Englischsprachige Strickanleitungen verstehen leicht gemacht Teil 1

k2, p2, yo… Hä? Englischsprachige Strickanleitungen können auf den ersten Blick wirklich verwirrend sein. Das Schulenglisch ist schon ziemlich eingerostet und die vielen Abkürzungen erscheinen mehr als kryptisch. Aber keine Sorge, es ist nicht halb so kompliziert wie es auf den ersten Blick erscheint. Ich habe für euch eine ganze Reihe an Tipps zusammengestellt, damit ihr schon bald ganz entspannt nach eurer ersten englischen Strickanleitung stricken könnt. Als Beispiel – und aus aktuellem Anlass – habe ich jetzt mal da Muster für ein hübsches Bolerojäckchen herausgesucht:

Maßvoll – Inch vs. cm

Bevor wir uns aber auf das konkrete Projekt stürzen, ein paar Tipps zum Anfang: Es ist immer eine gute Idee, die entsprechenden Größenangaben in der Anleitung mit Textmarker anzustreichen, dann fällt schon mal eine Fehlerquelle weg. An dieser Stelle trefft ihr auch schon auf die erste Besonderheit englischsprachiger Strickanleitungen: Gemessen wird meist in Inch statt in unseren gewohnten Zentimetern. Verdammt…. könnte man denken, aber da gibt es einfache Hilfe in Form eines Maßbands, das auf einer Seite die metrische Skala aufgedruckt hat und auf der anderen die Angaben in Inch. Das spart jede Menge Umrechenarbeit – und ein gutes Maßband kann man schließlich immer brauchen.

Andererseits hilft hier auch Google weiter. Einfach die gewünschte Inch-Zahl und „cm“ in das Suchfeld eingeben und schon bekommt man das Ergebnis auf dem virtuellen Silbertablett:

google converter Tool umrechnen Strickanleitungen

Strickenglisch

Nachdem dieser Schritt erledigt ist, können wir anfangen, uns mit dem Strickenglisch auseinanderzusetzen. Das Schulenglisch hilft da meist nur bedingt weiter, denn wer hat damals schon gelernt was cast on, bind off oder yarn over bedeutet? Also muss ein spezielles Wörterbuch her. Mit dem Strickdix bietet die Betreiberin von Alpis Sockenwolle ein umfangreiches kostenloses Online-Strickwörterbuch, das ich nur empfehlen kann. Um zu verstehen was gemeint ist, reicht es meist völlig aus, die Anleitungen Wort für Wort zu übersetzen. Ein schicker Satzbau oder tolle Formulierungen braucht es zumindest in diesem Zusammenhang nicht.

Den roten Faden finden – Wolle und Nadeln

Wie bei jedem anderen Projekt fragt man sich am Anfang natürlich: welche Wolle brauche ich und wieviel überhaupt? Bleiben wir beim Beispiel des Bolerojäckchens: bei „Materials“ finden wir die Angabe, dass je nach Größe 5-9 Balls, als Knäuel „Crystal Palace Yarns Merino 5“ benötigt werden. Weil zumindest ich hier auf die Schnelle kein Garn von Crystal Palace Yarns herbekomme, brauche muss ein Ersatz her. Und dafür die Lauflänge des Garns. Hier hilft mir immer die äußerst umfangreiche Garndatenbank von ravelry.com.

ravelry Garndatenbank Hier finde ich die Lauflänge „Yardage“ gleich von Yards in Meter umgerechnet und auch die Nadelstärke „Needle Size“ wird sowohl in der amerikanischen Maßeinheit (ja, auch die ist anders als bei uns….) und in den gewohnten Millimetern angegeben. Die Anleitung für das Bolerojäckchen hält unter „Needles“ also Stricknadeln ebenfalls beide Angaben bereit, aber das ist nicht in allen Anleitungen der Fall. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass in Großbritannien und Kanada nochmal eine andere Maßeinheit für Stricknadeln verwendet wird. Hier findet ihr eine entsprechende Umrechnungstabelle, in der alle drei Maßeinheiten enthalten sind. Das war ganz schön viel auf einmal. Deswegen lasse ich es für heute gut sein. Im zweiten Teil von Englischsprachige Strickanleitungen verstehen leicht gemacht, geht es dann weiter mit einem genaueren Blick auf die Anleitung selbst.

