Die verstrickte Dienstagsfrage #41

Ein neuer Dienstag, eine neue verstrickte Dienstagsfrage: Das neugierige Wollschaf will es wieder wissen und ich beantworte ihm natürlich gerne seine neue Strickfrage. Also los gehts:

Irgendwann haben alle einmal das Stricken freiwillig oder durch einen Bildungsplan verordnet gelernt.

Erinnert ihr euch noch, wie das war?

Was machte euch die meisten Probleme?

Wann fing es an, euch richtig zu packen?

Vielen Dank an Michaela für die heutige Frage!

Liebe Michaela, liebes Wollschaf,

vielen Dank für die schöne Frage. Der wollte ich bei Tee & Kekse demnächst sowieso nachgehen, aber was solls, dann ziehe ich sie eben vor. Zunächst: Häkeln habe ich schon in der Grundschule gelernt, ich erinnere mich noch heute, dass wir aus gelbem Häkelgarn ein kleines Kücken gehäkelt haben und natürlich die unvermeidlichen Topflappen. Damals standen wir vor der Wahl entweder Stricken oder Häkeln zu lernen und Eltern, Lehrer oder beide entschieden sich für die Sache mit dem Haken, weil es, wie ich finde, tatsächlich leicht zu lernen ist.

Mit sehr viel Geduld hat meine Mutter, die immer viel gestrickt hat, versucht, mir das Stricken beizubringen. Mit wenig Erfolg, ich fürchte zu der Zeit war es bei mir eine ganz schlechte Mischung aus Frustration (weil ständigem Verheddern und halb Erstechen) und „ist doch absolut uncool“.

Das hat sich erst vor etwa zwei Jahren geändert, als eine liebe Freundin mich mit großen Augen anschaute und sagte: „Wie, du kannst nicht stricken?“ Noch am selben Abend saß ich mit diiiiiicken Nadeln und ebensolcher Wolle neben ihr auf dem Sofa und habe versucht, rechte Maschen zu stricken. Mit viel Liebe und Geduld hat sie mir gezeigt, wie die Sache so läuft mit den linken und rechten Maschen, den Umschlägen und dem Zusammenstricken von Maschen. Heute stricken wir regelmäßig zusammen und bei den dicken Nadeln ist es natürlich nicht geblieben. Ich freue mich, dass ich ihr inzwischen auch bei der einen oder anderen Sache helfen kann – und seien es nur englische Anleitungen…

Warum es mich dieses Mal so angefixt hat, dass Stricken eines meiner liebsten Hobbys geworden ist und ich inzwischen sogar einen Handarbeitsblog habe? Keine Ahnung, wenn ich ehrlich bin. Ich kann nur sagen: Stricken ist für mich Entspannung, das Gefühl etwas Nützliches zu schaffen und hat viel mit Inspiration, Kreativität und Kommunikation zu tun. Im Austausch mit anderen beim Stricktreffen, auf Messen und hier im Blog auf Tee & Kekse. Wenn ich jetzt zurückdenke, was ich in der vergleichsweise kurzen Zeit alles gelernt habe, muss ich Staunen und halte es fast schon für ein bisschen Magie, dass ich die Nadeln nicht ins Korn geworfen habe, denn leicht gefallen ist es mir am Anfang wahrlich nicht…

Was hat Euch geholfen „dran zu bleiben“?

Viele Grüße & eine gute Woche

Tee & Kekse

Die verstrickte Dienstagsfrage #35

Juchu, eine neue verstrickte Dienstagsfrage des neugierigen Wollschafs

Wenn Du Dir online-Anleitungen herunterlädst (kostenlose oder
kostenpflichtige Downloads), wie bewahrst Du sie auf? Druckst Du sie
gleich aus und heftest sie ab? Oder belässt Du sie auf dem Computer oder
einem Speichermedium wie Stick oder DVD? Druckst Du sie überhaupt jemals
aus oder arbeitest Du vom Bildschirm?
Welches sind für Dich persönlich jeweils die Vor- und Nachteile?

