Cosy Krimi mit Fernwehgarantie: Halbe Miete von Nadja Quint

Halbe Miete Nadja Quint Krimi RügenJuchu, Wochenende! Der perfekte Zeitpunkt, um mal wieder in der Sonne zu sitzen (wahlweise geht natürlich auch die Couch) zu sitzen und zu lesen. Deshalb möchte ich euch mit dem Cosy Krimi Halbe Miete: Ein Fall für Lilo Gondorf von Nadja Quint eine sommerleichte Lektüre vorstellen…

Ex-Polizistin Lilo Gondorf vermietet in Groß Zicker Ferienbungalows und das mit großem Erfolg. Schließlich kann sie seit Jahren die Höchstwertung Fünf Seesterne, verliehen von der Kurverwaltung Rügen halten. Doch dann wird Lilos Gast Werner Koch, ein pensionierter Notar, bei einer Wanderung um den Bodden entführt. Die einzige Zeugin: seine blinde Ehefrau. Das macht Lilo ganz schön zu schaffen und weckt in ihr die Sehnsucht nach dem alten Beruf. Und da die Polizei, unter anderem Lilos Tochter Verena von der Kripo Stralsund, auf der Stelle tritt, muss Lilo wohl oder übel selbst ermitteln. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Oskar kommt sie dem entführten Notar auf die Spur und einem handfesten Verbrechen…

… soviel zum Klappentext. Der hat schon beim Überfliegen richtig neugierig gemacht: Wie würde es gelingen, das Verschwinden des Notars aufzuklären, nur mit Hilfe einer blinden Zeugin? Was das Buch als leichte Sommerlektüre auszeichnet, sind die durch und durch gelungenen Beschreibungen von Rügen. Mir wehte beim Lesen gleich eine frische Prise Seeluft und mich hat wirklich das Fernweh gepackt: ab auf die Insel!

Reizvolle Charaktere, leichtes Lesevergnügen

Abgerundet wird der „Wohlfühlkrimi“ durch reizvolle Charaktere, die teils ein wenig verschroben daherkommen, aber immer wieder für die ein oder andere Überraschung gut sind. Wenn sich Lilo und ihr charmanter Nachbar Oskar gemeinsam auf den Weg machen, um den seltsamen Vorkommnissen auf den Grund zu gehen, hat das etwas von Miss Marple auf Norddeutsch. „Halbe Miete“ steht als Krimi in den Buchläden, aber drastische Szenen müssen auch zart beseitete Leser nicht fürchten. So Gemächlich wie kleine Osteseewellen an einem Sommertag kommt die Handlung in Schwung, bis sie dann im letzten Drittel deutlich anzieht. Des Rätsels Lösung ist clever konstruiert, nicht auf den ersten Blick erkennbar und wartet auch noch mit dem ein oder anderen gelungenen Twist auf.

Fazit

Ebenso unterhatsame wie unaufgeregte Lektüre für den Urlaub oder einen lauen Sommerabend auf dem Balkon. Persönlich hätte ich mir von Anfang an etwas mehr Tempo in der Handlung gewünscht. Die vorgestellten Charaktere bieten einiges an Potential, hier ist für den nächsten Fall noch Luft nach oben!

Auf einen Blick:

Halbe Miete: Ein Fall für Lilo Gondorf btb Verlag 2015

ISBN: 978-3442749188

Preis: 8,99 Euro

Liebe Tee & Kekse Leser, jetzt seid ihr gefragt: Ich bin am Überlegen, eine neue Kategorie mit regelmäßigen Buchvorstellungen einzuführen. Habt ihr Lust darauf, mehr über meine Buchtipps zu lesen? Ich bin gespannt auf eure Meinung. Hinterlasst einfach einen Kommentar unter diesem Post…

Wohlfühlwohnen – Einrichten mit Stil & Spaß

Das grosse Wohn-Ideen-Buch von Annie Sloan

Ich stehe ja total auf Bildbände und liebe DIY-Bücher. Deswegen macht es mir auch ganz besonders Spaß, heute mit „Das große Wohn-Ideen-Buch“ von Annie Sloan gewissermaßen eine gelungene Mischung aus Beidem vorzustellen. Nigelnagelbrandneu, genaugenommen erst seit Montag im Buchhandel ist der knapp 200 Seiten starke Band, der förmlich überquillt vor wunderschönen Fotos und Tipps zu Wohn- und Einrichtungstipps in ganz unterschiedlichen Stilen. Wie Ihr Euch das genau vorstellen könnt? Hier gibt es den Blick ins Buch.

Schwelgen in Form und Farben

Mögt Ihr es lieber Bohème oder Modern, lieber klassisch oder maritim? Auch wenn man genau weiß, was einem gefällt, ist es nicht immer leicht, die richtigen Farben zu kombinieren oder neue und alte Einrichtungsgegenstände zu einem stimmigen Ganzen zu gruppieren. Gute Anregungen und hilfreiche Tipps bietet das das neue Buch der Farb- und Einrichtungsexpertin Annie Sloan. Darin enthüllt sie die Geheimnisse gelungener Interiors und verrät Raumrezepte, die häufig mit wenigen Kniffs große Wirkung entfalten. Neben der Analyse von neun unterschiedlichen Einrichtungsstilen verrät die Expertin den Lesern ihre besten Ideen zum Thema Farbe und Stil und zeigt, wie sich diese untereinander geschickt kombinieren und ergänzen lassen.

Bohemian p. 96

Muss ein Bad immer blau und weiß sein? Annie Sloan zeigt, dass es auch ganz anders geht: ein indischer Sari als Vorhang, Treibholz, ein viktorianischer Krug und kleine Vögel als Deko und eine Farbkombination, die das Bad gleich heimelig wirken lässt wie das eigene Wohnzimmer….