Hast du eine spezielle Frage zu einer englischsprachigen Anleitung? Hast du einen tollen Tipp oder ein hilfreiches Tool? Immer her damit! Ich freue mich schon, im zweiten Teil eure Fragen zu klären…

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Zigzagular Socks – Es wird bunt, Baby!

zigzagular socksIn einem früheren Post habe ich euch von der Färbeaktion mit Ostereierfarben erzählt, bei dem unter anderem der Strang oben entstanden ist. Nachdem er eine ganze Weile im Stash schlummerte, habe ich ihn jetzt angestrickt und muss sagen Yeeeaaahhh! Ich bin total begeistert, weil es einfach so großen Spaß macht, beim Stricken zuzuschauen, wie sich die Farben entwickeln.

Doch was ist es eigentlich geworden? Ich wollte aus dem Knäuel etwas für mich etwas stricken, dass ich regelmäßig benutzen kann. Ein Tuch erschien mir irgendwie zu Bunt. Handstulpen? Hmmm… weiß auch nicht. Schließlich sind es nach langer Zeit mal wieder Socken geworden. Und zwar die Zigzagular Socks von Susie White.

Das Muster ist einfach zu stricken und geht deshalb auch ziemlich leicht von der Hand. Genau das Richtige für einen gemütlichen Fernsehabend oder eine längere Zugfahrt. Für dieses Modell habe ich 64 Maschen angeschlagen und stricke meine Socken wie immer mit den 3 mm Cubics von Knit Pro. zigzagular socksIhr seht: Socke Nr. 1 ist schon fast fertig, der zweite wird sicher auch nicht lange auf sich warten lassen. Besonders klase fand ich, dass sich beim Stricken ein schickes Ringelmuster ergeben hat. Weil ich beim Färben noch garnicht wusste, was aus dem Strang werden sollte, war das nicht beabsichtigt, aber es schaut doch wirklich so aus, als hätten aus diesen Strang wirklich Socken werden müssen…. zigzagular socksHier nochmal ein kleines Detail von der Ferse. Weil sie (wie eigentlich alle meine Socken) als Käppchenferse gestrickt habe, ist hier kein Ringelmuster entstanden, sondern ein wunderschöner Farbverlauf, den ich euch nicht vorenthalten wollte…

Habt ihr die Zigzagular socks auch schon mal gestrickt? Ich freu mich auf eure Varianten!

3 Wege, um mit dem Stricken anzufangen

3 Wege, mit dem Stricken anzufangenImmer wieder höre ich „ich würde gerne mit dem Stricken anfangen, weiß aber nicht so recht wie…“ Natürlich lässt sich diese Frage nicht so pauschal beantworten, denn schließlich hat da jeder so seiner Vorlieben. Grundsätzlich gilt: es hilft nur Üben, aber um die Basics zu lernen und einen ersten Einstieg ins Thema zu bekommen, gibt es ganz unterschiedliche Ansätze.

Wie war das bei Euch in Schule oder Studium? Habt Ihr Neues am besten durch Hören anschauen oder Ausprobieren bzw. Aufschreiben aufgenommen? Nehmt Euch einen Moment Zeit und versucht Euch zu erinnern, denn das könnte auch ein wertvoller Hinweis auf die passende Methode sein, mit der Ihr das Stricken lernen könnt.

 Frag nach

Dieser Rat mag banal klingen, ist tatsächlich aber Gold wert: Schnapp dir jemanden, der es schon kann und lass es dir erklären. Vielleicht eine Freundin, der nette Kollege (ja, auch so was gibt es), Mutter oder Schwiegermutter. Sucht euch eine ruhige und ungestörte Ecke und schon kann es losgehen. Hier kommen all diejenigen auf ihre Kosten, die am besten durch intensive Beschäftigung mit einem Thema, Diskussion und ausprobieren lernen.

Im Freundes- oder Bekanntenkreis findet sich wirklich niemand, den ihr fragen wollt oder könnt? Dann versucht es mal bei der örtlichen Volkshochschule, einer Familienbildungsstätte, Verbraucherzentrale oder dem nächsten Handarbeitsladen. Häufig werden Anfängerkurse angeboten, an denen ihr nicht nur die Basics lernen, sondern auch gleich neue Leute kennenlernen könnt.

