Red Herring Scarf – Rollhering auf Nadeln

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Ich stricke unglaublich gerne. Wenn ich unterwegs bin oder irgendwo warten muss, ist so ein kleines Strickprojekt genau richtig, um Wartezeiten sinnvoll zu überbrücken. Ich kann so meinen Gedanken nachhängen, nebenher entspannt Musik oder einen Podcast hören und mich darüber freuen, dass ich ein Ergebnis sehe und etwas mit den Händen getan habe.
Besondere Freude macht es mir, etwas für jemanden zu stricken, bei dem ich weiß, dass die Person es brauchen kann, sich vielleicht sogar von mir gewünscht hat. Dann stricken sich viele Meter Wolle oft wie von alleine.

Anleitungen ernst nehmen

Das sind die schönen Momente. Dann gibt es auch Momente, die frustrieren, wenn ich sehe, dass die Dinge einfach nicht funktionieren, wie sie sollen.
Einen solchen Moment habe ich gerade mit dem Red Herring Scarf, den es als kostenlose Strickanleitung auf ravelry zum Download gibt. Der Schal hat mir gut gefallen wegen des Fischgrätmusters, das Muster ist einfach zu merken und lässt sich entspannt stricken. Nur: Ich hätte wohl den einen entscheidenden Satz in der Anleitungsbeschreibung etwas ernster nehmen sollen: „This pattern uses a stockinette-based stitch and thus has a strong tendency to curl.“
Das tut er. Und wie. Dieser Schal rollt sich wie eine Zimtschnecke. Am Anfang war das noch kein Problem, doch jetzt, wo ich das zweite Knäuel schon zum Teil verstrickt habe, zeigt sich: das wird so nicht funktionieren.

Deswegen kann ich diese Anleitung nicht empfehlen.

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Entrollen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Je nach gewähltem Garn gibt es mehrere Möglichkeiten, damit umzugehen. Hier habe ich euch einen sehr informativen englischsprachigen Artikel verlinkt, der sich genau mit diesem Problem beschäftigt.
Für alle die des (Strick)englischen nicht mächtig sind, habe ich mehrere Möglichkeiten hier ganz kurz zusammengefasst, die man versuchen kann, wenn sich ein Schal rollt, wie dieser es gerade tut:
1.) Waschen und Spannen. Das funktioniert je nach gewählter Wolle mehr oder weniger gut. Rollt der Schal nur wenig, lässt sich damit durchaus etwas erreichen.
2.) Nachträglich einen Rand anstricken, zum Beispiel im Perlmuster, das nicht die Tendenz zum Rollen zeigt.
3.) Nachträglich ein Fleecefutter einnähen, das den Schal am Einrollen hindert.

Meine Lösung: Ribbbeln

Das ist das Schöne an Dingen, die nicht auf Anhieb funktionieren: man lernt immer Neues dazu. Ich habe mich jetzt allerdings dazu entschieden, die Nadeln zu ziehen, die Wolle aufzuwickeln und es mit einem anderen Muster zu probieren. Waschen und Spannen werden nicht ausreichen, ein nachträglicher Rand würde bei einem Schal mit einem sowieso schon angestrickten Rand merkwürdig aussehen und da ich deutlich besser Stricke als Nähe, würde ein nachträglich eingenähtes Fleece das Ganze nicht unbedingt schöner machen.

Ich werde mich nach einem anderen Muster umschauen und diesmal garantiert aufmerksamer die Anleitungsbeschreibung und die Erfahrungen anderer Raveler lesen.

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Mein buntes Jahr – Heimwerken, Dekorieren, Feste feiern mit Bine Brändle

 

 

Mit Blick auf Tee & Kekse scheint es mir tatsächlich so, als sei der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert. Ich habe eine meeeega lange Liste mit Dingen, die ich ausprobieren und zeigen möchte, aber schaffen, puh, da wird es irgendwie schwierig… Geht das eigentlich nur mir so?

 

Mein buntes Jahr

So zum Beispiele auch mit diesem tollen Titel aus dem TOPP Verlag, das ich euch schon seit einer Weile unbedingt vorstellen möchte. Es ist bunt und voll schöner farbenfroher Ideen für das ganze Jahr. Die Rede ist von „Mein buntes Jahr“, dem neusten Werk von Bine Brändle.

