Tanglen: Kreativ mit Stift und Papier

Es war sehr lange ruhig hier, einerseits, weil ich viel gearbeitet habe und nicht so viel zum Stricken gekommen bin, wie ich gerne wollte. Dazu kommt, dass ich ein weiteres Hobby für mich entdeckt habe, das nichts mit Wolle und Handarbeiten, sondern mit Zeichnen zu tun hat. Lange dachte ich, dass das nichts für diesen Blog sei, aber warum eigentlich nicht? Ich werde eine extra Kategorie dafür einfügen, damit ihr die Wahl habt ob ihr da auch mal reinschauen wollt, oder ob ihr euch an die wolligen Themen halten wollt.

In heutigen Blogeintrag möchte ich das Tanglen vorstellen, eine bestimmte Art zu zeichnen, die ich für mich entdeckt habe und die mir sehr beim Entspannen hilft.

Nach einer Anleitung dazu wurde ich mehrfach auf Twitter gefragt. Also Steffi, der ist für dich. Danke, dass du so hartnäckig warst. ❤

Die von mir genutzte Technik lehnt sich an die Technik Zentangle an. Zentangle ist eine geschützte Marke und darf auch nur von zertifizierten Zentangle Lehrern (CZT) unterrichtet werden. Wollt ihr diese Technik lernen, sucht euch bitte einen Kurs bei einem/ einer CZT. Ich habe mir lediglich Elemente daraus entlehnt und zeige hier, wie ich sie ganz persönlich umsetze.

Also, los geht’s:

Das Material

Material Tangle

Ich nutze für meine Zeichnungen entweder ein Notizbuch, Postkarten oder diese Kärtchen, die aus einem Artist’s Tile Set stammen. Zum Zeichnen nutze ich sehr gerne die Micron Liner von Sakura, in 0,05, 0,1 und 0,5. Daneben seht ihr noch die Liner von Staedler in 0,05 und 0,1. Die sind hier deutlich einfacher zu bekommen. Zusätzlich braucht ihr einen Bleistift in 2B und einen Papierwischer.

Ihr habt nur einen Notizblock, einen schwarzen Fineliner und einen Bleistift? Das reicht, fangt einfach an. Wenn es euch gefällt, könnt ihr immer noch Material besorgen.

Der Anfang

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Bevor ihr jetzt total begeistert auf Pinterest oder Google die vielen tollen Tangles seht und denkt: „das bekomme ich nie hin und überhaupt, ich kann gar nicht zeichnen!“ Keine Panik! Das hier ist mein erstes Tangle. Und das bekommt ihr auch hin. Locker, würde ich meinen.

Was man hier schon deutlich seht: ein Tangle besteht immer aus unterschiedlichen Feldern. Deshalb nehmen wir jetzt das Kärtchen und einen Bleistift und malen locker aus dem Handgelenk Linien, Wellen oder Kringel darauf. Wenn ihr das auf einem N

otizblock machen wollt: das Kärtchen ist 10 x 10 cm groß.

Tanglekärtchen mit Bleistiftlinien

Die Muster

So sieht mein Kärtchen aus. Den Bleistift könnt ihr jetzt zur Seite legen, den brauchen wir erst später wieder. Aber wie wollen wir die Felder jetzt eigentlich füllen? Nehmen wir doch einfach die Muster, die auch ich für mein erstes Tangle benutzt habe. Wenn ihr Inspiration und Muster sucht, eine Suche nach Tangle Patterns ist da sehr ergiebig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass drei bis vier Muster pro Teil völlig ausreichen, sonst wirkt es schnell überladen.

Bevor wir jetzt mit dem ersten Tangle starten, üben wir mal kurz die drei Muster auf einem Stück Schmierpapier.

Muster 1: Kugeln

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Dieses Muster habt ihr vielleicht selbst schon mal vor euch hingekritzelt. Kleine und große Blubberblasen. Variiert einfach die Größe, lasst Raum zwischen den Blasen oder ballt sie eng zusammen. Das ist ein tolles Muster zum Füllen von Flächen und ich benutze es selbst sehr gern.

