Nostalgie & Fadenfreude

Ich hatte es schon ganz vergessen: Früher saß ich ganze Nachmittage mit Freundinnen oder alleine da und knüpfte. Bunte Bänder im Streifenmuster, mit Fischmuster, Rauten, mit und ohne Perlen. Und so fand ich es bei diesem Trend gar nicht schlimm, dass er wieder auftauchte, im Gegenteil erinnerte er mich daran, dass man mit Fäden ja soviel mehr anstellen kann, als sie zu verstricken oder zu verhäkeln. Deswegen möchte ich Euch heute auch „Makena – Geknüpfte Armbänder“ aus dem Topp-Verlag empfehlen.

Das Paperback enthält insgesamt 38 verschiedene Anleitungen für Einsteiger und Fortgeschrittene in drei Schwierigkeitsgraden und beinhaltet komplizierte Muster ebenso wie kleine, schnell gefädelte Armbänder, die die kleinen Knüpfkunstwerke nur umso schöner zur Geltung bringen.

Wie bei den Bastelbüchern aus dem Topp-Verlag üblich, haben es bereits die Umschlagsseiten informationstechnisch in sich. Hier erfährt man alles über das nötige Material, die grundlegende Knüpftechnik und verschiedene Grundmuster. Es lohnt sich, sich genauer damit auseinanderzusetzen. Wenn man die Basics einmal verstanden hat, kann eigentlich nicht mehr so viel schief gehen. Um die Bänder noch individueller gestalten zu können, werden auch verschiedene Verschlussvarianten angegeben, die den jeweiligen Vorlieben angepasst werden können. Hier wären Abbildungen hilfreich gewesen, auch wenn die erklärenden Texte nicht schlecht geschrieben sind.

Makena gibt es im Buchhandel in zwei verschiedenen Ausfertigungen. Einmal als Buch, zum anderen wird es im Set im einer Grundausstattung an Perlen und Fäden angeboten. Das lohnt sich für alle, die kein entsprechendes Material wie Sticktwist zu Hause haben, sich aber gerne mal an den schönen Armbändern versuchen wollen, die nicht nur das eigene Outfit ergänzen, sondern sich auch wunderbar als Geschenke eignen – nicht umsonst heißen die kleinen Kunstwerke auch Freundschaftsbänder.

Einen Einblick ins Buch und  auf die vielfältigen Modelle gewährt dieses Video:

Auf einen Blick:

Elke Eder

Makena. Geknüpfte Armbänder. Freundschaftsbänder im Ethno-Style.

Frechverlag 2013

ISBN 9783772440311

8,99 Euro/ Set 14,99 Euro

Das Buch wurde zur Verfügung gestellt von Blogg Dein Buch.

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Reingelesen: Die neue Handmade Kultur & *Giveaway*

Alle zwölf Wochen werde ich ganz hibbelig und warte darauf, dass der Briefträger es endlich in den Kasten wirft. Wenn dann das Klappern des Briefkastens endlich zu hören ist, freue ich mich den ganzen Tag auf abends, wo dann sogar ausnahmsweise das Stricken oder Werkeln an anderen Projekten flachfällt, ich die Füße hochlegen und in Ruhe schmökern kann. Denn das mysteriöse es ist die neue Ausgabe der Zeitschrift Handmade Kultur und die ist immer randvoll mit Ideen zum Selbermachen, außergewöhnlichen Künstlern und Handwerkern, Kreativ-Projekten für Kinder, Rezepten….  Die neue Ausgabe ist letzte Woche erschienen, aber weil mir gerade die Zeit so furchtbar davonrennt, komme ich erst heute dazu, sie Euch endlich vorzustellen.

Bei einer Vorstellung werde ich es nicht belassen, wie schon der Titel des Blogposts besagt. Es gibt auch was zu gewinnen. Jawoll! Sage und Schreibe fünf Exemplare der neuen Handmade Kultur warten darauf, dass Ihr Euch neue Inspirationen zum Stricken, Nähen, Basteln oder Backen holen könnt. Hinterlasst einfach bis Montag, 9. September, 20 Uhr einen Kommentar unter diesem Post. Wenn Ihr verraten wollt, welches DIY-Projekt/e Ihr im Herbst in Angriff nehmen wollt, wäre das schön, ist aber kein Muss. Über die Gewinner entscheidet das Los in Form eines Zufallsgenerators.