Wer mal eben eine witzige Idee für eine ausgefallen Partydekoration sucht, wird genauso fündig wie diejenigen, die Anregungen für individuell gestaltete Kerzenständer oder ein Regal suchen, in dem endlich alle Geschenk- und Dekobänder sauber aufgeräumt sind, ohne dass es ein heilloses Kuddelmuddel gibt.

Die Farbe macht‘s

Geordnet nach Jahreszeiten stellt Bine Brändle große und kleine DIY-Projekte vor. Mit liebevollen Illustrationen und tollen Fotos versehen ist es aber auch eine tolle Inspirationsquelle, wenn man kein konkretes Projekt, aber eine ungewöhnliche Farbkombination sucht. Davon gibt es hier viele – und das ist rundum positiv gemeint. Denn mit ihren Kreativideen für den Winter zeigt die Autorin, dass auch hier deutlich mehr geht als Gold und Tannengrün. Nicht dass Gold schlecht wäre, auf Kürbissen erzeugt es nämlich einen absoluten Wow-Effekt.

Der Wow-Effekt

Bine Brändle: Mein buntes Jahr, bunte KerzenständerDieses Gefühl hat sich bei mir auch bei anderen Projekten eingestellt. Es ist großartig zu sehen, wie Bine Brändle mit Farben, Formen und Mustern spielt und so einen Stil kreiert, der ebenso markant wie einmalig ist.

Was mir an dem Buch richtig Spaß gemacht hat, sind auch die Galerien, in denen Leser zeigen, wie sie die Ideen von Bine Brändle interpretiert haben. Das zeigt, dass Kreativität nichts mit dem sklavischen Abarbeiten von Anleitungen zu tun hat und macht denen Mut, die vor dem Selbermachen immer noch ein wenig zurückschrecken, weil sie sagen „so bekomme ich das doch sowieso nicht hin“.

Mein „Hä?“-Moment

Das Buch mit seinen Vielfältigen Projekten gefällt mir richtig gut – trotzdem möchte ich den kleinen „Hä?“-Moment nicht verschweigen, den ich beim Durchblättern hatte. Die Renovierungsanleitung für den Töpferkeller fand ich schon irgendwie rührend. Ganz ehrlich: ich freue mich für Bine Brändle, dass sie diese Möglichkeiten hat und nutzen kann. Kann nur leider nicht jeder. Persönlich hätte ich mich über einen Tipp gefreut, wo ich nach einer Töpferwerkstatt suchen kann, wenn in meinem Keller nur Wäscheständer und Waschmaschine Platz haben. Zum Beispiel beim Verbund offener Werkstätten.

Unterm Strich: tolle Inspirationsquelle für alle Fans von Farbefeuerwerken und Formexplosionen, die die Welt mit ihren Kreativ-Projekten gern ein wenig bunter machen wollen.

Bine Brändle: Meinbuntes Jahr, bunte Blumentöpfe

Auf einen Blick

Bine Brändle: Mein buntes Jahr, Topp Verlag 2016
ISBN: 9783772475436
Preis: 22,99 Euro

 

 

 

 

 

Bunte Sockenwolle: Passende Muster finden

Erst vor Kurzen habe ich hier über meine schwierige Suche nach einem geeigneten Muster für ein Knäuel bunte Sockenwolle geschrieben. Mein Ziel: Ich wollte Socken stricken mit Muster, aber bitte so, dass das Muster hinterher noch als solches erkennbar ist und nicht völlig hinter der bunten Wollpracht verschwindet. Ihr wart so lieb, mir mit passenden Mustern weiterzuhelfen. Deshalb möchte ich mich heute revanchieren: Ich habe für Euch eine Linkliste mit Euren Mustervorschlägen zusammengestellt und noch weitere kostenlose Muster für bunte Sockenwolle, über die ich bei der Erstellung der Liste gestolpert bin. Also: Los geht’s!

Und weil ich ohne Übertreibung sagen kann, dass das Stricken meiner aktuellen Socken heute Nachmittag mit Freunden auf dem Balkon eine echte Sonntagsfreude war, nehme ich mit diesem Artikel auch eben daran teil….

Kostenlose Muster für bunte Sockenwolle

Von Tanja von stricken und mee(h)r kam der Vorschlag für viereckige Socken: http://www.ravelry.com/patterns/library/viereckige-socken

Monika schlug vor, es doch mal mit Hermione’s every day socks zu probieren. Habe ich auch direkt gemacht, mehr dazu später…

Butterblume hat die Idee gehabt, das hübsche Kaffeeeböhnchenmuster zu verwenden. Hier findet Ihr das kostenlose Strickmuster „Frischer Kaffee“ von Fräulein Wollga. Ebenfalls ein Vorschlag von Anne war „The Dazzler“, ein hübsches Musterm, das so tut, als wäre es ein Zopf.