Muster 2

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Das zweite Muster, das wir benutzen, beginnt mit Halbkreisen.

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Um die Halbkreise wird jeweils ein weiterer Halbkreis gezogen. Die Innenfläche wird mit geschlossenen Formen gefüllt, die nach Innen immer kleiner werden.

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Die Halbkreise können jetzt schwarz gefüllt werden. Oder mit weiteren Mustern, oder, oder, oder… Möglichkeiten gibt es da total viele, das macht das Tanglen so abwechslungsreich.

Muster 3

Muster Nummer Drei ist einfach nur ein Zickzack-Muster. Ihr fangt damit einfach in der Mitte des Felds an, das ihr Füllen wollt, füllt danach erst die obere dann die untere Hälfte mit dem Muster.

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Jetzt geht’s aber wirklich los

Nachdem ihr jetzt die Muster ein bisschen geübt habt, geht es jetzt wirklich los. Nehmt das vorbereitete Kärtchen zur Hand und füllt die einzelnen Felder mit den drei Mustern, die wir uns gerade angeschaut haben.

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Ich habe mit Muster 2 begonnen und eine Variante davon gewählt: Ich habe nicht den ganzen Halbkreis schwarz gefüllt, sondern habe einen abgesetzen Halbkreis mit kleinen Blasen gemalt, wie wir sie auch für Muster 1 benutzt haben. Außerdem seht ihr, dass ich die Linien, mit denen ich die Mitte gefüllt habe, nicht an allen Stellen durchgezogen habe, was einen interessanten Effekt ergibt.

Außerdem seht ihr, dass ich offenbar etwas Farbe an die Hand bekommen habe und damit das Papier bekleckst habe. Egal, das bleibt so. Fehler gibt es nämlich beim Tanglen nicht. Deshalb war bei der Materialauswahl vorhin auch kein Radiergummi. Es wird einfach gezeichnet und wenn mal was daneben geht, dann ist das eben einfach so. Das ist mir am Anfang sehr schwer gefallen, jetzt bin ich sicher, dass ich im Verlauf des Zeichenprozesses schon Möglichkeiten finden werden, die Flecken in die Zeichnung einzubinden.

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Und weiter geht es. Die Bleistiftlinien geben euch Orientierung, aber nichts ist in Stein gemeiselt. Es kann sogar ganz charmant aussehen, wenn die Bläschen auch mal ins Nachbarfeld blubbern.

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Ob ihr die Felder ganz mit Mustern füllt oder nur lockere Grüppchen bildet, bleibt ganz euch überlassen. Ich finde, das kommt auf das Muster an, aber auch, wie luftig oder kompakt ihr eine Zeichnung gestalten wollt.

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Die ursprünglichen Bleistiftlinien sahen nur noch drei große Felder vor. Ich hatte aber das Gefühl, dass ich in der oberen rechten Ecke gern noch etwas Muster hätte, also habe ich noch eine zusätzliche Linie eingezogen.

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So, fast alle Felder sind gefüllt, bis auf eines in der oberen rechten Hälfte. Mir wäre das zuviel Muster in der einen Ecke gewesen, also habe ich es in das Feld mit den Kugeln integriert.

Fällt euch etwas auf? Die großen Flecken sind größtenteils im Muster verschwunden. Es ist ganz hübsch geworden, aber so richtig zufrieden bin ich noch nicht.

Das Finish

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Um das Tangle interessanter zu gestalten und noch ein bisschen Dynamik reinzubringen, habe ich mich entschieden, die Formen der Linien nachzuziehen. Auch hier habe ich keine durchgehenden Linien gewählt, sondern habe sie immer wieder durchbrochen. Das macht das ganze zusätzlich interessant. Auch das Feld rechts oben, das ich vorher nicht gefüllt habe, habe ich so nachgezogen. Gefällt mir persönlich sehr gut.

