauer damit auseinanderzusetzen. Wenn man die Basics einmal verstanden hat, kann eigentlich nicht mehr so viel schief gehen. Um die Bänder noch individueller gestalten zu können, werden auch verschiedene Verschlussvarianten angegeben, die den jeweiligen Vorlieben angepasst werden können. Hier wären Abbildungen hilfreich gewesen, auch wenn die erklärenden Texte nicht schlecht geschrieben sind.

Makena gibt es im Buchhandel in zwei verschiedenen Ausfertigungen. Einmal als Buch, zum anderen wird es im Set im einer Grundausstattung an Perlen und Fäden angeboten. Das lohnt sich für alle, die kein entsprechendes Material wie Sticktwist zu Hause haben, sich aber gerne mal an den schönen Armbändern versuchen wollen, die nicht nur das eigene Outfit ergänzen, sondern sich auch wunderbar als Geschenke eignen – nicht umsonst heißen die kleinen Kunstwerke auch Freundschaftsbänder.

Einen Einblick ins Buch und  auf die vielfältigen Modelle gewährt dieses Video:

Auf einen Blick:

Elke Eder

Makena. Geknüpfte Armbänder. Freundschaftsbänder im Ethno-Style.

Frechverlag 2013

ISBN 9783772440311

8,99 Euro/ Set 14,99 Euro

Das Buch wurde zur Verfügung gestellt von Blogg Dein Buch.

Socken mal andersrum – Toe-up socks

Ihr habt es sicher gemerkt: die letzten beiden Wochen war es sehr ruhig hier. Keine neuen Posts, nicht mal die eigentlich obligatorische verstrickte Dienstagsfrage. Das liegt daran, dass ich richtig fies krank war. Zum Glück geht es jetzt schon wieder. Allen, die letzte Woche Kommentare zu meiner verstrickten Dienstagsfrage zum Thema Mohair-Wolle, Pflege & Flusen hinterlassen haben, ganz herzlichen Dank!

Wenn Ihr gelegentlich mal bei Tee & Kekse reinschaut, habt Ihr es sicher schon mitbekommen: Bei mir hüpfen in letzter Zeit richtig viele Socken von der Nadel. Zeit, mal etwas Neues auszuprobieren, nämlich statt der klassischen Socken, die vom Bündchen aus gestrickt werden die genau gegenläufige Variante, nämlich von der Spitze aus. Verwendet habe ich dafür die 4-Stufen-Stricktechnik von Autorin Veronika Hug, die mich dankenswerter Weise auf den Trichter gebracht hat, es doch zur Abwechslung mal so zu versuchen. Vielen Dank dafür!

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Socken von der Spitze aus zu stricken ist absolut kein Hexenwerk. Begonnen wird mit nur wenigen Maschen, dann wird zugenommen, bis der gewünschte Umfang erreicht ist. Das war auch schon die erste Stufe. In Stufe zwei geht es munter in Runden weiter, bis der Fuß lang genug ist. Stufe 3 gehört ganz der Ferse, die noch immer manchen in die Flucht schlägt, obwohl auch daran absolut nichts magisches ist. Die gute Nachricht: bei dieser Technik strickt sich die Ferse denkbar einfach, erst einmal wird genau wie an der Spitze zugenommen. Anschließend werden wieder so viele Maschen zusammengestrickt, bis die Ausgangsbreite erreicht ist. Das war es auch schon. Obwohl, nicht ganz: Jetzt fehlt noch Stufe 4. da geht es wie beim Fuß in fröhlichen Runden das Bein nach oben, bis die Socke lang genug ist. Jetzt nur noch abketten und fertig.

Ausführlich erklärt wird die Technik in Büchern wie „Socken & Co“ oder dieser Handarbeits-Zeitschrift.

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Ich stricke dieses Paar mit „Meilenweit Men“ in der Farbe 1621 von Lana Grossa. Die erdigen Töne haben mich dazu inspiriert, langgezogene falsche Zöpfe zu stricken, die ein wenig an Bambus erinnern. Passt super, finde ich.