Wenn es darum geht, Muster für bunte Sockenwolle zu finden, ist die Designerin Regina Satta eine gute Anlaufstelle. Bei meiner Suche hatte ich das ganz vergessen, sonst wäre ich vielleicht auch schneller auf einen grünen Zweig gekommen. Hier findet Ihr die farbenfrohen Kreationen. Die meisten ihrer Muster können gegen Bares erworben werden, aber das ein oder andere freie Muster ist auch dabei.

Die Muster Regenbogenketten und Harmonie habe ich auch noch entdeckt und wollte sie Euch mit auf die Liste setzen. Für alle die mehr Lust auf Stinos als auf aufwändige Mustersocken haben, aber sich zumindest eine kleine Abwechslung wünschen.

Hermione’s Everyday Socks

Wie versprochen hier noch ein paar Worte dazu, wie es jetzt mit meinem eigenen Sockenprojekt weitergegangen ist, das ja der Ausgangspunkt dieser Recherchen war.

Hermiones everyday socks

Socke Nummer eins ist schon fertig. Hat Spaß gemacht und ging dank einfachem Muster natürlich auch recht schnell. Nach einem gemütlichen sonntäglichen Ratsch beim Kaffee wächst auch das zweite Teil des Paars flott vor sich hin. Yeeaaah!

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Das Minimalmuster von Hermione’s Everyday Socks ist genau richtig für diese doch recht unruhige, aber einfach schöne Sockenfarbe, über die ich Euch ja hier schon ein wenig mehr erzählt habe

Der Musterschlucker

Auch wenn es jetzt (von gewissen Rückschlägen abgesehen) wettertechnisch stark in Richtung Sommer geht, habe ich mal wieder Socken auf der Nadel.

Aus einem Knäuel ONline Supersocke 4-fach Merino Color in vielen schönen Lilatönen (Colorway 1784) will ich ein paar Socken für die nette Kollegin stricken. Weil das ein absolutes nebenher-mal-Abends-so Projekt ist, sollte auch das Muster ein einfaches sein.

Ich habe hin und her überlegt, was es denn werden soll:

Also habe ich auf ein immer wieder gern gestricktes Muster zurückgegriffen, die simple skyp socks. http://www.ravelry.com/patterns/library/simple-skyp-socks

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Die Wolle lässt sich prima stricken, damit bin ich ganz happy. Nicht so glücklich bin ich mit dem Muster. Leider geht das total unter. Aber völlig. Schade. Schließlich will ich ja, dass man das Muster auch sieht, wenn ich schon eines stricke.

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Jetzt ist guter Rat teuer: Weiterstricken und ignorieren oder ribbeln und was anderes probieren?

Habt Ihr vielleicht die ultimative Anleitung, mit der dieses Garn richtig groß rauskommt? Ich freu mich auf Eure Ideen.

 

 

 

 

Lasse Dich inspirieren mit Arne & Carlos

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Arne und Carlos beim Signieren ihrer Bücher.

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Arne & Carlos echte Stars in der Strickszene sind. Ihre Bücher wurden inzwischen in 15 Sprachen übersetzt, von den USA bis nach Japan strickt man Julekuler, die gestrickten Weihnachtskugeln, die die beiden mit ihrem ersten Buch populär gemacht haben. Gestern Abend hatte ich die Gelegenheit, die beiden bei einem inspirierenden Vortrag mit nettem get-together kennenzulernen. Vielen Dank an die Organisatoren von Schachenmayr für den schönen Abend!

Mich ht natürlich interessiert, was jemanden inspiriert, der nach sieben Büchern immernoch vor Kreativität sprüht. Deshalb habe ich Euch mal zusammengefassst, was wichtige Inspirationsquellen für das erolgreiche nowegisch-schwedische Designerduo Arne und Carlos ist.

1.) Der Garten

Ihren Garten haben Arne & Carlos vor inzwischen mehr als 10 Jahren bei ihrem Haus in Norwegen selbst angelegt. Es ist ein Traum aus Farben und Formen mit vielen Nischen zum sitzen. Wie sich das auf Ihr Design auswirkt? Das zeigt das Buch Gardenstrikk eindrucksvoll. Hier begegent einem Entspannung und Wohlgefühl auf jeder Seite.