Mehr als ein Look-Book

Jedes der Raumkonzepte beinhaltet neben ausführlichen Texten wunderschöne Fotografien von atemberaubenden Häusern und Wohnungen in Europa und den USA. Natürlich lässt sich jetzt einwenden, dass auf einem schwedischen Landsitz, in einer rustikalen Lodge oder einem englischen Cottage einfach alles gut aussieht, tatsächlich birgt der Band mit seinen Empfehlungen und Anleitungen aber auch handfeste Tipps für die eigenen vier Wände– wie beispielsweise die Erstellung von Raumplänen und Moodboards für eine gekonnte Farbauswahl.

Annie Sloan zeigt, wie man mit eigenen Erinnerungsstücken einen gekonnten Blickfang setzt, die passenden Lichtquellen auswählt, verschiedene Stile harmonisch kombiniert oder Möbel gekonnt einen angesagten Vintage-Look verpasst. Und so kann man auch aus Kapiteln wie dem über klassizistisches Einrichten noch den ein oder anderen Tipp mitnehmen, auch wenn dieser antikisierende Stil mit viel Gold, Säulen und Urnenvasen zumindest in meiner Wohnung nicht so schnell Einzug halten wird.

Modern Retro Annie Sloan Das große Wohnideen Buch

Deshalb mein Tipp zum Schmökern und Inspirationen sammeln:

Annie Sloan
Das große Wohn-Ideen-Buch.Die richtigen Farben und Materialien für jeden Wohnstil.

DVA Verlag

ISBN 978-3-421-03999-6

Preis: 29,99 € [D] ǀ 30,90 € [A] ǀ 40,90 CHF [CH]

Das Große Wohn-Ideen-Buch ist jetzt ja noch ganz neu. Habt Ihr ein Lieblingsbuch, -blog oder eine Zeitschrift mit inspirierenden Wohntipps? Ich bin gespannt…

„Hab ich selbst gemacht – 365, Tage, 2 Hände, 66 Projekte“ von Susanne Klingner

Lust auf einen neuen Buchtipp? Heute stelle ich Euch „Hab ich selbst gemacht – 365, Tage, 2 Hände, 66 Projekte“ von Susanne Klingner vor. In der kürzlich erschienenen, neu gestalteten Ausgabe backt, näht, strickt, gärtnert und hämmert sich Journalistin Susanne Klingner durch Ihr persönliches Selbermach-Jahr. Als Leser kann man ihr über die Schulter, und sich selbst den ein oder anderen Trick abschauen. Susanne Klingner Hab ich selbst gemacht

So liest sich das Ganze auf dem Klappentext und hier könnt Ihr mal reinlesen:

Das Selbermachen ist längst zum Megatrend geworden – und es sieht ganz anders aus als früher.

Baumärkte drehen die verrücktesten Werbespots, statt in den Schrebergarten geht’s zum urban gardening, Kreativ-Zeitschriften sprießen aus dem Boden – und die schönsten Klamotten kauft keiner mehr in schicken Boutiquen, sondern kreiert sie mit den besten Freundinnen in hippen Szeneläden beim abendlichen Nähkurs. Was hat es auf sich mit diesem Trend? Warum wird im ganzen Land wieder mit Hingabe gehämmert, gegärtnert, gehäkelt und gebrutzelt?
Die Journalistin Susanne Klingner startet den Selbstversuch: Frühling, Sommer, Herbst und Winter im Rausch des Selbermachens. Unter größtem Einsatz und mit brennender Leidenschaft bleibt nichts unversucht: vom Käse bis zum Stollen, vom Kleinen Schwarzen bis zu den Schuhen, von der Seife bis zur Zahnpasta.

Mehr Raum für Kreativität

Zunächst muss ich eine Warnung vorausschicken: Wer jetzt eine Jahresration Rezepte, Anleitungen und Selbermach-Tipps erwartet, wird das Buch schnell wieder aus der Hand legen. Aber Stopp… Es gibt gute Gründe, das nicht zu tun. Es finden sich vereinzelt Rezepte oder Anleitungen, aber im Grunde etwas viel Wertvolleres: Die Lust, einfach anzufangen, etwas Neues zu versuchen und einfach mal mutig zu sein, statt sklavisch Anleitungen abzuarbeiten.

Einfach mal nachschlagen

In dem tagebuchartig angelegten Taschenbuch erzählt die Autorin locker und amüsant von ihren Erfolgen und verschrammten Händen während des Jahres, in dem sie versuchte, viele Gegenstände des täglichen Lebens selbst herzustellen. Ihre persönlichen Regeln dabei: 1.) Meinen Lebensstandard will ich beibehalten. 2.) Dinge, die ich selber machen kann, kaufe ich nicht, sondern mache sie auch selber. 3.) Was einfach geht, mache ich grundsätzlich und das ganze Jahr über. 4.) Was schwieriger ist, probiere ich und lasse mir eventuell helfen. 5.)Nur was mich wirklich unglücklich macht, darf ich sein lassen.

Der chronologische Aufbau und die kurzen, knackigen Überschriften machen eine Orientierung innerhalb der umfangreichen Ideensammlung einfach. Die Anordnung nach Jahreszeiten erleichtert es zudem, den Band einfach mal zur Hand zu nehmen und sich zu einem saisonalen Projekt inspirieren zu lassen. Sehr benutzerfreundlich ist zudem die umfangreiche Sammlung an Literatur, Websites oder Magazinen zu den verschiedenen Projekten.