Weil ich ja gerade erst am Dienstag in der aktuellen verstrickten Dienstagsfrage meine Meinung kundgetan habe, dass eine Handarbeitsblog sich auch vornehmlich mit solchen Themen beschäftigen sollte, kommen diese hier auch zuerst: Wie das Cover schön illustriert, ist das komplette Outfit der jungen Dame selbst gemacht (Ok, alles bis auf die Schuhe). Der schicke rot-weiße Ringelpulli aus Alpaca mit Lochmuster ist ein witziger Begleiter durch die kühle Jahreszeit. Das Heft enthält auch einen Schnittmusterbogen für den Rock, der sich in drei verschiedenen Varianten fertigen lässt. Gut gefällt mir auch der gestrickte Sesselbezug mit Kirschen, mit dem sich alte Lieblingsmöbel oder Flohmarktfunde prima aufmotzen lassen. Der Style passt zwar nicht in meine Wohnung, aber ich werde es als Inspiration im Hinterkopf behalten.

Inspirierend fand ich den Artikel über die Designerin Kinga Ogrodzki, die die Spitzenhäkeltradition ihrer polnischen Heimat mühelos in modernes Wohnambiente einfügt, ohne dass einem auch nur der Gedanke an Omas Deckchen kommen würde.

Auch wenn ich normalerweise kein Freund von fiesem grauen Beton bin, haben mich die Macher des Design-Labels Paulsberg sehr beeindruckt. Die machen Möbel aus Beton, der so dünn ist wie Schokolade, aber trotzdem richtig stabil.

Zugegeben: Ich bin keine Heldin an der Nähmaschine: Bei den Schürzen für den Mann, für die Designer Thomas Kälberloh unter anderem Warnwesten, Gurtband und Karabiner verarbeitet hat, könnte ich schwach werden.

In jeder Ausgabe der Handmade Kultur wird auch ein kreativer Beruf vorgestellt. Dieses Mal: Die Fakultät für Textil und Design in Reutlingen. Wer schon mal in der Rubrik „Tee & Kekse gedruckt“ geschmökert hat, denkt sich bei diesem Artikel wahrscheinlich : „Moment, den Namen kenn ich doch…“ liegt richtig, der Artikel ist von mir. Zum vierten Mal habe ich jetzt bereits eine Ausbildung oder einen Studiengang vorgestellt, die Recherchen haben mich schon quer durch Süddeutschland geführt, ich war in den Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen, in der Schule für Schmuck und Glas in Neugablonz und an weiteren kreativen und inspirierenden Orten. Gerade heute steht der Termin für die nächste Ausgabe auf dem Programm, ich freu mich schon riesig, aber zuviel darf ich natürlich nicht verraten…

Ich warte nur noch auf einen passenden Anlass, dann muss ich backen. Und zwar das Schoko-Pfirsich-Crumble. Da läuft mir schon beim drüber Nachdenken das Wasser im Mund zusammen. Jammm…. Besonders gefällt mir an dem Rezept, dass gleich eine Möglichkeit gezeigt wird, wie man die restlichen Pfirsiche auch noch anders verarbeiten kann.

Was die neue Handmade Kultur sonst noch zu bieten hat, findet Ihr hier im Inhaltsverzeichnis.Wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt, selbst mal reinzulesen, hinterlasst einfach einen Kommentar und mit ein wenig Glück könnt Ihr Euch auch bald freuen, wenn der Postbote kommt.

Maschentrends für Kopf und Kragen

Eine Zeit lang waren sie so was von aus der Mode, momentan geht styletechnisch aber wieder nicht ohne gestrickte Accessoires. Loops und Cowls, Handschuhe, Stulpen und nicht zuletzt Mützen sind nicht nur im Straßenbild reichlich vertreten, die kuschligen Maschenkunstwerke haben es inzwischen sogar bis auf die Laufstege der ganz großen Modelabels geschafft. So gab es auf der letzten London Fashion Week verrückte Kreationen in Strick für den Herren, während Isabel Marant auf der aktuellen Pariser Modewoche ein Model mit grob gestricktem Kleid im Ringel-Look über den Laufsteg schickte. Natürlich ist solcher Haute Couture Chic eine kostspielige Sache. Zwar gibt es aktuell wohl auch keine Modekette, die ohne Strickpullis & Co auskommt, aber ganz ehrlich: Wer will schon mit dem gleichen Loop rumlaufen wie Zigtausend andere auch? Glücklich, wer da selbst zu Wolle und Nadeln greifen kann, um sich sein eigenes Designerstück zu kreieren.