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Julekuler – Der Trend zur gestrickten Weihnachtskugel stammt von Arne & Carlos. Pate dafür stehen die traditionellen Norwegermuster ihrer Heimat.

2.) Die Tradition

Carlos erzählte gestern, dass aus seiner Sicht eigentlich schon alles designt ist. Er und Arne orientieren sich deshalb an den textilen Traditionen ihrer Heimat und machen die traditionellen Muster mit einem Twist ins Moderne wieder relevant für die junge Generation. Dafür reisen sie viel, stöbern auf Flohmärkten und nicht zuletzt auch in ihrer eigenen Familiengeschichte. Heraus kommt ein Buch wie Norgestrikk, das traditionelle Muster, modernes Design und spannende Farbkombinationen vereint.

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So sieht die Design Line von Arne & Carlos aus. Beim Socken in Orange-Tönen handelt es sich um die Farbe „Twilight Color“, die vom Gemälde „Der Schrei“ von Edvard Munch inspiriert ist.

3.) Bildende Kunst

Für Schachenmayr haben die beiden inzwischen mehrere Sockengarne entworfen. Die selbstmusternden Garne erinnern wieder an die traditionellen Norwegermuster ihrer Heimat, hier kommt aber noch eine weitere Inspirationsquelle ins Spiel: Die Bilder des norwegischen Malers Edvard Munch. Grundlage für die einzelnen Designs dienen die Farben jeweils eines Munch-Gemäldes. So entsprich die Farbe „twilight color“ genau den Farben des Gemäldes „Der Schrei“. Faszinierend, wie aus ein und der selben Farbpalette einmal ein ziemlich verstörendes Gemälde und zum anderen wunderbar fröhliche Socken entsehen können.

4.) Kindheitserlebnisse

Erinnert Ihr Euch noch an die Zeit, als die Welt scheinbar so einfach und voller Wunder war? Die Kindheitserinnerungen von Arne & Carlos werden in ihren Designs wieder zum Leben erweckt. Arne spielte als Kind zum Beispiel sehr gerne Indianer – in ihrem neuen Buch Strikketofler findet sich gleich eine Reihe an Modellen, die dieses Thema aufgreifen und auf unterschiedliche Weise verarbeiten. In die selbe Richtung gehen natürlich auch die niedlichen Puppen, die Strikkedukker. Eigentlich, so haben die beiden erzählt, sind sie ganz ungern auf ihren Büchern abgebildet. Für das Cover von Strikkedukker haben sie sich selbst gestrickt – um wenigstens einmal darum herumzukommen.

5.) Schwierigkeiten

Was bitte sollen Schwierigkeiten inspirierendes haben, fragt man sich jetzt vielleicht. Sie sind nichts als lästig, zeitraubend und ärgerlich. Really? Für Arne & Carlos sind sie eine wirklich wichtige Inspirationsquelle. Zum einen, weil schwierige Projekte sie so richtig fordern und zu Höchstformen auflaufen lassen. Zum anderen, weil sie es schon häufig erlebt haben, dass die Ergebnisse, die entstehen, wenn man vom ursprünglichen Plan abrücken muss, so viel besser sind als alles, was man sich vorher vorstellen konnte. Deswegen: Nicht zurückschrecken, sondern Herausforderungen annehmen und schauen, wohin sie führen.

Jetzt seid Ihr dran: Was inspiriert Euch? Und wie setzt Ihr Eure Inspirationsquellen dann konkret um?

Textilmarkt 2015 im tim Augsburg

Textilmarkt im tim Augsburg 2015Bald ist es  wieder so weit: Wie in den vergangenen Jahren freue ich mich, wieder eine tolle Veranstaltung anzukündigen, den Textilmarkt im tim Augsburg. Für alle (hoffentlich nicht so viele), die das Event noch nicht kennen, hier die Kurzfassung:

Fein gewebt, fest gewalkt, kunstvoll genäht, zart verflochten, bunt bedruckt und raffiniert gestrickt …

Textilkunst, Design und textiles Handwerk in seiner schönsten Form erwarten Sie beim Textilmarkt im Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim). In den historischen Hallen der ehemaligen Augsburger Kammgarnspinnerei präsentieren 60 Ateliers individuelle Kleidung, Heimtextilien, Hüte, Lederwaren, Schmuck und vieles mehr. Der Eintritt ist frei.