An dieser Stelle könnt ihr euch fast schon zufrieden zurücklehnen. Eines fehlt auf jeden Fall noch: eure Signatur!Schließlich ist es euer Werk und ihr dürft stolz auf euer erstes Tangle sein. Nehmt am besten nochmal das Schmierpapier her und probiert aus. Eine Kombination aus euren Initialen, ein bestimmtes Symbol – was soll dafür stehen, dass DU dieses Tangle gezeichnet hast?

Jetzt nehmt das Tangle mal, haltet es vor euch und dreht es um die eigene Achse. Ich finde es total faszinierend, wie sich die Wirkung verändert, je nachdem, wie man es dreht.

Schattierungen

Eine Sache könnt ihr noch tun, um dem Tangle Tiefe zu verleihen: bestimmte Bereiche schattieren. Dafür benötigt ihr nun wieder den Bleistift und den Papierwischer.

Schaut euch zuerst das Tangle an und überlegt, welche Bereiche ihr hervorheben wollt. Dabei könnt ihr euch wie beim klassischen Zeichnen einen imaginären Lichteinfall vorstellen und dementsprechend schattieren, oder einfach nur Elemente hervorheben, auf die es euch besonders ankommt. Ich habe letzteres gemacht.

So bin ich vorgegangen:

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Mit dem Bleistift schraffierst du entlang der Linie, die du hervorheben möchtest.

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Wenn ihr einen Papierwischer benutzt, haltet ihn ziemlich flach, also wischt nicht direkt mit der Spitze, sondern der Seite. Setzt ihn so an, dass die Spitze in Richtung der freien Flache zeigt, wie auf dem Bild. Dieser Schritt ist nicht notwendig, ich nutze dieses Werkzeug aber sehr gern und wollte es euch deswegen kurz zeigen.

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Fertig! Ich hoffe, ihr hattet Spaß, mich beim Tanglen zu begleiten. Wenn es Fragen oder Anmerkungen gibt, nutzt sehr gern die Kommentarfunktion.

Wenn euch das inspiriert, es selbst mal auszuprobieren, könnt ihr mir gern eure Ergebnisse schicken und ich zeige sie dann hier. Wenn ihr auf Twitter oder Pinterest unterwegs seid, benutzt den Hashtag #podtangle, damit wir gegenseitig unsere Werke bewundern können.

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Red Herring Scarf – Rollhering auf Nadeln

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Ich stricke unglaublich gerne. Wenn ich unterwegs bin oder irgendwo warten muss, ist so ein kleines Strickprojekt genau richtig, um Wartezeiten sinnvoll zu überbrücken. Ich kann so meinen Gedanken nachhängen, nebenher entspannt Musik oder einen Podcast hören und mich darüber freuen, dass ich ein Ergebnis sehe und etwas mit den Händen getan habe.
Besondere Freude macht es mir, etwas für jemanden zu stricken, bei dem ich weiß, dass die Person es brauchen kann, sich vielleicht sogar von mir gewünscht hat. Dann stricken sich viele Meter Wolle oft wie von alleine.

Anleitungen ernst nehmen

Das sind die schönen Momente. Dann gibt es auch Momente, die frustrieren, wenn ich sehe, dass die Dinge einfach nicht funktionieren, wie sie sollen.
Einen solchen Moment habe ich gerade mit dem Red Herring Scarf, den es als kostenlose Strickanleitung auf ravelry zum Download gibt. Der Schal hat mir gut gefallen wegen des Fischgrätmusters, das Muster ist einfach zu merken und lässt sich entspannt stricken. Nur: Ich hätte wohl den einen entscheidenden Satz in der Anleitungsbeschreibung etwas ernster nehmen sollen: „This pattern uses a stockinette-based stitch and thus has a strong tendency to curl.“
Das tut er. Und wie. Dieser Schal rollt sich wie eine Zimtschnecke. Am Anfang war das noch kein Problem, doch jetzt, wo ich das zweite Knäuel schon zum Teil verstrickt habe, zeigt sich: das wird so nicht funktionieren.

Deswegen kann ich diese Anleitung nicht empfehlen.