Was die Sinnhaftigkeit des Toe-Up Strickens anbelangt, so gibt es verschiedene Meinungen. Ein Vorteil ist neben der Abwechslung sicher auch, dass der Schaft am Ende gestrickt wird und dementsprechend auch ein paar Reihen kürzer ausfallen kann, wenn das Garn knapp wird. Die Passform scheint mir ganz gut zu sein, darüber kann ich aber erst mehr sagen, wenn die Socken eine Weile im Gebrauch waren. Eine begeisterte neue Besitzerin haben sie schon gefunden…

Das Bambus-Muster (Maschenzahl teilbar durch 6) geht wie folgt:

1.-7. Runde: *3 Maschen links, 3 Maschen rechts*, von * bis * wiederholen, wenn möglich mit 3 Maschen links enden

8. Runde: *3 Maschen links, 1 Masche wie zum rechtsstricken abheben, eine Masche rechts stricken, ein Umschlag, eine Masche rechts stricken. Jetz die abgehobene Masche über die drei folgenden Maschen ziehen.* Von * bis * wiederholen.

Anschließend die 1.-8. Runde wiederholen, bis die gewünschte Höhe erreicht ist.

Es geht rund

Heute kann ich Euch endlich wieder mal ein Sockenprojekt vorstellen, das gerade auf meinen Nadeln wächst, die Stashbuster Spirals. Das sind schicke Resetsocken, die so gar nicht nach Resten aussehen und dabei auch noch total spaßig zum Stricken sind, weil man mit mehreren Farben arbeitet. Ach ja, auch wenn die Anleitung aufs erste irgendwie kompliziert klingt, so schlimm ist es gar nicht. Wer die Weisheit „Stricken, nicht denken“ berücksichtigt, wird schnell Erfolg haben….

Vor Kurzem bekam ich von einer lieben Freundin eine Menge Sockenwolle geschenkt. Sie wünschte sich im Gegegnzug von mir ein paar handgestrickte Socken. Ihr Wunsch: ein regenbogenfarbenes Garn, das ebenfalls unter den geschenkten Sachen war, sollte unbedingt mit von der Partie sein. Nur: die Wolle ist zwar zugegebenermaßen schön, aber für ein ganzes Paar einfach nicht ausreichend. Auf der Suche nach einer Inspiration habe ich ravelry durchforstet und bin in der Gruppe „Rest End“ auf den Stashbuster KAL gestoßen, also eine Aktion, wo man gemeinsam nach einer Anleitung ein Projekt strickt und sich darüber austauschen kann.

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Für die Stashbuster Spirals braucht man verschiedene Wollreste, also genau das Richtige für mich. Zusätzlich zu dem regenbogenfarbenen Garn habe ich mich für blau und wollweiß entschieden. Für diejenigen, die des Englischen nicht mächtig sind, aber trotzdem Lust auf die Socken haben: Strumpfbina hat eine deutsche Anleitung für Gum-Gum-Socks in ihrem Blog, die nach gemau demselben Prinzip gestrickt werden. Vor Kurzem hat sie auch ein Video zum Thema gedreht, das leider keine besonders gute Qualität hat, aber um die grundlegende Vorgehensweise zu vertehen, reicht es.

Das Besondere an diesem Muster ist, dass keine ganzen Reihen gestrickt werden, sondern der Wechsel immer nach ein, zwei Nadeln erfolgt. Einfach gesagt funktioniert das so: Zwei Nadeln Weiß stricken, dann den Faden hängen lassen und die nächsten beiden Nadeln in Regenbogen stricken. Dann wieder den Faden hängen lassen und die nächsten beiden Nadeln in Blau stricken. Am Ende der Nadel hängt jetzt der weiße Faden, Blau also  fallen lassen und weiterstricken bis zum nächsten herunterhängenden Faden. Dann wieder Wechseln. Dadurch entsteht ein Spiralmuster, in dem sich die Farben immer schön wechselweise um den Fuß winden. Wie schon gesagt, es klingt sehr viel schwerer als es ist. Hat man einmal den Dreh raus, macht es großen Spaß. Gestrickt werden kann mit zwei, drei oder mehr Garnen. Um die benötigte Menge Garn zu errechnen, einfach ein Paar Stinos auswiegen und das Gewicht durch die Anzahl der Garne teilen, die Ihr verwenden wollt. Strickt Ihr wie ich Bündchen, Ferse und Spitze in einer Farbe, müsst Ihr natürlich entsprechend mehr davon einplanen. Und schon kann es losgehen….