Schöner scheitern

Anders als es in vielen ultra-perfekten Hochglanz-Blogs oder Kreativ-Büchern der Fall ist, zeichnet Susanne Klingner ein realistisches Bild des Selbermachens, inklusive der Pannen, die einfach unweigerlich dazugehören, und lässt es auch an einer guten Portion Selbstironie nicht fehlen: „Wir haben einige Brote – also, eher viele – gegessen, die besser als Türstopper zur Welt gekommen wären.“ (S. 74) Sie zeigt aber auch, dass das kein Grund ist, sich entmutigen zu lassen, sondern wie mögliche Lösungsstrategien aussehen könnten. Denn schließlich gibt es zu unglaublich vielen Themen Kurse oder Sachbücher und dann sind da ja auch noch „der Mann“ aka Lebensgefährte, die beste Freundin sowie Mutter und Schwiegermutter, die Susanne Klingners Projekte mit guten Tipps ebenso begleiten wie mit kritischen Einwürfen…

Fazit

So war dieses Buch für mich auch keine Lektüre, die ich in einem Rutsch gelesen hätte, obwohl der Schreibstil so frisch und unterhaltsam ist, dass das sicher kein Problem gewesen wäre. Statt dessen färbte die Begeisterung der Autorin für neue Projekte und Ideen direkt auf mich ab. So musste ich die Lektüre immer wieder dringend zur Seite legen, an einem meiner Projekte weiterstricken, neue Ideen notieren oder das „Kein Knet Brot“ oder „No kneat Brot“ backen.

Selten hat es ein Buch geschafft, so viel kreative Energie freizusetzen und mich zum Selbermachen zu animieren. Neben den vielen schönen Impulsen zum Selbermachen leistet „Hab ich selbst gemacht“ noch einen weiteren wichtigen Beitrag. Es gibt Denkanstöße, sich zu überlegen, warum man Dinge selbst macht und was man sinnvoller Weise selbst machen kann bevor die eigenen Grenzen – und die der Mitmenschen erreicht sind.

Auf einen Blick:

Susanne Klingner: „Hab ich selbst gemacht – 365, Tage, 2 Hände, 66 Projekte“
KiWi Verlag 2015
ISBN: 978-3-462-04285-6
Preis: 8,99 Euro (D)/ 9,30 Euro (A)
Copyright Abbildung: Kiepenheuer & Witsch
Habt Ihr das Buch auch schon gelesen und vielleicht schon mal was daraus ausprobiert?

Buchvorstellung: Drachenschals effektvoll gehäkelt

drachenschals effektvoll häkeln coverSchuppige Drachenschwänze und weiche Wolle. Wie bitte soll das zusammenpassen? Des Rätsels Lösung: Der Drachenschwanz ist ein Tuch, das mit seinen runden Formen und den zackigen Kanten ein wenig an das besagte Körperteil des feuer speienden Fabelwesens erinnern soll. In „Drachenschals effektvoll gehäkelt“ von Veronika Hug und Sabine Schidelko aus dem OZ Verlag finden sind gleich 18 Varianten davon versammelt – und ich muss sagen: effektvoll trifft die Sache ziemlich gut, auch ganz ohne Feuer spucken. Und so liest sich das Ganze im Klappentext:

Bühne frei für 18 außergewöhnliche Tücher. Mit den effektvollen Zacken, die an einen Drachenrücken erinnern, stehlen sie so manchem gewöhnlichen Dreieckstuch die Show. Um den Hals geschlungen zeigen sie tolle Wirkung und sind dabei absolute Alleskönner. Ihre raffiniert einfache Konstruktion und die klaren Anleitungen machen das Nacharbeiten der Tücher zum Kinderspiel.

Auf in den Kampf mit dem Drachen

Um sich dem Thema erst einmal anzunähern, findet sich am Anfang des 64 Seiten starken Softcovers ein Workshop. So mit einer grundlegenden Anleitung ausgerüstet, fällt auch die Umsetzung eigener Ideen nicht schwer. Dann kann es auch gleich losgehen: sonnig leichte Schals und winterlich warme Modelle wechslen sich hier ab. Auch in Sachen Stil haben die Autorinnen sich einiges ausgedacht. Das passende Tuch zur Jeans findet sich hier ebenso wie etwas für festliche Anlässe oder kalte Herbstabende.

drachenschals effektvoll häkeln

Gehört in jeden Koffer: Das Modell „Weltreise“

Alles im Blick?

Zu jedem Modell gehört eine Häkelschrift. Im einleitenden Workshop werden Grundlagen im Umgang damit erklärt. Wer nicht sowieso schon firm im Umgang mit Häkelschriften ist, sollte diesen Teil keinesfalls überblättern, denn ohne geht hier gar nichts. Im Begleittext werden üblicherweise Hinweise zum Beginn und zu den Besonderheiten des jeweiligen Tuchs gegeben, das Muster selbst ist der jeweiligen Grafik zu entnehmen. Hier ist auch der Platz für den einzigen Verbesserungsvorschlag: Ich würde mir der Übersichtlichkeit halber größere Häkelschriften wünschen. Natürlich ist die gewählte Variante mit zusätzlichen kleinen Modellbildern optisch sehr ansprechend, aber leider nur bedingt praktisch. Persönlich hätte ich es schöner gefunden, wenn die benötigten Zeichen der Häkelschrift konsequent bei jedem Modell erklärt worden wären, so hat man alles auf einen Blick und erspart sich lästiges Blättern.