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Entrollen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Je nach gewähltem Garn gibt es mehrere Möglichkeiten, damit umzugehen. Hier habe ich euch einen sehr informativen englischsprachigen Artikel verlinkt, der sich genau mit diesem Problem beschäftigt.
Für alle die des (Strick)englischen nicht mächtig sind, habe ich mehrere Möglichkeiten hier ganz kurz zusammengefasst, die man versuchen kann, wenn sich ein Schal rollt, wie dieser es gerade tut:
1.) Waschen und Spannen. Das funktioniert je nach gewählter Wolle mehr oder weniger gut. Rollt der Schal nur wenig, lässt sich damit durchaus etwas erreichen.
2.) Nachträglich einen Rand anstricken, zum Beispiel im Perlmuster, das nicht die Tendenz zum Rollen zeigt.
3.) Nachträglich ein Fleecefutter einnähen, das den Schal am Einrollen hindert.

Meine Lösung: Ribbbeln

Das ist das Schöne an Dingen, die nicht auf Anhieb funktionieren: man lernt immer Neues dazu. Ich habe mich jetzt allerdings dazu entschieden, die Nadeln zu ziehen, die Wolle aufzuwickeln und es mit einem anderen Muster zu probieren. Waschen und Spannen werden nicht ausreichen, ein nachträglicher Rand würde bei einem Schal mit einem sowieso schon angestrickten Rand merkwürdig aussehen und da ich deutlich besser Stricke als Nähe, würde ein nachträglich eingenähtes Fleece das Ganze nicht unbedingt schöner machen.

Ich werde mich nach einem anderen Muster umschauen und diesmal garantiert aufmerksamer die Anleitungsbeschreibung und die Erfahrungen anderer Raveler lesen.

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Mein buntes Jahr – Heimwerken, Dekorieren, Feste feiern mit Bine Brändle

 

 

Mit Blick auf Tee & Kekse scheint es mir tatsächlich so, als sei der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert. Ich habe eine meeeega lange Liste mit Dingen, die ich ausprobieren und zeigen möchte, aber schaffen, puh, da wird es irgendwie schwierig… Geht das eigentlich nur mir so?

 

Mein buntes Jahr

So zum Beispiele auch mit diesem tollen Titel aus dem TOPP Verlag, das ich euch schon seit einer Weile unbedingt vorstellen möchte. Es ist bunt und voll schöner farbenfroher Ideen für das ganze Jahr. Die Rede ist von „Mein buntes Jahr“, dem neusten Werk von Bine Brändle.

Wer mal eben eine witzige Idee für eine ausgefallen Partydekoration sucht, wird genauso fündig wie diejenigen, die Anregungen für individuell gestaltete Kerzenständer oder ein Regal suchen, in dem endlich alle Geschenk- und Dekobänder sauber aufgeräumt sind, ohne dass es ein heilloses Kuddelmuddel gibt.

Die Farbe macht‘s

Geordnet nach Jahreszeiten stellt Bine Brändle große und kleine DIY-Projekte vor. Mit liebevollen Illustrationen und tollen Fotos versehen ist es aber auch eine tolle Inspirationsquelle, wenn man kein konkretes Projekt, aber eine ungewöhnliche Farbkombination sucht. Davon gibt es hier viele – und das ist rundum positiv gemeint. Denn mit ihren Kreativideen für den Winter zeigt die Autorin, dass auch hier deutlich mehr geht als Gold und Tannengrün. Nicht dass Gold schlecht wäre, auf Kürbissen erzeugt es nämlich einen absoluten Wow-Effekt.

Der Wow-Effekt

Bine Brändle: Mein buntes Jahr, bunte KerzenständerDieses Gefühl hat sich bei mir auch bei anderen Projekten eingestellt. Es ist großartig zu sehen, wie Bine Brändle mit Farben, Formen und Mustern spielt und so einen Stil kreiert, der ebenso markant wie einmalig ist.