Vielen Dank an Kerstin für die heutige Frage!

Liebe Kerstin, liebes Wollschaf,

wenn ich mir Anleitungen herunterlade, dann speichere ich sie zunächst ab. Kaufanleitungen habe ich bisher meist bei ravelry gekauft. Dieses lasse ich online, speichere sie aber auch zusätzlich ab. Ausgedruckt wird nur, was ich aktuell stricken will. Dann sind mir Ausdrucke schon deswegen lieber, weil ich meine Stricksachen häufig irgendwo hin mitnehme, meinen Computer aber nicht. Außerdem kann ich mir in ausgdruckte Anleitungen leichter Notizen machen oder die Rückseite benutzen um Striche zu machen, wenn ich Reihen zählen muss… Einmal fertig gestrickt, wandert die Anleitung dann in einen Ordner.

Viele Grüße,

Tee & Kekse

Filz, Form, Farbe

Vor Kurzem habe ich hier von meinen ersten Spinnversuchen mit dem Spinnrad berichtet. Inzwischen ist der Kurs leider schon wieder vorbei und auch das Spinnrad musste ich schweren Herzens wieder zurückgeben. Dafür habe ich für Euch noch ein paar Fotos in der Filzwerkstatt von Monika Fergg gemacht. Die Kombination aus Form und Farben hat mich sehr beeindruckt. Besonders toll ist es, vor der riesigen Wand mit Merino-Kammzügen in allen Farben des Regenbogens zu stehen, sehr inspirierend, aber schaut selbst…

Bei Monika Fergg gibt es alles, was man zum Filzen brauchen könnte. Hübsche Perlchen, mit Herz gefilzte Stücke…

Und tonnenweise Inspiration zum Filzen oder Spinnen…

in vielen wunderschönen Farben, wie die hübschen Farmuster zeigen…

Und wer sich jetzt fragt, wo sich diese Werkstatt versteckt, in der auch Spinn- und Filzkurse stattfinden:

Filzwerkstatt in der Kammgarnspinnerei
Provinostraße 48
86153 Augsburg
Öffnungszeiten: Di bis Fr von 10 bis 13 Uhr (vorher anzurufen ist eine gute Idee)
Tel.: 0821/5672677
Mail: monika.fergg[at]gmx[punkt]de

Der Besuch in der Filzwerkstatt lässt sich perfekt mit etwas Bildung abrunden, denn gegenüber der Werkstatt ist der Eingang zum staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg, einem unbedingt sehenswerten und noch relativ jungen Museum, bei dem sich die Geschichte der Augsburger Spinnereien, aber auch die Geschichte der Textilien allgemein und eine historische Modenschau quer durch die Jahrhunderte entdekcen lässt.

Die verstrickte Dienstagsfrage #18

Es wird wieder wollig. Diesmal geht es bei der verstrickten Dienstagsfrage des neugierigen Sockenschafs um Sockenwolle. Eine spannende Frage, zu der ich gerne mit einer Antwort beitragen möchte:

Da ich in letzter Zeit mit meiner bisherigen Sockenwolle unzufrieden bin, suche ich Ersatz. Welche ist Eure Lieblingssockenwolle und warum?

Vielen Dank an Agnes für die heutige Frage!

Liebe Agnes, liebes Wollschaf,

ich muss sagen, ich hatte bisher ziemlich Glück mit meiner Wollauswahl. Es war bisher nur wenig dabei, wo ich mir dachte: „Nicht nochmal“.

Ganz prima haben sich bisher die Garne von Opal stricken lassen. Besonders gefallen haben mir die handgefärbten Garne, die nicht als Knäuel sondern im Strang verkauft werden. Sie strickt sich nicht nur gut, sondern hat auch tolle Farben.

Die handgefäbte Sockenwolle von Opal in der Farbe „Antarktis“.