Oh, what a wool…

Wirklich positiv ist mir die Auswahl der Garne aufgefallen, weil mit 100 Farbspiele, Schoppel Wolle oder Pro Lana auch mal andere Marken zum Zug kommen, als die üblichen Verdächtigen. Überhaupt finde ich die Abstimmung der Garne und Modelle aufeinander sehr gelungen. Bei jedem Modell stehen neben Marke und Name auch Zusammensetzung sowie Lauflänge, was die Auswahl einer Alternative im Laden oder im eigenen Stash deutlich vereinfacht. Durchschnittlich werden 250 bis 300 Gramm pro Modell werden benötigt, die Bandbreite reicht dabei von klassischem Baumwollgarn über reine Schurwolle bis zu edlem Mohairgarn – auch hier: Für jeden Geschmack findet sich etwas Passendes.

drachenschals effektvoll häkeln

Sicher auch bald ein Teil meiner Garderobe: Das Modell „Atlantik“

Fazit

„Drachenschals effektvoll gehäkelt“ ist ein Handarbeitsbuch, das mich auf den ersten Blick angesprochen hat. Die Modelle machen durch die Bank einen tragbaren Eindruck und ich persönlich habe mir gleich mehrere angemerkt, die ich gerne mal häkeln möchte. Auf mit Blick auf den nahenden Sommer könnte das Modell „Atlantik“ im Marine-Look den Anfang machen. Für mich auf jeden Fall eine Entdeckung, die ich gerne mit Euch teilen möchte und die jede Menge Häkelspaß verspricht.

Auf einen Blick

Veronika Hug und Sabine Schidelko: Drachenschals effektvoll gehäkelt

Christophorus-Verlag 2015

ISBN: 978-3-8410-6361-8

Preis: 9,99 Euro (D)/ 10,30 Euro (A)

Copyright für alle Bilder: Christopherus Verlag

Kennt Ihr das Buch und habt vielleicht schon etwas daraus gehäkelt? Gefallen Euch die Modelle? Ich bin gespannt auf Eure Meinung!

Buchvorstellung „Stricken – so einfach geht’s“ + *Gewinnspiel*

Vor einiger Zeit stand ich im Buchladen und stöberte durch die Neuerscheinungen im Bereich DIY und Stricken - So einfach geht'sHandarbeiten. Ein kleiner, relativ schmaler Band hat mich neugierig gemacht: „Stricken – so einfach geht’s“ von GU. Ja, richtig gelesen. Bisher hat man den Verlag ja eher mit Ratgebern und tollen Kochbüchern in Verbindung gebracht, seit nicht ganz zwei Monaten gibt es jetzt auch Ratgeber zu Handmade-Themen wie Stricken, Häkeln, Sticken oder Nähen. Weil das Strickbuch von Jessica Bewernick (Macherin von schoenstricken. de)  sich für Neueinsteiger ebenso lohnt wie für diejenigen, die ihr Wissen wieder auffrischen oder ein bisschen vertiefen wollen, stelle ich den Kreativratgeber heute vor. Wenn Ihr Lust bekommen habt, mal in diesem Buch zu blättern und das ein oder andere auszuprobieren, kein Problem. In Zusammenarbeit mit GU verlose ich ein Exemplar von „Stricken – So einfach geht’s“. Mehr Infos zum Gewinnspiel gibt es am Ende des Posts.

Der rote Faden

Das Buch besticht durch Einfachheit. Einfache Projekte, einfache und gut verständliche Erklärungen. Wichtige Materialien, Werkzeuge und Zubehör werden im Theorieteil kurz und knackig vorgestellt. Man erfährt unter anderem, wie das mit der Maschenprobe geht, was die vielen geheimnisvollen Dinge auf einer Garnbanderole zu bedeuten haben und welche Utensilien angehende Strickerinnen und Stricker unbedingt im Gepäck haben sollten. Alle wichtigen Grundlagen werden in schön gestalteten Illustrationen erklärt und gleich in konkreten Projekten umgesetzt. Durch diese Verknüpfung von Theorie und Praxis sind nicht nur schnelle Erfolgserlebnisse garantiert, man muss nicht ewig lang blättern, bis man etwas findet.

Learning by doing

Vom kraus rechts gestrickten Loopschal über trendige Becherwärmer (Hallo Weihnachtsgeschenke …) bis hin zur mehrfarbigen Tablet-Tasche steigert sich der Schwierigkeitsgrad langsam aber stetig. Sitzen die Grundlagen, geht es Schritt für Schritt tiefer in die faszinierende Welt des Strickens: Flach- und Rundstricken, Intarsienstrickerei oder Jacquardstricken, insgesamt 15 Projekte in verschiedenen Techniken haben ihren Weg in das 64-seitige Buch gefunden. Wie ging das noch mal? Ihr lasst Euch neue Stricktechniken lieber zeigen oder lernt sie per Video? Auch dann ist das Buch das richtige für Euch bzw. die passende App dazu. Einfach GU Kreativ-Plus App runterladen, passendes Projekt- oder TeStricken - So einfach geht's App Strickbuch kostenloschnikbild scannen und loslegen. Die App enthält Videos der gezeigten Grundlagentechniken, damit Ihr Euch alles noch mal in Ruhe anschauen könnt. Das Projekt, an dem Ihr gerade arbeitet, könnt Ihr abspeichern und habt es so immer dabei. Das gilt auch für den virtuellen Einkaufszettel, der dabei hilft, im Laden nichts zu vergessen. Wenn kein Handarbeitsgeschäft in der Nähe ist, auch kein Beinbruch: Mit der App lassen sich die meisten Materialien direkt und bequem bei DaWanda bestellen.

Gewinn mich….