Was mir an dem Buch richtig Spaß gemacht hat, sind auch die Galerien, in denen Leser zeigen, wie sie die Ideen von Bine Brändle interpretiert haben. Das zeigt, dass Kreativität nichts mit dem sklavischen Abarbeiten von Anleitungen zu tun hat und macht denen Mut, die vor dem Selbermachen immer noch ein wenig zurückschrecken, weil sie sagen „so bekomme ich das doch sowieso nicht hin“.

Mein „Hä?“-Moment

Das Buch mit seinen Vielfältigen Projekten gefällt mir richtig gut – trotzdem möchte ich den kleinen „Hä?“-Moment nicht verschweigen, den ich beim Durchblättern hatte. Die Renovierungsanleitung für den Töpferkeller fand ich schon irgendwie rührend. Ganz ehrlich: ich freue mich für Bine Brändle, dass sie diese Möglichkeiten hat und nutzen kann. Kann nur leider nicht jeder. Persönlich hätte ich mich über einen Tipp gefreut, wo ich nach einer Töpferwerkstatt suchen kann, wenn in meinem Keller nur Wäscheständer und Waschmaschine Platz haben. Zum Beispiel beim Verbund offener Werkstätten.

Unterm Strich: tolle Inspirationsquelle für alle Fans von Farbefeuerwerken und Formexplosionen, die die Welt mit ihren Kreativ-Projekten gern ein wenig bunter machen wollen.

Bine Brändle: Meinbuntes Jahr, bunte Blumentöpfe

Auf einen Blick

Bine Brändle: Mein buntes Jahr, Topp Verlag 2016
ISBN: 9783772475436
Preis: 22,99 Euro

 

 

 

 

 

Bunte Sockenwolle: Passende Muster finden

Erst vor Kurzen habe ich hier über meine schwierige Suche nach einem geeigneten Muster für ein Knäuel bunte Sockenwolle geschrieben. Mein Ziel: Ich wollte Socken stricken mit Muster, aber bitte so, dass das Muster hinterher noch als solches erkennbar ist und nicht völlig hinter der bunten Wollpracht verschwindet. Ihr wart so lieb, mir mit passenden Mustern weiterzuhelfen. Deshalb möchte ich mich heute revanchieren: Ich habe für Euch eine Linkliste mit Euren Mustervorschlägen zusammengestellt und noch weitere kostenlose Muster für bunte Sockenwolle, über die ich bei der Erstellung der Liste gestolpert bin. Also: Los geht’s!

Und weil ich ohne Übertreibung sagen kann, dass das Stricken meiner aktuellen Socken heute Nachmittag mit Freunden auf dem Balkon eine echte Sonntagsfreude war, nehme ich mit diesem Artikel auch eben daran teil….

Kostenlose Muster für bunte Sockenwolle

Von Tanja von stricken und mee(h)r kam der Vorschlag für viereckige Socken: http://www.ravelry.com/patterns/library/viereckige-socken

Monika schlug vor, es doch mal mit Hermione’s every day socks zu probieren. Habe ich auch direkt gemacht, mehr dazu später…

Butterblume hat die Idee gehabt, das hübsche Kaffeeeböhnchenmuster zu verwenden. Hier findet Ihr das kostenlose Strickmuster „Frischer Kaffee“ von Fräulein Wollga. Ebenfalls ein Vorschlag von Anne war „The Dazzler“, ein hübsches Musterm, das so tut, als wäre es ein Zopf.

Wenn es darum geht, Muster für bunte Sockenwolle zu finden, ist die Designerin Regina Satta eine gute Anlaufstelle. Bei meiner Suche hatte ich das ganz vergessen, sonst wäre ich vielleicht auch schneller auf einen grünen Zweig gekommen. Hier findet Ihr die farbenfrohen Kreationen. Die meisten ihrer Muster können gegen Bares erworben werden, aber das ein oder andere freie Muster ist auch dabei.

Die Muster Regenbogenketten und Harmonie habe ich auch noch entdeckt und wollte sie Euch mit auf die Liste setzen. Für alle die mehr Lust auf Stinos als auf aufwändige Mustersocken haben, aber sich zumindest eine kleine Abwechslung wünschen.