Auch an ganz verschiedenen 4-fädigen Garnen von Regia hatte ich ausnahmslos viel Freude. Auch die Grigio von Lana Grossa lag beim Stricken sehr angenehm in der Hand, allerdings waren immer wieder größere Flusen in dem Garn versponnen, die ich vorsichtig herauszupfen musste. Vor kurzem habe ich beim Summersale der Wollmeise in Pfaffenhofen an der Ilm einige schöne Stränge Sockenwolle erstanden, die sich beim Umwickeln auch sehr angenehm angefasst haben und mit ihren absolut birillianten Farben geglänzt haben. Angestrickt habe ich sie jedoch noch nicht und ich denke auch, dass eher Tücher daraus werden, als Socken.
Viele Grüße

Tee & Kekse

Der Dreh mit der Socke

Mein gestricktes Erfolgserlebnis: Das Paar selbstgestrickte Socken – das zweite ist schon auf der Nadel.

Über das Sockenstricken habe ich schon die furchtbarsten Geschichten gehört, besonders über die furcht-bar-schreck-lich zu strickende Ferse. Strickdinger, eine Art Strickliesel für Socken und eine Flut Literatur über Socken mit dieser, jener oder am besten gar keiner Ferse stimmten mich nicht gerade zuversichtlicher. Eine liebe Freundin erzählte mir sogar, dass sie immer die angefangenen Stricksocken ihrer Großmutter bekäme, um Ferse und Spitze zu stricken. Keine besonders guten Aussichten fand ich – und hielt mich vom Sockenstricken erst einmal weit entfernt, denn schließlich gehört zum Sockenstricken ja nicht nur die mysteriöse Ferse, sondern auch ein Nadelspiel, von dem ich der festen Überzeugung war, dass fünf Nadeln genau drei zu viel wären.

Letzte Woche fiel mir dann das Buch „Von Null auf Socke“ aus dem Topp-Verlag in die Finger. Zusammen mit einer Anleitungs-DVD machte es mir aufs Erste einen ziemlich guten Eindruck und motivierte mich, es vielleicht doch noch mal mit den Socken zu versuchen. In meinem Wollvorrat wartete noch ein Knäuel Zwerger Opal „Antarktis“ auf seine Verwendung, was ich in Anbetracht der Temperaturen der vergangenen Tage ganz passend fand. Bewaffnet mit 2,5 er Nadeln und dem Anleitungsbuch habe ich einen Versuch gestartet, noch immer der festen Überzeugung, dass ich spätestens an der Ferse völlig ins Trudeln kommen würde.

Die schönen strahlenden Farben und die angenehme Verarbeitung der Opal-Garne hat es mir schon bei anderen Gelegenheiten angetan.

Der Start wurde mir durch das Buch sehr vereinfacht, denn Tabellen geben eine gute Übersicht darüber, wie viele Maschen jeweils mit 4- oder 6-fädigem Sockengarn angeschlagen werden müssen. Auch für die beiden Fersenarten Käppchen-und Bumerangferse sowie Band- und Sternkäppchen  gibt es solche hilfreichen Tabellen.

Dem Bündchen sieht man deutlich an, dass es einige Runden dauerte, bis ich den Dreh mit dem Nadelspiel raushatte, aber nachdem alle Nadeln schließlich machten, was ich wollte, war es kein Hexenwerk mehr – auch oder gerade die Ferse nicht. Zugegebenermaßen habe ich die DVD kaum verwendet, sondern den absolut großartigen sechsteiligen Sockenstrickkurs von www.nadelspiel.com, der auf youtube zu finden ist. Hier geht es zum ersten Teil. Ich benutze die Video-Anleitungen von Elizzza schon seit Längerem und komme sehr gut damit zurecht, egal ob es um Häkel- oder Strickprojekte geht. Drei der sechs Teile widmet die Dame mit dem charmanten österreichischen Akzent allein der Ferse. Schritt für Schritt habe ich mitgestrickt und dabei auf den schwierigen Teil gewartet. Was soll ich sagen? Er kam nicht.