Ein rundum gelungenes Buch also, das ich Euch absolut empfehlen kann. Ein Exemplar könnt Ihr gewinnen, wenn Ihr bis 11.04.2015 einen Kommentar unter diesem Betrag hinterlasst und verratet, welche Stricktechnik Ihr gern lernen würdet. Das Buch wird dann unter allen Teilnehmern verlost. Vergesst also nicht, eine Kontaktmöglichkeit zu hinterlassen.

Viel Glück!

Und weil ich die Idee des virtuellen Bücherregals von Goldkind richtig klasse finde, habe ich das Buch auch da gleich eingestellt.

Lesen & Stricken: Warme Füße und eine Prise Dynamit

Heute gibt es auf Tee & Kekse mal wieder etwas für alle Sinne, na ja, sagen wir: für fast alle Sinne. Es ist ein neues Paar Filzpantoffeln von den Nadeln gehüpft und ich habe einen Buchtipp für Euch, der sich doch ziemlich von dem unterscheidet, was ich hier sonst so empfehle. Vielleicht gefällt es Euch trotzdem. Oder gerade deswegen. Wer weiß?

Strickfilzen & färben mit PflanzenfarbenFilzpantoffeln stricken Anleitung selbermachen

Also Puschen an und ab aufs Sofa. Das neueste Paar ist wieder nach der altbekannten und bewährten Methode fürs Strickfilzen entstanden, die ich im Beitrag Strickfilzen: So geht’schon mal ausführlich vorgestellt habe. Das besondere an diesem speziellen Paar ist die Wolle.

Bis auf das dunkelrot habe ich alle Garne selbst mit Pflanzenfarben gefärbt. Die beiden Brauntöne im Fersenbereich sind durch eine Kaltfärbung mit getrockneten Walnussschalen entstanden. Wie ich im Nachhinein gelesen habe, hätte ich die Schalen wohl besser frisch verwendet, um eine kräftigere Farbe zu bekommen, aber sei es drum.

Richtig gut geworden sind dafür das strahlende Gelb und das Moosgrün. Diese beiden Farben sind das Ergebnis einer Färbeaktion mit frisch geerntetem Rainfarn, der dann auf dem offenen Feuer brodeln durfte. Das Gelb des Rainfarns haben wir dann noch mit Eisensulfat zu Grün weiterentwickelt – eine tolle Aktion, die wir dieses Jahr unbedingt wiederholen wollen.

Books & Braun: mit Schirm, Charme und Dynamit

Pip Ballantine Tee Morris Books & Braun Das Zeichen des PhönixLondon, Ende des 19. Jahrhunderts: Eliza Braun, Agentin ihrer Majestät Königin Victoria im Ministerium für Eigenartige Vorkommnisse hat eine ziemlich undamenhafte Vorliebe für Sprengstoffe, hasst Opern und trägt ihr kugelsicheres Korsett nicht zum Spaß. Weil auch ihren sonstigen Vorgehensweisen eher unorthodox sind, bekommt sie statt des nächsten actionreichen Außeneinsatzes einen Platz als Assistentin des höchst akribischen Archivars Wellington Books zugewiesen. Doch die Auszeit im Archivkeller währt nur kurz, denn dunkle Geheimnisse warten auf dringende Aufklärung: Was hat es mit den blutleeren Leichen auf sich, die am Ufer der Themse gefunden werden? Welche grauenvollen Dinge musste Elizas Ex-Partner Harry erleben, die ihn schließlich in die berüchtigte Irrenanstalt Bedlam brachten? Schnell kommt das ungleiche Ermittlerduo auf die Schliche einer Geheimgesellschaft mit diabolischen Absichten, deren Kontakte bis in die höchsten Kreise reichen.

Dunkle Gassen, fiese Schurken – Abwechslung garantiert!

Wie das Cover des Buchs mit seinen Zahnrädern es schon vermuten lässt, handelt es sich bei „Books & Braun – Das Zeichen des Phönix“ um einen Steampunkroman. So gibt es zahlreiche fantastische Hilfsmittel und anstaunenswerte Gerätschaften, die die Ermittlungen von Books& Braun mal behindern, mal vorantreiben, aber immer spannend gestalten. Die Autoren schaffen mit viel Liebe zum Detail ein viktorianisches London, wie man es sich vorstellt: Dunkle Gassen, fiese Schurken, trickreiche Straßenkinder, formvollendete Gentlemen in stilvolle Garderoben und eine Gesellschaft im Umbruch. Diese Detailverliebtheit sorgt für ein überaus lebendiges Bild, sorgt aber leider an der ein oder anderen Stelle dafür, dass die eigentliche Story ein wenig ins Hintertreffen gerät. Trotzdem schaffen es die Autoren Pip Ballantine und Tee Morris es immer wieder mit waghalsigen Verfolgungsjagden oder Knalleffekten im wahrsten Sinne des Wortes, den Leser zu fesseln. Wie auch die Hauptfiguren tappt er lange Zeit im Dunkeln, was die Absichten und Ziele der Geheimgesellschaft betrifft.

Lesevergnügen ist so oder so garantiert und sei es, um Books & Braun dabei zu beobachten, wie sie sich zusammenraufen, im Flair des viktorianischen Englands zu schwelgen oder die außergewöhnlichen Stempunk-Erfindungen des Autorenduos zu bewundern. Zum absoluten Pageturner wurde das Buch für mich spätestens, als die beiden Ermittler ihren Widersachern sehr nahe kommen. Als hätten sich Ballantine und Morris jetzt warm geschrieben, stimmt hier alles: die dichte Atmosphäre und eine Spannung, die die Seiten fast schon alleine zum Umblättern bringt. Eine echte Abwechslung für alle, die gern Krimis & Thriller lesen, aber auch fantastischen Elementen nicht abgeneigt sind.