Auch außerhalb des Markts kann ich ein Besuch im tim, dem Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg nur empfehlen. Tolle Exponate, ein schönes Ambiente und immer wieder interessante Workshops machen das Kommen, Bleiben und Wiederkommen zum Vergnügen…

Aber zurück zum Textilmarkt. Es gibt nicht nur die Textilkunst anderer zu bestaunen, bei verschiedenen Mitmachangeboten kann man auch selbst zum Künstler werden.

Die Mitmachvorführungen und Workshops:

– Knopfmacherhandwerk: Mit Monika Hoede und Sandra Janine Müller von der Trachtenberatung Bezirk Schwaben entstehen Sternknöpfe und Ottobeurer Knöpfe

– Filzworkshop bei Monika Fergg in der Filzwerkstatt in der Kammgarnspinnerei
– Textiles Gestalten im Werkraum des Museums

Ort: Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim), Provinostr. 46, 86153 Augsburg

Zeit: 21./22. 11. 2015, 9 – 18 Uhr

Augschburg, wo Du Wolle?

Keine Frage, Augschburg ist eine echte Handmade-City. Auch wenn ich es seit Neustem eher vom Spielfeldrand betrachte: schön, was die Fuggerstadt an kreativen Menschen verschiedensten Couleur, jungen Labels und spannenden Ideen zu bieten hat. Wer Tee & Kekse schon ein bisschen kennt, weiß: mein Handmade hat meistens Maschen, ob gestrickt oder gehäkelt ist dabei eigentlich eher nebensächlich. Für die Blogparade Augsburg bloggt stelle ich Euch jetzt, wo das Thermometer nicht mehr in dauerhafter Hochstimmung ist, die Woll-Dealer zwischen Lech und Wertach zusammenzustellen und vielleicht noch einen kurzen Hinweis zu geben, wo Ihr Anschluss findet, wenn Ihr nicht allein mit den Nadeln klappern wollt…

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Viel Spaß beim Stricken und entspannen – mir zumindest hilft es immer sehr.     Collage: Judith Strußenberg

Die Woll-Dealer

Wolle Rödel – Annastraße 2

Hier gibt es neben netter Beratung und einem breiten Wollsortiment, das vor allem aus Garnen der Hausmarke besteht Bücher, Zeitschriften und alles für diejenigen, die sich auch mal an der Sticknadel versuchen wollen.

https://www.wolle-roedel.com/shop/de/Filialen/WolleRoedelAugsburg

Restehaus Maier – Vorderer Lech 39

Der Reste Maier ist über die Grenzen Augsburgs bekannt – zurecht, denn hier gibt es alles was das Schneiderherz begehrt. Stoffe zum Niederknien, Knöpfe in allen Formen und Farben, tonnenweise Kurzwaren …seufz… Aber auf Handarbeitsfans kommen hier voll auf ihre Kosten. Neben Regia bekommt man hier auch schöne Wolle von Rowan oder das ungebrochen trendige Sortiment von MyBoshi, sowie eine große Auswahl an Inspirationen in Form von Büchern und Zeitschriften.

http://www.der-stoff.de/fillialen/augsburger-restehaus/augsburg.html

Wolle Schaefer – Maximilianstraße 33

1922 eröffnet, ist Wolle Schaefer eine echte Institution in Augsburg. Renate Abstreiter und ihr Team setzen beim Angebot voll auf Lana Grossa, Lang Yarns sowie Socken- und Trachtenwolle von Schachenmayr.

http://woll-schaefer.de/

Augenstern Wolle – Glückstraße 15

Hier gibt es Marken und Qualitäten, die man in Augsburg sonst vergeblich sucht. Wer sich einmal durch das Standard-Angebot gestrickt hat, findet hier erfrischende Abwechslung, z. B. die schönen Garnen von Atelier Zitron. Auch Veganer oder Allergiegeplagte, die trotz allem das Stricken nicht missen wollen, werden hier fündig.

http://www.augenstern-wolle.de/index.html

Woll-ke 10 – Höhenstraße 25 (Neusäß)

Ja, ich weiß: Neusäß ist nicht Augsburg, trotzdem führt Wolltechnisch kein Weg um den Laden von Annekatrin Hingst herum. Das Sortiment ist ausgesucht (Schoppel, ITO, Katja, Manos, Artesano, Lotus Yarns,…) und unter anderem bekommt man hier auch die GOTS-zertifizierte Wolle des Münchner Labels Rosy Green Wool. Ach ja, Strickkurse gibt es auch…

http://www.woll-ke10.de/index.html

Strick mit mir

Handarbeiten macht in Gesellschaft gleich doppelt so viel Spaß – finde ich zumindest. Deshalb hier noch kurz und knackig ein Überblick über die verschiedenen Stricktreffs, die ich in Augsburg kenne. Wie bei den Wollgeschäften erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ich freue mich im Gegenteil auf einen regen Austausch und neue Tipps.