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Damit sich die Fäden der einzelnen Knäule beim Stricken nicht heillos ineinander verdrehen, lagere ich die Knäuel in einer Box, die ich beim Stricken immer mal wieder drehe, damit ich nicht ständig mit Entwirren beschäftigt bin. Das funktioniert erstaunlich gut und so war der erste Socken auch schnell fertig, beim zweiten komme ich auch schon bald zur Ferse. Ich finde, den Socken sieht man ihre Herkunft aus der Restekiste gar nicht an, oder was meint Ihr?

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An die Nadeln….

Auch Bäume brauchen gelegentlich ein cooles Outfit. Gesehen in Friedberg.

… die neue Knitty Spring + Summer 2013 ist online und hat wieder viele schöne Anleitungen zu bieten.

Meine Favoriten sind:

  • Slipstream: Ein wirklich schönes und nicht ganz anspruchsloses Paar Socken.
  • Dressy: Noch mal Scocken, diesmal schön lacig und lufitg. Die Kombination mit den Pumps finde ich allerdings ziemlich gruselig.
  • Daphne: Dieses Top ist wirklich ein Hingucker und mal was außergewöhnliches.
  • Nori: Stricktechnisch keine besondere Herausforderung, aber äußerst Kombistark

Welches sind Eure Favoriten für die warme Jahreszeit?

Die verstrickte Dienstagsfrage #42

Viele meiner lieben Freundinnen sind gerade schwanger. Was liegt für einen Strick- und Häkelfan also näher, als die Babys mit einem wollig weichen Geschenk zu begrüßen? Allerdings finde ich es auf Dauer nicht so spannend, Massen an Söckchen oder Schüchen zu stricken. Deshalb bin ich auf der Suche nach frischen Anregungen. Egal ob Kleidung, Spielzeug oder Decken, was sind Eure liebsten Strick- oder Häkelmodelle für Babys?

Vielen Dank an “Tee & Kekse” für die heutige Frage!

Vor einer Weile habe ich dem neugierigen Wollschaf geschrieben, denn der Bedarf an Babysachen steigt hier rasant an… Schon mal ganz herzlichen Dank an alle, die ihre Ideen schon mit mir und anderen Strickern geteilt haben und das noch tun werden.

Ich habe mir natürlich in der Zwischenzeit auch Gedanken gemacht und rumgefragt, was es den für Alternativen gibt. Gerne möchte ich meine bisherigen Ideen und Fundstücke auch mit Euch teilen:

  • Das Knubbelchen: Eine Anleitung für eine niedliche Strickpuppe, die sich besonders gut aus Wollresten stricken lässt
  • Die Strickjacke Aphrodite: Habe ich schonmal gestrickt, wartet hier nur noch auf Fertigstellung, dann gibt es auch Fotos. Die Anleitung ist so geschrieben, dass sie von Babys bis Teens allen passt. Sie ist total entzückend, aber natürlich schon etwas aufwändiger. Nichts, was man schnell mal so mitbringt.
  • Maddie’s Tiny Dress: Ein Oberteil oder Kleidchen, das ich wegen seiner Form interessant fand
  • Sheldon, die Schildkröte: Ich finde sie so witzig, dass ich überlege, mir einfach zum Spaß selbst eine zu machen
  • Rebecca Danger: Total niedlich finde ich auch die Entwürfe dieser Designerin

Viele Grüße & eine schöne Woche

Tee & Kekse

Be my Valentine…

Noch ein paar Tage, dann ist Valentinstag. Für kurz Entschlossene habe ich hier ein paar kostenlose Anleitungen zusammengetragen, wie Ihr mit Häkel- und Stricknadeln und Faden etwas Schönes für Eure Lieben zu zaubern könnt.

In diesem Video von Veronika Hug findet Ihr eine Anleitung für eine herzige Smartphone Tasche. Ein schönes Geschenk, denn es kann den Beschenkten künftig ständig begleiten:

 

Was sind denn Eure schönsten Kreativ-Ideen für den Valentinstag? Ich bin schon gespannt auf Eure Kommentare!

 

Bildnachweis: tinkernoonoo via flickr