Hermione’s Everyday Socks

Wie versprochen hier noch ein paar Worte dazu, wie es jetzt mit meinem eigenen Sockenprojekt weitergegangen ist, das ja der Ausgangspunkt dieser Recherchen war.

Hermiones everyday socks

Socke Nummer eins ist schon fertig. Hat Spaß gemacht und ging dank einfachem Muster natürlich auch recht schnell. Nach einem gemütlichen sonntäglichen Ratsch beim Kaffee wächst auch das zweite Teil des Paars flott vor sich hin. Yeeaaah!

Hermione_everyday_Socks_2

Das Minimalmuster von Hermione’s Everyday Socks ist genau richtig für diese doch recht unruhige, aber einfach schöne Sockenfarbe, über die ich Euch ja hier schon ein wenig mehr erzählt habe

Der Musterschlucker

Auch wenn es jetzt (von gewissen Rückschlägen abgesehen) wettertechnisch stark in Richtung Sommer geht, habe ich mal wieder Socken auf der Nadel.

Aus einem Knäuel ONline Supersocke 4-fach Merino Color in vielen schönen Lilatönen (Colorway 1784) will ich ein paar Socken für die nette Kollegin stricken. Weil das ein absolutes nebenher-mal-Abends-so Projekt ist, sollte auch das Muster ein einfaches sein.

Ich habe hin und her überlegt, was es denn werden soll:

Also habe ich auf ein immer wieder gern gestricktes Muster zurückgegriffen, die simple skyp socks. http://www.ravelry.com/patterns/library/simple-skyp-socks

Simple_Skyp_Socks_2

Die Wolle lässt sich prima stricken, damit bin ich ganz happy. Nicht so glücklich bin ich mit dem Muster. Leider geht das total unter. Aber völlig. Schade. Schließlich will ich ja, dass man das Muster auch sieht, wenn ich schon eines stricke.

Simple_Skyp_Socks_1

Jetzt ist guter Rat teuer: Weiterstricken und ignorieren oder ribbeln und was anderes probieren?

Habt Ihr vielleicht die ultimative Anleitung, mit der dieses Garn richtig groß rauskommt? Ich freu mich auf Eure Ideen.

 

 

 

 

Lasse Dich inspirieren mit Arne & Carlos

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Arne und Carlos beim Signieren ihrer Bücher.

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Arne & Carlos echte Stars in der Strickszene sind. Ihre Bücher wurden inzwischen in 15 Sprachen übersetzt, von den USA bis nach Japan strickt man Julekuler, die gestrickten Weihnachtskugeln, die die beiden mit ihrem ersten Buch populär gemacht haben. Gestern Abend hatte ich die Gelegenheit, die beiden bei einem inspirierenden Vortrag mit nettem get-together kennenzulernen. Vielen Dank an die Organisatoren von Schachenmayr für den schönen Abend!

Mich ht natürlich interessiert, was jemanden inspiriert, der nach sieben Büchern immernoch vor Kreativität sprüht. Deshalb habe ich Euch mal zusammengefassst, was wichtige Inspirationsquellen für das erolgreiche nowegisch-schwedische Designerduo Arne und Carlos ist.

1.) Der Garten

Ihren Garten haben Arne & Carlos vor inzwischen mehr als 10 Jahren bei ihrem Haus in Norwegen selbst angelegt. Es ist ein Traum aus Farben und Formen mit vielen Nischen zum sitzen. Wie sich das auf Ihr Design auswirkt? Das zeigt das Buch Gardenstrikk eindrucksvoll. Hier begegent einem Entspannung und Wohlgefühl auf jeder Seite.

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Julekuler – Der Trend zur gestrickten Weihnachtskugel stammt von Arne & Carlos. Pate dafür stehen die traditionellen Norwegermuster ihrer Heimat.