Stricken im anna Café

Initialisiert von Wolle Schaefer findet jeden ersten Freitag im Monat ab 17 Uhr ein Stricktreff im anna Café statt.

http://woll-schaefer.de/75/stricktreff

Augsburg strickt!

Dieser Stricktreff ist aus der Community www.ravelry.com entstanden und pflegt dort auch eine eigene Gruppe gleichen Namens. Jeden ersten Sonntag im Monat trifft man sich hier ab 14.30 Uhr in entspannter Runde bei Kaffee und Kuchen zum Stricken und Ratschen im Bürgerhaus Pfersee (Stadtberger Straße 17).

www.ravelry.com

Stricken 2.0

Jung, nett unkompliziert. Das war die Idee, als Lisa Figas und ich diesen Stricktreff ins Leben gerufen haben. Und so ist er auch geblieben. Organisiert wird das Ganze über die Facebook-Gruppe: Stricken & Häkeln Augsburg.

Jetzt seid Ihr an der Reihe: Kennt Ihr in oder um Augsburg tolle Wollgeschäfte oder Stricktreffen, die hier auf keinen Fall unerwähnt bleiben sollen? Ich freu mich auf Anregungen!

Englischsprachige Strickanleitungen verstehen leicht gemacht Teil 1

k2, p2, yo… Hä? Englischsprachige Strickanleitungen können auf den ersten Blick wirklich verwirrend sein. Das Schulenglisch ist schon ziemlich eingerostet und die vielen Abkürzungen erscheinen mehr als kryptisch. Aber keine Sorge, es ist nicht halb so kompliziert wie es auf den ersten Blick erscheint. Ich habe für euch eine ganze Reihe an Tipps zusammengestellt, damit ihr schon bald ganz entspannt nach eurer ersten englischen Strickanleitung stricken könnt. Als Beispiel – und aus aktuellem Anlass – habe ich jetzt mal da Muster für ein hübsches Bolerojäckchen herausgesucht:

Maßvoll – Inch vs. cm

Bevor wir uns aber auf das konkrete Projekt stürzen, ein paar Tipps zum Anfang: Es ist immer eine gute Idee, die entsprechenden Größenangaben in der Anleitung mit Textmarker anzustreichen, dann fällt schon mal eine Fehlerquelle weg. An dieser Stelle trefft ihr auch schon auf die erste Besonderheit englischsprachiger Strickanleitungen: Gemessen wird meist in Inch statt in unseren gewohnten Zentimetern. Verdammt…. könnte man denken, aber da gibt es einfache Hilfe in Form eines Maßbands, das auf einer Seite die metrische Skala aufgedruckt hat und auf der anderen die Angaben in Inch. Das spart jede Menge Umrechenarbeit – und ein gutes Maßband kann man schließlich immer brauchen.

Andererseits hilft hier auch Google weiter. Einfach die gewünschte Inch-Zahl und „cm“ in das Suchfeld eingeben und schon bekommt man das Ergebnis auf dem virtuellen Silbertablett:

google converter Tool umrechnen Strickanleitungen

Strickenglisch

Nachdem dieser Schritt erledigt ist, können wir anfangen, uns mit dem Strickenglisch auseinanderzusetzen. Das Schulenglisch hilft da meist nur bedingt weiter, denn wer hat damals schon gelernt was cast on, bind off oder yarn over bedeutet? Also muss ein spezielles Wörterbuch her. Mit dem Strickdix bietet die Betreiberin von Alpis Sockenwolle ein umfangreiches kostenloses Online-Strickwörterbuch, das ich nur empfehlen kann. Um zu verstehen was gemeint ist, reicht es meist völlig aus, die Anleitungen Wort für Wort zu übersetzen. Ein schicker Satzbau oder tolle Formulierungen braucht es zumindest in diesem Zusammenhang nicht.