Interessante und abwechslungsreiche Anleitungen jenseits der unvermeidlichen Bommelmützen finden sich in dem, im November erschienenen Buch „CraSy- Kopf und Kragen“ von Sylvie Rasch. Und wer jetzt grübelt, woher ihm der Name bekannt vorkommt: Die Autorin stellt ihre Strickkreationen auf ihrer Homepage http://www.glam2000.de/ vor. Auf ihrem YouTube-Channel „CraSy handmade unicates“ finden sich zudem viele schön gemachte und wie ich finde auch lehrreiche Videoanleitungen. Ihr neues Buch aus dem ACABUS Verlag kommt als Paperback im Din-A 5 Format daher und lässt sich so leicht mit dem Strickzeug in beinahe jeder Tasche verstauen. Insgesamt finden sich auf 88 Seiten mit Baskenmützen, Stirnbändern, Loops, Mützen und Hüten aus Strickfilz 16 ganz unterschiedliche Modelle für Damen und Herren, um warm durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

Eine Übersicht über alle Modelle findet sich hier bei Pinterest. Die gestrickten und teils auch gefilzten Modelle nutzen eigentlich durchweg dickere Garne und Nadelstärken ab Größe 4. So lässt sich die die neue Mütze oder der neue Loop auch relativ schnell verwirklichen. Insgesamt vier der 16 Modelle haben die Form einer Baskenmütze (siehe Titel) und sind meine persönlichen Favoriten. Gut gefällt mir auch, dass die Autorin sich auch für die Herren der Schöpfung drei schöne Stücke hat einfallen lassen wie „Metamorphosi“. Dieses Modell ist sehr wandlungsfähig und kann als Mütze ebenso getragen werden wie als Halswärmer. Positiv fällt auch der vergleichsweise umfangreiche Technikteil aus – allein drei Arten des Maschenanschlags finden sich hier.

Abzüge gibt es allerdings in der B-Note. Man kann es hip finden, Strickschriften schräg zu drucken, muss aber nicht. Um nicht mit Textmarkern herumschmieren zu müssen, verwende ich in Büchern üblicherweise ein magnetisches Lesezeichen, das klappt hier leider überhaupt nicht gut. Breite Post-It’s gehen, sind aber auf Dauer auch keine Lösung, weil sie durch das ständige Aufkleben und Abziehen schnell ihre Klebekraft verlieren. Mit Strickschriften an sich habe ich zwar üblicherweise kein Problem, kenne aber einige Strickerinnen, die nur Projekte stricken, bei denen die Anleitungen ausgeschrieben sind. Die werden an diesem Buch leider nur zum Teil Freude haben, auch wenn sich hier wirklich lohnende und schöne Ideen finden.

 

Auf einen Blick:

Sylvie Rasch: CraSy, Kopf und Kragen. Acabus Verlag, November 2012. ISBN: 978-3862822195.

Bestellt werden kann das Buch unter anderm beim Verlag

Das Buch wurde zur Verfügung gestellt von Blogg Dein Buch

Aufregendes in Spitze

Vor Kurzem habe ich „Spitzenmodelle“ von Teva Durham entdeckt, ein Buch, das mich wegen seiner schönen Modelle und Designs gleich angesprochen hat. Ob Kleid, Jacke, Oberteile oder Accessoires, die Designerin, die schon bei Vogue Knitting International arbeitete, orientiert sich mit ihren Entwürfen an klassischen Loch- und Spitzenmustern vergangener Zeiten. Das Jäckchen auf dem Cover ist ein gutes Beispiel für den Stil, der die Projekte prägt. Feminin, mit einer Prise Romantik gewürzt und dabei rundum alltagstauglich. Wie das genau ausseiht? Bei Amazon gibt es schon mal einen kleinen Einblick. Ravelry-Mitglieder können alle Modelle des amerikanischen Orignals „Loop-d-Loop Lace“ hier anschauen.
Bei ihren, von Meistern des Kunststrickens  wie Herbert Niebling oder Marianne Kinzel inspirierten Modellen, spielt Teva Durham auch mit verschiedenen Garnqualitäten und erzielt so aufregende Ergebnisse. Lace mit dickem Garn und in Nadelstärke 10 gestrickt? Warum denn nicht! Das Ergebnis ist bei ihr ein Kurzjäckchen, das in jeder Garderobe spannende Akzente setzt. Lust auf mehr von Teva Durham macht auch die Anleitung für ein Dreieckstuch mit Rüschenkante, die der Bassermann Verlag auf seiner Homepage kostenlos zur Verfügung stellt.

Selbst wenn ich nicht alle Modelle aus dem Buch auch stricken möchte, bietet es doch tolle Inspirationen und ragt positiv aus den zahlreichen neu erschienenen Strickbüchern heraus.

Hier nochmals auf einen Blick:

Teva Durham: Spitzen-Modelle -Bezaubernde Ideen zum Lace-Stricken, Bassermann Inspiration 2012. ISBN: 978-3-572-08049-6.