Mehr Lesevergnügen mit Books & Braun

Die gute Nachricht: Books & Braun haben inzwischen 8 Fälle gemeinsam bestritten. Auf Deutsch erschienen sind aber bisher leider nur Das Zeichen des Phönix und Die Janus-Affäre. Auf Nachfrage heißt es bei LYX, dass auch keine weiteren deutschen Übersetzungen der Abenteuer geplant sind. Wenn Ihr einigermaßen sattelfest in englisch seid und wissen wollt, was für Neuigkeiten es im Ministerium für Eigenartige Vorkommnisse gibt, auf der Homepage zur Serie erfahrt Ihr mehr.

Alle Infos auf einen Blick:

Pip Ballantine und Tee Morris: Books & Braun – Das Zeichen des Phönix. Egmont LYX 2012. ISBN: 978-3802586439.

Und Ihr, was habt Ihr gerade für Strick- und Buchempfehlungen auf Lager? Ich freu mich auf Kommentare.

Faszination Illusionsstricken

Illusionsstricken, Schattenstricken, Handarbeitsbuch, TOPP, frechverlagIch hatte die Technik des Illusionsstrickens oder Schattenstrickens, wie diese Technik auch genannt wird, schon vor längerer Zeit einmal gesehen, aber der brandneu bei TOPP erschienene Kreativband „Illusionsstricken. Faszinierende Effekte mit rechten und linken Maschen“ von Lydia Klös war der Auslöser, es endlich einmal selbst zu versuchen.

Die Raffinesse dieser Technik liegt im Detail: Je nach Blickwinkel erscheinen oder verschwinden die faszinierenden Illusionsmuster. Was irgendwie magisch und auch ganz schön kompliziert klingt, lässt sich ganz einfach durch den Wechsel von linken und rechten Maschen erreichen. Nur noch ein bisschen Zählen und fertig sind verblüffende Strickstücke, die garantiert für Erstaunen sorgen werden.

Auch für Einsteiger geeignet

Nachdem ich es natürlich gleich ausprobiert habe, kann ich sagen: Ja, es ist tatsächlich so einfach. Das heißt aber auch: Illusionsstricken kann man auch als Strickanfänger gut lernen, sobald man die rechten Maschen gemeistert hat und mit den linken nicht mehr auf Kriegsfuß steht. Dass für diese Technik üblicherweise zwei Farben verwendet werden, sollte dabei niemanden abschrecken. Schließlich wird jede Doppelreihe mit nur einem Faden gestrickt und auch der Fadenwechsel am Rand wird hier gut erklärt. Die Grundtechnik wird kurz und knackig mit Schritt-für-Schritt-Fotos anschaulich erklärt, sodass man eigentlich gleich loslegen kann.

Illusionsstricken, Schattenstricken, Kreis

Von oben ist auf meinem Probestück vom Muster nicht viel zu erkennen….

Illusionsstricken, Schattenstricken, Kreis

Magic: Wechselt man allerdings den Blickwinkel, so erscheinen plötzlich wie von Zauberhand (fast fertige) graue Kreise auf pinkfarbenem Grund.

Nach bekannter und beliebter Manier sind in „Illusionsstricken“ 15 Modelle in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen versammelt: Von Loop, Mütze und Stulpen bis zum edlen Tuch, dem Shopper mit fröhlichem Blumenmuster oder dem Kissen mit Tatzenabdruck werden hier die verschiedensten Geschmäcker bedient. Hier könnt Ihr das Buch bestellen und auch schon mal den ein oder anderen Blick auf verschiedene Modelle werfen.

Einfache Skizzen für gute Übersichtlichkeit

Schaut man sich im Internet um, fallen die Charts für Projekte in der Illusionstechnik häufig komplizierter aus, als sie sein müssten. In den Anleitungsskizzen, die es in diesem Band für jedes Modell gibt, hat man sich auf das Wesentliche beschränkt, was dem Verständnis und der Übersichtlichkeit wirklich gut tut.

Fazit: ein lohnender Band, wenn man sich mit der Technik des Illusionsstrickens vertraut machen möchte und nach schönen Projekten für den Einstieg sucht. Beliebig komplizierter kann man es dann immer noch machen, so gibt es auf der Seite von Wooly Thoughts beeindruckende Beispiele von komplexen Porträts, die in der gleichen Technik gearbeitet sind.

Und weil wir hier gerade bei Tipps sind: Goldkind hat auf ihrem Blog ein tolles virtuelles Bücherregal für Kreativ-Bücher eingerichtet. Einfach mal vorbeischauen, stöbern und freuen…

Alle Infos auf einen Blick:

Lydia Klös: Illusionsstricken. Faszinierende Effekte mit linken und rechten Maschen. frechverlag 2015.
ISBN: 9783772469459

Nostalgie & Fadenfreude

Ich hatte es schon ganz vergessen: Früher saß ich ganze Nachmittage mit Freundinnen oder alleine da und knüpfte. Bunte Bänder im Streifenmuster, mit Fischmuster, Rauten, mit und ohne Perlen. Und so fand ich es bei diesem Trend gar nicht schlimm, dass er wieder auftauchte, im Gegenteil erinnerte er mich daran, dass man mit Fäden ja soviel mehr anstellen kann, als sie zu verstricken oder zu verhäkeln. Deswegen möchte ich Euch heute auch „Makena – Geknüpfte Armbänder“ aus dem Topp-Verlag empfehlen.