Den roten Faden finden – Wolle und Nadeln

Wie bei jedem anderen Projekt fragt man sich am Anfang natürlich: welche Wolle brauche ich und wieviel überhaupt? Bleiben wir beim Beispiel des Bolerojäckchens: bei „Materials“ finden wir die Angabe, dass je nach Größe 5-9 Balls, als Knäuel „Crystal Palace Yarns Merino 5“ benötigt werden. Weil zumindest ich hier auf die Schnelle kein Garn von Crystal Palace Yarns herbekomme, brauche muss ein Ersatz her. Und dafür die Lauflänge des Garns. Hier hilft mir immer die äußerst umfangreiche Garndatenbank von ravelry.com.

ravelry Garndatenbank Hier finde ich die Lauflänge „Yardage“ gleich von Yards in Meter umgerechnet und auch die Nadelstärke „Needle Size“ wird sowohl in der amerikanischen Maßeinheit (ja, auch die ist anders als bei uns….) und in den gewohnten Millimetern angegeben. Die Anleitung für das Bolerojäckchen hält unter „Needles“ also Stricknadeln ebenfalls beide Angaben bereit, aber das ist nicht in allen Anleitungen der Fall. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass in Großbritannien und Kanada nochmal eine andere Maßeinheit für Stricknadeln verwendet wird. Hier findet ihr eine entsprechende Umrechnungstabelle, in der alle drei Maßeinheiten enthalten sind. Das war ganz schön viel auf einmal. Deswegen lasse ich es für heute gut sein. Im zweiten Teil von Englischsprachige Strickanleitungen verstehen leicht gemacht, geht es dann weiter mit einem genaueren Blick auf die Anleitung selbst.

Hast du eine spezielle Frage zu einer englischsprachigen Anleitung? Hast du einen tollen Tipp oder ein hilfreiches Tool? Immer her damit! Ich freue mich schon, im zweiten Teil eure Fragen zu klären…

Zigzagular Socks – Es wird bunt, Baby!

zigzagular socksIn einem früheren Post habe ich euch von der Färbeaktion mit Ostereierfarben erzählt, bei dem unter anderem der Strang oben entstanden ist. Nachdem er eine ganze Weile im Stash schlummerte, habe ich ihn jetzt angestrickt und muss sagen Yeeeaaahhh! Ich bin total begeistert, weil es einfach so großen Spaß macht, beim Stricken zuzuschauen, wie sich die Farben entwickeln.

Doch was ist es eigentlich geworden? Ich wollte aus dem Knäuel etwas für mich etwas stricken, dass ich regelmäßig benutzen kann. Ein Tuch erschien mir irgendwie zu Bunt. Handstulpen? Hmmm… weiß auch nicht. Schließlich sind es nach langer Zeit mal wieder Socken geworden. Und zwar die Zigzagular Socks von Susie White.

Das Muster ist einfach zu stricken und geht deshalb auch ziemlich leicht von der Hand. Genau das Richtige für einen gemütlichen Fernsehabend oder eine längere Zugfahrt. Für dieses Modell habe ich 64 Maschen angeschlagen und stricke meine Socken wie immer mit den 3 mm Cubics von Knit Pro. zigzagular socksIhr seht: Socke Nr. 1 ist schon fast fertig, der zweite wird sicher auch nicht lange auf sich warten lassen. Besonders klase fand ich, dass sich beim Stricken ein schickes Ringelmuster ergeben hat. Weil ich beim Färben noch garnicht wusste, was aus dem Strang werden sollte, war das nicht beabsichtigt, aber es schaut doch wirklich so aus, als hätten aus diesen Strang wirklich Socken werden müssen…. zigzagular socksHier nochmal ein kleines Detail von der Ferse. Weil sie (wie eigentlich alle meine Socken) als Käppchenferse gestrickt habe, ist hier kein Ringelmuster entstanden, sondern ein wunderschöner Farbverlauf, den ich euch nicht vorenthalten wollte…

Habt ihr die Zigzagular socks auch schon mal gestrickt? Ich freu mich auf eure Varianten!

3 Wege, um mit dem Stricken anzufangen

3 Wege, mit dem Stricken anzufangenImmer wieder höre ich „ich würde gerne mit dem Stricken anfangen, weiß aber nicht so recht wie…“ Natürlich lässt sich diese Frage nicht so pauschal beantworten, denn schließlich hat da jeder so seiner Vorlieben. Grundsätzlich gilt: es hilft nur Üben, aber um die Basics zu lernen und einen ersten Einstieg ins Thema zu bekommen, gibt es ganz unterschiedliche Ansätze.