Die Käppchenferse

Nachdem ich die Ferse ganz ohne Probleme zu Ende gebracht hatte, wollte ich es wissen: Einige Zeit später hatte ich mit Hilfe von Strickbuch und Videoanleitung auch die Bandspitze gestrickt und meinen Freund mit einem perfekt passenden Paar Socken in wunderschönen Blautönen beschenkt. Die Kombination aus Buch und Videos hat für mich perfekt funktioniert. Wer das Paar bekommt, dass es sich jetzt auf meinen Nadeln gempütlich gemacht hat, weiß ich auch schon….

Der krönende Abschluss: Die Bandspitze

Turning round with socks

Truly terrible tales I heard about the knitting of socks, especially the heel seems to be a scare-me-away problem. There are even “Strickdinger”, a kind of oversized knitting Nancy designed for making socks as well a massive amount of books on socks advising a special type of heel each or even no heel at all. That didn’t make me feel easy about knitting socks, a friend of mine added this story: Her grandma would give her any sock she is knitting just to let her do the heel and the tip. I thought  that to be a bad sign and kept away from knitting socks. Another difficult point was the use of a set of double pointed knitting needles; in Germany, five needles are common, and I’ve been sure that with a set of five there are three needless needles (sorry for this one).
Last week I came across the book  „Von Null auf Socke“  (“from zero to sock”) published by Topp. There was a DVD with instructional movies and my first impression was good enough to give socks a try. In my stash of wool there was a skein of “Zwerger Opal Antarktis’”, looking at the quickly rising outside temperatures for sure the yarn of choice. I got myself a set of 2.5 mm needles, took the instruction and went to work on my first experiment in sock knitting – still absolutely convinced never to get over the heel.
Getting off is really simplified by the size tables given in the book, the give a nice overview on the number of stitches necessary for different foot sizes. There are tables for 4-thread-yarns as well as 6-thread-yarns. More tables are given for two types of heel making, the turned (flapped) heel, the Boomerang heel, and another set of tables for making the toe section. To knit the turned sock heel, a flat flap is knitted that is half the stitches of the leg section wide; this is divided into three parts and knitting continues while decreasing on the edges. Next, the gauge is formed by picking up stitches on the flat edges and continuously decreasing until the original number of stitches is reached. I’m not sure about the naming of the heels, probably someone can identify the heel by this short description and give me a comment.
Well, the cuff ribbing it shows that I needed some rounds to get used to working with five needles. After some time the needles started to behave the way they are supposed to, and the round knitting went from witchcraft to normality. Even the heel ended up to manageable with the instructions. I have to admit that I rarely used the DVD instruction but instead I used the absolutely brilliant course on sock knitting in six lessons, which I found on www.nadelspiel.com, you can find it on youtube. Here is the link to the  first part. I’m using the video instruction from Elizzza for some time by now, for me they are very useful for knitting and crocheting just the same. Three parts of the socks course by the women with the charming Austrian accent are committed to the heel alone. Step-by-step I knitted along, waiting for the difficult part – but there was not difficult part in the end.
When I finished the heel without any problem occurring I got courageous: With assistance from the knitting book and a video instruction I finished the socks with a line tip. I gave this pair of perfectly fitted socks in beautiful shades of blues as a gift to my boyfriend. The combination of book plus videos worked for me flawlessly. The next pair of socks is already on the needles, and I know someone who will be the happy owner in a not too distant future.

Frohe Ostern – Happy Easter

Als ich heute morgen aus dem Fenster sah, war mir mehr nach Weihnachten als nach „frohen Ostern“, die ich Euch allen wünsche. Ich hofe, Ihr verbrignt einen schönen und entspannten Tag mit den Menschen, die Ihr gern habt.

Looking out of the window this morning it felt more like „Merry Christmas“ than like „Happy Easter“. I wish all of you a nice and pleasant day with your beloved ones.