Das Paperback enthält insgesamt 38 verschiedene Anleitungen für Einsteiger und Fortgeschrittene in drei Schwierigkeitsgraden und beinhaltet komplizierte Muster ebenso wie kleine, schnell gefädelte Armbänder, die die kleinen Knüpfkunstwerke nur umso schöner zur Geltung bringen.

Wie bei den Bastelbüchern aus dem Topp-Verlag üblich, haben es bereits die Umschlagsseiten informationstechnisch in sich. Hier erfährt man alles über das nötige Material, die grundlegende Knüpftechnik und verschiedene Grundmuster. Es lohnt sich, sich genauer damit auseinanderzusetzen. Wenn man die Basics einmal verstanden hat, kann eigentlich nicht mehr so viel schief gehen. Um die Bänder noch individueller gestalten zu können, werden auch verschiedene Verschlussvarianten angegeben, die den jeweiligen Vorlieben angepasst werden können. Hier wären Abbildungen hilfreich gewesen, auch wenn die erklärenden Texte nicht schlecht geschrieben sind.

Makena gibt es im Buchhandel in zwei verschiedenen Ausfertigungen. Einmal als Buch, zum anderen wird es im Set im einer Grundausstattung an Perlen und Fäden angeboten. Das lohnt sich für alle, die kein entsprechendes Material wie Sticktwist zu Hause haben, sich aber gerne mal an den schönen Armbändern versuchen wollen, die nicht nur das eigene Outfit ergänzen, sondern sich auch wunderbar als Geschenke eignen – nicht umsonst heißen die kleinen Kunstwerke auch Freundschaftsbänder.

Einen Einblick ins Buch und  auf die vielfältigen Modelle gewährt dieses Video:

Auf einen Blick:

Elke Eder

Makena. Geknüpfte Armbänder. Freundschaftsbänder im Ethno-Style.

Frechverlag 2013

ISBN 9783772440311

8,99 Euro/ Set 14,99 Euro

Das Buch wurde zur Verfügung gestellt von Blogg Dein Buch.

Reingelesen: Die neue Handmade Kultur & *Giveaway*

Alle zwölf Wochen werde ich ganz hibbelig und warte darauf, dass der Briefträger es endlich in den Kasten wirft. Wenn dann das Klappern des Briefkastens endlich zu hören ist, freue ich mich den ganzen Tag auf abends, wo dann sogar ausnahmsweise das Stricken oder Werkeln an anderen Projekten flachfällt, ich die Füße hochlegen und in Ruhe schmökern kann. Denn das mysteriöse es ist die neue Ausgabe der Zeitschrift Handmade Kultur und die ist immer randvoll mit Ideen zum Selbermachen, außergewöhnlichen Künstlern und Handwerkern, Kreativ-Projekten für Kinder, Rezepten….  Die neue Ausgabe ist letzte Woche erschienen, aber weil mir gerade die Zeit so furchtbar davonrennt, komme ich erst heute dazu, sie Euch endlich vorzustellen.

Bei einer Vorstellung werde ich es nicht belassen, wie schon der Titel des Blogposts besagt. Es gibt auch was zu gewinnen. Jawoll! Sage und Schreibe fünf Exemplare der neuen Handmade Kultur warten darauf, dass Ihr Euch neue Inspirationen zum Stricken, Nähen, Basteln oder Backen holen könnt. Hinterlasst einfach bis Montag, 9. September, 20 Uhr einen Kommentar unter diesem Post. Wenn Ihr verraten wollt, welches DIY-Projekt/e Ihr im Herbst in Angriff nehmen wollt, wäre das schön, ist aber kein Muss. Über die Gewinner entscheidet das Los in Form eines Zufallsgenerators.

Weil ich ja gerade erst am Dienstag in der aktuellen verstrickten Dienstagsfrage meine Meinung kundgetan habe, dass eine Handarbeitsblog sich auch vornehmlich mit solchen Themen beschäftigen sollte, kommen diese hier auch zuerst: Wie das Cover schön illustriert, ist das komplette Outfit der jungen Dame selbst gemacht (Ok, alles bis auf die Schuhe). Der schicke rot-weiße Ringelpulli aus Alpaca mit Lochmuster ist ein witziger Begleiter durch die kühle Jahreszeit. Das Heft enthält auch einen Schnittmusterbogen für den Rock, der sich in drei verschiedenen Varianten fertigen lässt. Gut gefällt mir auch der gestrickte Sesselbezug mit Kirschen, mit dem sich alte Lieblingsmöbel oder Flohmarktfunde prima aufmotzen lassen. Der Style passt zwar nicht in meine Wohnung, aber ich werde es als Inspiration im Hinterkopf behalten.

Inspirierend fand ich den Artikel über die Designerin Kinga Ogrodzki, die die Spitzenhäkeltradition ihrer polnischen Heimat mühelos in modernes Wohnambiente einfügt, ohne dass einem auch nur der Gedanke an Omas Deckchen kommen würde.

Auch wenn ich normalerweise kein Freund von fiesem grauen Beton bin, haben mich die Macher des Design-Labels Paulsberg sehr beeindruckt. Die machen Möbel aus Beton, der so dünn ist wie Schokolade, aber trotzdem richtig stabil.

Zugegeben: Ich bin keine Heldin an der Nähmaschine: Bei den Schürzen für den Mann, für die Designer Thomas Kälberloh unter anderem Warnwesten, Gurtband und Karabiner verarbeitet hat, könnte ich schwach werden.