Wie war das bei Euch in Schule oder Studium? Habt Ihr Neues am besten durch Hören anschauen oder Ausprobieren bzw. Aufschreiben aufgenommen? Nehmt Euch einen Moment Zeit und versucht Euch zu erinnern, denn das könnte auch ein wertvoller Hinweis auf die passende Methode sein, mit der Ihr das Stricken lernen könnt.

 Frag nach

Dieser Rat mag banal klingen, ist tatsächlich aber Gold wert: Schnapp dir jemanden, der es schon kann und lass es dir erklären. Vielleicht eine Freundin, der nette Kollege (ja, auch so was gibt es), Mutter oder Schwiegermutter. Sucht euch eine ruhige und ungestörte Ecke und schon kann es losgehen. Hier kommen all diejenigen auf ihre Kosten, die am besten durch intensive Beschäftigung mit einem Thema, Diskussion und ausprobieren lernen.

Im Freundes- oder Bekanntenkreis findet sich wirklich niemand, den ihr fragen wollt oder könnt? Dann versucht es mal bei der örtlichen Volkshochschule, einer Familienbildungsstätte, Verbraucherzentrale oder dem nächsten Handarbeitsladen. Häufig werden Anfängerkurse angeboten, an denen ihr nicht nur die Basics lernen, sondern auch gleich neue Leute kennenlernen könnt.

Klappt es dann schon ganz gut mit den rechten und linken Maschen, könnt ihr euch auf den Weg machen und ein Stricktreff suchen. Die mehr oder weniger regelmäßigen Treffs gibt es inzwischen in sehr vielen Städten. Hier trefft ihr gleichgesinnte, könnt nachfragen, wenn mal was nicht klappt, motiviert euch gegenseitig und schafft es so spielend, am Ball (oder Knäuel) zu bleiben. Einfach mal auf der Strickcommunity ravelry.com beziehungsweise auf facebook schauen oder im Wollgeschäft eures Vertrauens nachfragen.

Schau hin

Ihr nehmt Neues lieber in aller Ruhe daheim im stillen Kämmerlein auf? Dann ist das Internet dein Freund (wenn es das nicht sowieso schon ist). Das Zauberwort heißt YouTube. Ab vor den PC, legt euch Nadlen und Wolle bereit und dann kann es auch schon losgehen. Tolle Videochannels für Anfänger und Fortgeschrittene, die ich nur empfehlen sind:

Nadelspiel

Redaktion Hug

Ana Kraft

Also los: Entspannt anschauen, Pause drücken, ausprobieren und das Ganze dann von vorne. Klappt schon, ihr werdet sehen! Und wenn es so gar nicht funktioniert: Das Schöne am Web 2.0 sind ja die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten…

Neben freien Videos hat das Netz inzwischen auch mehrere Anbieter von kostenpflichtigen, aber eben auch super gemachten Online-Video-Classes zu bieten. Das wären einmal Makerist und dann noch cratsy.com für die englischsprachige Welt.

Lies nach

Wenn ihr ein neues Thema für euch entdeckt, deckt ihr euch mit meterweise Literatur ein und wollt am liebsten alles darüber nachlesen? Dank des DIY-Booms der vergangenen Jahre werden das ganz schön viele Bücher… Wenn ihr nicht gerade Hunderte von Euros ausgeben wollt (das kommt dann später noch. Ich sag nur: Wolle….) lohnt ein Gang in die örtliche Bücherei. Ihr könnt aber auch mal Mutter bzw. Tante nach Handarbeitsbüchern fragen oder auf einem Bücherflohmarkt stöbern. Die Technik des Strickens hat sich schließlich seit anno dazumal nicht wirklich verändert.

Für den Anfang kann ich euch außerdem einen schmalen aber dafür umso reichhaltigeren Band „Stricken – So einfach geht’s“ von GU empfehlen. Darin gibt es nicht nur tolle Projekte, sondern auch eine passende App mit Strickvideos und anderen coolen Features. Am besten ihr schaut mal in die Rezension, die ich dazu geschrieben habe.

Wenn du schon stricken kannst: Wie hast du es gelernt? Wenn nicht: Haben dir meine Tipps geholfen? Ich bin schon gespannt auf deine Antwort.