Klappt es dann schon ganz gut mit den rechten und linken Maschen, könnt ihr euch auf den Weg machen und ein Stricktreff suchen. Die mehr oder weniger regelmäßigen Treffs gibt es inzwischen in sehr vielen Städten. Hier trefft ihr gleichgesinnte, könnt nachfragen, wenn mal was nicht klappt, motiviert euch gegenseitig und schafft es so spielend, am Ball (oder Knäuel) zu bleiben. Einfach mal auf der Strickcommunity ravelry.com beziehungsweise auf facebook schauen oder im Wollgeschäft eures Vertrauens nachfragen.

Schau hin

Ihr nehmt Neues lieber in aller Ruhe daheim im stillen Kämmerlein auf? Dann ist das Internet dein Freund (wenn es das nicht sowieso schon ist). Das Zauberwort heißt YouTube. Ab vor den PC, legt euch Nadlen und Wolle bereit und dann kann es auch schon losgehen. Tolle Videochannels für Anfänger und Fortgeschrittene, die ich nur empfehlen sind:

Nadelspiel

Redaktion Hug

Ana Kraft

Also los: Entspannt anschauen, Pause drücken, ausprobieren und das Ganze dann von vorne. Klappt schon, ihr werdet sehen! Und wenn es so gar nicht funktioniert: Das Schöne am Web 2.0 sind ja die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten…

Neben freien Videos hat das Netz inzwischen auch mehrere Anbieter von kostenpflichtigen, aber eben auch super gemachten Online-Video-Classes zu bieten. Das wären einmal Makerist und dann noch cratsy.com für die englischsprachige Welt.

Lies nach

Wenn ihr ein neues Thema für euch entdeckt, deckt ihr euch mit meterweise Literatur ein und wollt am liebsten alles darüber nachlesen? Dank des DIY-Booms der vergangenen Jahre werden das ganz schön viele Bücher… Wenn ihr nicht gerade Hunderte von Euros ausgeben wollt (das kommt dann später noch. Ich sag nur: Wolle….) lohnt ein Gang in die örtliche Bücherei. Ihr könnt aber auch mal Mutter bzw. Tante nach Handarbeitsbüchern fragen oder auf einem Bücherflohmarkt stöbern. Die Technik des Strickens hat sich schließlich seit anno dazumal nicht wirklich verändert.

Für den Anfang kann ich euch außerdem einen schmalen aber dafür umso reichhaltigeren Band „Stricken – So einfach geht’s“ von GU empfehlen. Darin gibt es nicht nur tolle Projekte, sondern auch eine passende App mit Strickvideos und anderen coolen Features. Am besten ihr schaut mal in die Rezension, die ich dazu geschrieben habe.

Wenn du schon stricken kannst: Wie hast du es gelernt? Wenn nicht: Haben dir meine Tipps geholfen? Ich bin schon gespannt auf deine Antwort.

Webstich, Leinenstich oder Linen Stitch stricken – so geht’s

Vor Kurzem habe ich das DIY-Buch „Stricken – So einfach geht’s“ vorgestellt. Bea fragte jetzt, ob der sogenannte Webstich, Leinenstich oder Linen Stitch dort auch erklärt wird. Nein Bea, leider wird dieser Stich dort nicht erklärt, aber kein Problem, das holen wir einfach hier nach.

Übrigens: Ein Exemplar von „Stricken – So einfach geht’s“ könnt Ihr aktuell gewinnen. Also hüpft gleich rein in den Lostopf….

Webstich_Linenstitch

So sieht der Webstich in der Nahaufnahe aus. Der Blick auf das Bild macht auch gleich klar, woher der Stich seinen Namen hat: Die Maschen werden abwechselnd gestrickt und abgehoben, so dass ein Maschenbild entsteht, das ein wenig aussieht als wäre es gewebt. Als Ergebnis ergibt sich ein dichtes, festes  und relativ unflexibles Strickstück.