In jeder Ausgabe der Handmade Kultur wird auch ein kreativer Beruf vorgestellt. Dieses Mal: Die Fakultät für Textil und Design in Reutlingen. Wer schon mal in der Rubrik „Tee & Kekse gedruckt“ geschmökert hat, denkt sich bei diesem Artikel wahrscheinlich : „Moment, den Namen kenn ich doch…“ liegt richtig, der Artikel ist von mir. Zum vierten Mal habe ich jetzt bereits eine Ausbildung oder einen Studiengang vorgestellt, die Recherchen haben mich schon quer durch Süddeutschland geführt, ich war in den Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen, in der Schule für Schmuck und Glas in Neugablonz und an weiteren kreativen und inspirierenden Orten. Gerade heute steht der Termin für die nächste Ausgabe auf dem Programm, ich freu mich schon riesig, aber zuviel darf ich natürlich nicht verraten…

Ich warte nur noch auf einen passenden Anlass, dann muss ich backen. Und zwar das Schoko-Pfirsich-Crumble. Da läuft mir schon beim drüber Nachdenken das Wasser im Mund zusammen. Jammm…. Besonders gefällt mir an dem Rezept, dass gleich eine Möglichkeit gezeigt wird, wie man die restlichen Pfirsiche auch noch anders verarbeiten kann.

Was die neue Handmade Kultur sonst noch zu bieten hat, findet Ihr hier im Inhaltsverzeichnis.Wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt, selbst mal reinzulesen, hinterlasst einfach einen Kommentar und mit ein wenig Glück könnt Ihr Euch auch bald freuen, wenn der Postbote kommt.

Maschentrends für Kopf und Kragen

Eine Zeit lang waren sie so was von aus der Mode, momentan geht styletechnisch aber wieder nicht ohne gestrickte Accessoires. Loops und Cowls, Handschuhe, Stulpen und nicht zuletzt Mützen sind nicht nur im Straßenbild reichlich vertreten, die kuschligen Maschenkunstwerke haben es inzwischen sogar bis auf die Laufstege der ganz großen Modelabels geschafft. So gab es auf der letzten London Fashion Week verrückte Kreationen in Strick für den Herren, während Isabel Marant auf der aktuellen Pariser Modewoche ein Model mit grob gestricktem Kleid im Ringel-Look über den Laufsteg schickte. Natürlich ist solcher Haute Couture Chic eine kostspielige Sache. Zwar gibt es aktuell wohl auch keine Modekette, die ohne Strickpullis & Co auskommt, aber ganz ehrlich: Wer will schon mit dem gleichen Loop rumlaufen wie Zigtausend andere auch? Glücklich, wer da selbst zu Wolle und Nadeln greifen kann, um sich sein eigenes Designerstück zu kreieren.

Interessante und abwechslungsreiche Anleitungen jenseits der unvermeidlichen Bommelmützen finden sich in dem, im November erschienenen Buch „CraSy- Kopf und Kragen“ von Sylvie Rasch. Und wer jetzt grübelt, woher ihm der Name bekannt vorkommt: Die Autorin stellt ihre Strickkreationen auf ihrer Homepage http://www.glam2000.de/ vor. Auf ihrem YouTube-Channel „CraSy handmade unicates“ finden sich zudem viele schön gemachte und wie ich finde auch lehrreiche Videoanleitungen. Ihr neues Buch aus dem ACABUS Verlag kommt als Paperback im Din-A 5 Format daher und lässt sich so leicht mit dem Strickzeug in beinahe jeder Tasche verstauen. Insgesamt finden sich auf 88 Seiten mit Baskenmützen, Stirnbändern, Loops, Mützen und Hüten aus Strickfilz 16 ganz unterschiedliche Modelle für Damen und Herren, um warm durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

Eine Übersicht über alle Modelle findet sich hier bei Pinterest. Die gestrickten und teils auch gefilzten Modelle nutzen eigentlich durchweg dickere Garne und Nadelstärken ab Größe 4. So lässt sich die die neue Mütze oder der neue Loop auch relativ schnell verwirklichen. Insgesamt vier der 16 Modelle haben die Form einer Baskenmütze (siehe Titel) und sind meine persönlichen Favoriten. Gut gefällt mir auch, dass die Autorin sich auch für die Herren der Schöpfung drei schöne Stücke hat einfallen lassen wie „Metamorphosi“. Dieses Modell ist sehr wandlungsfähig und kann als Mütze ebenso getragen werden wie als Halswärmer. Positiv fällt auch der vergleichsweise umfangreiche Technikteil aus – allein drei Arten des Maschenanschlags finden sich hier.

Abzüge gibt es allerdings in der B-Note. Man kann es hip finden, Strickschriften schräg zu drucken, muss aber nicht. Um nicht mit Textmarkern herumschmieren zu müssen, verwende ich in Büchern üblicherweise ein magnetisches Lesezeichen, das klappt hier leider überhaupt nicht gut. Breite Post-It’s gehen, sind aber auf Dauer auch keine Lösung, weil sie durch das ständige Aufkleben und Abziehen schnell ihre Klebekraft verlieren. Mit Strickschriften an sich habe ich zwar üblicherweise kein Problem, kenne aber einige Strickerinnen, die nur Projekte stricken, bei denen die Anleitungen ausgeschrieben sind. Die werden an diesem Buch leider nur zum Teil Freude haben, auch wenn sich hier wirklich lohnende und schöne Ideen finden.

 

Auf einen Blick:

Sylvie Rasch: CraSy, Kopf und Kragen. Acabus Verlag, November 2012. ISBN: 978-3862822195.

Bestellt werden kann das Buch unter anderm beim Verlag

Das Buch wurde zur Verfügung gestellt von Blogg Dein Buch