So wird der Webstich gestrickt:

Hinreihe: *1 M re,  1 M abheben mit Faden vor der Masche*, von * bis * wiederholen. Rückreihe: *1M abheben Faden hinter der Masche, 1 M li *, von * bis * wiederholen. Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Webstich hat das versetzte Reiskornmuster, das aber nicht mit dem Webstich gleichzusetzen ist:

Das versetzte Reiskornmuster:

1. Reihe (Hinreihe): *1 M re, 1 M li * von * bis * wiederholen 2. Reihe: alle Maschen rechts stricken 3. Reihe (Hinr.): Rand-M, *1 M li, 1 M re * – von * bis * ständig wiederholen, Rand-M 4. Reihe: alle Maschen rechts stricken

Schick kombiniert

Wie immer beim Stricken sind der Fantasie wenig Grenzen gesetzt. Bei Elizzza von Nadelspiel.com habe ich eine reizvolle Kombination aus den beiden vorgestellten Mustern gefunden. Hier auf youtube findet Ihr das passende Video dazu.

Kennt Ihr noch andere tolle Webstich-Kombinationen? Ich bin gespannt….

Buchvorstellung „Stricken – so einfach geht’s“ + *Gewinnspiel*

Vor einiger Zeit stand ich im Buchladen und stöberte durch die Neuerscheinungen im Bereich DIY und Stricken - So einfach geht'sHandarbeiten. Ein kleiner, relativ schmaler Band hat mich neugierig gemacht: „Stricken – so einfach geht’s“ von GU. Ja, richtig gelesen. Bisher hat man den Verlag ja eher mit Ratgebern und tollen Kochbüchern in Verbindung gebracht, seit nicht ganz zwei Monaten gibt es jetzt auch Ratgeber zu Handmade-Themen wie Stricken, Häkeln, Sticken oder Nähen. Weil das Strickbuch von Jessica Bewernick (Macherin von schoenstricken. de)  sich für Neueinsteiger ebenso lohnt wie für diejenigen, die ihr Wissen wieder auffrischen oder ein bisschen vertiefen wollen, stelle ich den Kreativratgeber heute vor. Wenn Ihr Lust bekommen habt, mal in diesem Buch zu blättern und das ein oder andere auszuprobieren, kein Problem. In Zusammenarbeit mit GU verlose ich ein Exemplar von „Stricken – So einfach geht’s“. Mehr Infos zum Gewinnspiel gibt es am Ende des Posts.

Der rote Faden

Das Buch besticht durch Einfachheit. Einfache Projekte, einfache und gut verständliche Erklärungen. Wichtige Materialien, Werkzeuge und Zubehör werden im Theorieteil kurz und knackig vorgestellt. Man erfährt unter anderem, wie das mit der Maschenprobe geht, was die vielen geheimnisvollen Dinge auf einer Garnbanderole zu bedeuten haben und welche Utensilien angehende Strickerinnen und Stricker unbedingt im Gepäck haben sollten. Alle wichtigen Grundlagen werden in schön gestalteten Illustrationen erklärt und gleich in konkreten Projekten umgesetzt. Durch diese Verknüpfung von Theorie und Praxis sind nicht nur schnelle Erfolgserlebnisse garantiert, man muss nicht ewig lang blättern, bis man etwas findet.

Learning by doing

Vom kraus rechts gestrickten Loopschal über trendige Becherwärmer (Hallo Weihnachtsgeschenke …) bis hin zur mehrfarbigen Tablet-Tasche steigert sich der Schwierigkeitsgrad langsam aber stetig. Sitzen die Grundlagen, geht es Schritt für Schritt tiefer in die faszinierende Welt des Strickens: Flach- und Rundstricken, Intarsienstrickerei oder Jacquardstricken, insgesamt 15 Projekte in verschiedenen Techniken haben ihren Weg in das 64-seitige Buch gefunden. Wie ging das noch mal? Ihr lasst Euch neue Stricktechniken lieber zeigen oder lernt sie per Video? Auch dann ist das Buch das richtige für Euch bzw. die passende App dazu. Einfach GU Kreativ-Plus App runterladen, passendes Projekt- oder TeStricken - So einfach geht's App Strickbuch kostenloschnikbild scannen und loslegen. Die App enthält Videos der gezeigten Grundlagentechniken, damit Ihr Euch alles noch mal in Ruhe anschauen könnt. Das Projekt, an dem Ihr gerade arbeitet, könnt Ihr abspeichern und habt es so immer dabei. Das gilt auch für den virtuellen Einkaufszettel, der dabei hilft, im Laden nichts zu vergessen. Wenn kein Handarbeitsgeschäft in der Nähe ist, auch kein Beinbruch: Mit der App lassen sich die meisten Materialien direkt und bequem bei DaWanda bestellen.

Gewinn mich….

Ein rundum gelungenes Buch also, das ich Euch absolut empfehlen kann. Ein Exemplar könnt Ihr gewinnen, wenn Ihr bis 11.04.2015 einen Kommentar unter diesem Betrag hinterlasst und verratet, welche Stricktechnik Ihr gern lernen würdet. Das Buch wird dann unter allen Teilnehmern verlost. Vergesst also nicht, eine Kontaktmöglichkeit zu hinterlassen.

Viel Glück!

Und weil ich die Idee des virtuellen Bücherregals von Goldkind richtig klasse finde, habe ich das Buch auch da gleich eingestellt.

Die verstrickte Dienstagsfrage #106

…ist heute genau genommen gar keine Frage. Die Anweisung des neugierigen Wollschafs lautet statt dessen „Führe den Satz fort mit dem ersten Gedanken, der Dir dabei in den Sinn kommt.“ Gerne doch. Also….

“Ich stricke, also… habe ich ständig irgendwas auf den Nadeln!“

Loop_Joji_Locatell_2

Was genau?

Diesmal ist es ein Loop nach der Anleitung „To infinity and beyound“ von Joji Locatelli. Das Muster, das Ihr kostenlos auf ravelry.com findet, strickt sich super. Schon nach kurzer Zeit hatte ich den Bogen raus und musste nur noch von Zeit zu Zeit auf die Anleitung spicken.

Mit seinen Lochmustern und Zöpfen ist der Loop nicht ganz anspruchslos, aber doch immernoch so, dass er sich gut nebenher stricken lässt. Nach dem Spannen kommt das Muster besonders gut zur Geltung, ich finde ja, es hat was von knospenden Frühlingsblumen, wie man sie jetzt überall spießen sieht.

Verwendet habe ich dafür ein Knäuel Zauberball, leider ist mir das Etikett abhanden gekommen, aber ich denke, es ist die Farbe „Charisma“: pink, schwarz und ein Hauch dunkelblau.

Gestrickt habe ich der Anleitung entsprechend mit Nadeln in Stärke 3,5 – eine gute Wahl, denn so ist er locker und leicht geworden.

Hier das Ganze im Detail….

Loop_Joji_Locatell_1

Lesen & Stricken: Warme Füße und eine Prise Dynamit

Heute gibt es auf Tee & Kekse mal wieder etwas für alle Sinne, na ja, sagen wir: für fast alle Sinne. Es ist ein neues Paar Filzpantoffeln von den Nadeln gehüpft und ich habe einen Buchtipp für Euch, der sich doch ziemlich von dem unterscheidet, was ich hier sonst so empfehle. Vielleicht gefällt es Euch trotzdem. Oder gerade deswegen. Wer weiß?

Strickfilzen & färben mit PflanzenfarbenFilzpantoffeln stricken Anleitung selbermachen

Also Puschen an und ab aufs Sofa. Das neueste Paar ist wieder nach der altbekannten und bewährten Methode fürs Strickfilzen entstanden, die ich im Beitrag Strickfilzen: So geht’schon mal ausführlich vorgestellt habe. Das besondere an diesem speziellen Paar ist die Wolle.

Bis auf das dunkelrot habe ich alle Garne selbst mit Pflanzenfarben gefärbt. Die beiden Brauntöne im Fersenbereich sind durch eine Kaltfärbung mit getrockneten Walnussschalen entstanden. Wie ich im Nachhinein gelesen habe, hätte ich die Schalen wohl besser frisch verwendet, um eine kräftigere Farbe zu bekommen, aber sei es drum.

Richtig gut geworden sind dafür das strahlende Gelb und das Moosgrün. Diese beiden Farben sind das Ergebnis einer Färbeaktion mit frisch geerntetem Rainfarn, der dann auf dem offenen Feuer brodeln durfte. Das Gelb des Rainfarns haben wir dann noch mit Eisensulfat zu Grün weiterentwickelt – eine tolle Aktion, die wir dieses Jahr unbedingt wiederholen wollen.

Books & Braun: mit Schirm, Charme und Dynamit

Pip Ballantine Tee Morris Books & Braun Das Zeichen des PhönixLondon, Ende des 19. Jahrhunderts: Eliza Braun, Agentin ihrer Majestät Königin Victoria im Ministerium für Eigenartige Vorkommnisse hat eine ziemlich undamenhafte Vorliebe für Sprengstoffe, hasst Opern und trägt ihr kugelsicheres Korsett nicht zum Spaß. Weil auch ihren sonstigen Vorgehensweisen eher unorthodox sind, bekommt sie statt des nächsten actionreichen Außeneinsatzes einen Platz als Assistentin des höchst akribischen Archivars Wellington Books zugewiesen. Doch die Auszeit im Archivkeller währt nur kurz, denn dunkle Geheimnisse warten auf dringende Aufklärung: Was hat es mit den blutleeren Leichen auf sich, die am Ufer der Themse gefunden werden? Welche grauenvollen Dinge musste Elizas Ex-Partner Harry erleben, die ihn schließlich in die berüchtigte Irrenanstalt Bedlam brachten? Schnell kommt das ungleiche Ermittlerduo auf die Schliche einer Geheimgesellschaft mit diabolischen Absichten, deren Kontakte bis in die höchsten Kreise reichen.

Dunkle Gassen, fiese Schurken – Abwechslung garantiert!

Wie das Cover des Buchs mit seinen Zahnrädern es schon vermuten lässt, handelt es sich bei „Books & Braun – Das Zeichen des Phönix“ um einen Steampunkroman. So gibt es zahlreiche fantastische Hilfsmittel und anstaunenswerte Gerätschaften, die die Ermittlungen von Books& Braun mal behindern, mal vorantreiben, aber immer spannend gestalten. Die Autoren schaffen mit viel Liebe zum Detail ein viktorianisches London, wie man es sich vorstellt: Dunkle Gassen, fiese Schurken, trickreiche Straßenkinder, formvollendete Gentlemen in stilvolle Garderoben und eine Gesellschaft im Umbruch. Diese Detailverliebtheit sorgt für ein überaus lebendiges Bild, sorgt aber leider an der ein oder anderen Stelle dafür, dass die eigentliche Story ein wenig ins Hintertreffen gerät. Trotzdem schaffen es die Autoren Pip Ballantine und Tee Morris es immer wieder mit waghalsigen Verfolgungsjagden oder Knalleffekten im wahrsten Sinne des Wortes, den Leser zu fesseln. Wie auch die Hauptfiguren tappt er lange Zeit im Dunkeln, was die Absichten und Ziele der Geheimgesellschaft betrifft.

Lesevergnügen ist so oder so garantiert und sei es, um Books & Braun dabei zu beobachten, wie sie sich zusammenraufen, im Flair des viktorianischen Englands zu schwelgen oder die außergewöhnlichen Stempunk-Erfindungen des Autorenduos zu bewundern. Zum absoluten Pageturner wurde das Buch für mich spätestens, als die beiden Ermittler ihren Widersachern sehr nahe kommen. Als hätten sich Ballantine und Morris jetzt warm geschrieben, stimmt hier alles: die dichte Atmosphäre und eine Spannung, die die Seiten fast schon alleine zum Umblättern bringt. Eine echte Abwechslung für alle, die gern Krimis & Thriller lesen, aber auch fantastischen Elementen nicht abgeneigt sind.

Mehr Lesevergnügen mit Books & Braun

Die gute Nachricht: Books & Braun haben inzwischen 8 Fälle gemeinsam bestritten. Auf Deutsch erschienen sind aber bisher leider nur Das Zeichen des Phönix und Die Janus-Affäre. Auf Nachfrage heißt es bei LYX, dass auch keine weiteren deutschen Übersetzungen der Abenteuer geplant sind. Wenn Ihr einigermaßen sattelfest in englisch seid und wissen wollt, was für Neuigkeiten es im Ministerium für Eigenartige Vorkommnisse gibt, auf der Homepage zur Serie erfahrt Ihr mehr.

Alle Infos auf einen Blick:

Pip Ballantine und Tee Morris: Books & Braun – Das Zeichen des Phönix. Egmont LYX 2012. ISBN: 978-3802586439.

Und Ihr, was habt Ihr gerade für Strick- und Buchempfehlungen auf Lager? Ich freu mich auf Kommentare.