2.) Die Tradition

Carlos erzählte gestern, dass aus seiner Sicht eigentlich schon alles designt ist. Er und Arne orientieren sich deshalb an den textilen Traditionen ihrer Heimat und machen die traditionellen Muster mit einem Twist ins Moderne wieder relevant für die junge Generation. Dafür reisen sie viel, stöbern auf Flohmärkten und nicht zuletzt auch in ihrer eigenen Familiengeschichte. Heraus kommt ein Buch wie Norgestrikk, das traditionelle Muster, modernes Design und spannende Farbkombinationen vereint.

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So sieht die Design Line von Arne & Carlos aus. Beim Socken in Orange-Tönen handelt es sich um die Farbe „Twilight Color“, die vom Gemälde „Der Schrei“ von Edvard Munch inspiriert ist.

3.) Bildende Kunst

Für Schachenmayr haben die beiden inzwischen mehrere Sockengarne entworfen. Die selbstmusternden Garne erinnern wieder an die traditionellen Norwegermuster ihrer Heimat, hier kommt aber noch eine weitere Inspirationsquelle ins Spiel: Die Bilder des norwegischen Malers Edvard Munch. Grundlage für die einzelnen Designs dienen die Farben jeweils eines Munch-Gemäldes. So entsprich die Farbe „twilight color“ genau den Farben des Gemäldes „Der Schrei“. Faszinierend, wie aus ein und der selben Farbpalette einmal ein ziemlich verstörendes Gemälde und zum anderen wunderbar fröhliche Socken entsehen können.

4.) Kindheitserlebnisse

Erinnert Ihr Euch noch an die Zeit, als die Welt scheinbar so einfach und voller Wunder war? Die Kindheitserinnerungen von Arne & Carlos werden in ihren Designs wieder zum Leben erweckt. Arne spielte als Kind zum Beispiel sehr gerne Indianer – in ihrem neuen Buch Strikketofler findet sich gleich eine Reihe an Modellen, die dieses Thema aufgreifen und auf unterschiedliche Weise verarbeiten. In die selbe Richtung gehen natürlich auch die niedlichen Puppen, die Strikkedukker. Eigentlich, so haben die beiden erzählt, sind sie ganz ungern auf ihren Büchern abgebildet. Für das Cover von Strikkedukker haben sie sich selbst gestrickt – um wenigstens einmal darum herumzukommen.

5.) Schwierigkeiten

Was bitte sollen Schwierigkeiten inspirierendes haben, fragt man sich jetzt vielleicht. Sie sind nichts als lästig, zeitraubend und ärgerlich. Really? Für Arne & Carlos sind sie eine wirklich wichtige Inspirationsquelle. Zum einen, weil schwierige Projekte sie so richtig fordern und zu Höchstformen auflaufen lassen. Zum anderen, weil sie es schon häufig erlebt haben, dass die Ergebnisse, die entstehen, wenn man vom ursprünglichen Plan abrücken muss, so viel besser sind als alles, was man sich vorher vorstellen konnte. Deswegen: Nicht zurückschrecken, sondern Herausforderungen annehmen und schauen, wohin sie führen.

Jetzt seid Ihr dran: Was inspiriert Euch? Und wie setzt Ihr Eure Inspirationsquellen dann konkret um?

Textilmarkt 2015 im tim Augsburg

Textilmarkt im tim Augsburg 2015Bald ist es  wieder so weit: Wie in den vergangenen Jahren freue ich mich, wieder eine tolle Veranstaltung anzukündigen, den Textilmarkt im tim Augsburg. Für alle (hoffentlich nicht so viele), die das Event noch nicht kennen, hier die Kurzfassung:

Fein gewebt, fest gewalkt, kunstvoll genäht, zart verflochten, bunt bedruckt und raffiniert gestrickt …

Textilkunst, Design und textiles Handwerk in seiner schönsten Form erwarten Sie beim Textilmarkt im Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim). In den historischen Hallen der ehemaligen Augsburger Kammgarnspinnerei präsentieren 60 Ateliers individuelle Kleidung, Heimtextilien, Hüte, Lederwaren, Schmuck und vieles mehr. Der Eintritt ist frei.

Auch außerhalb des Markts kann ich ein Besuch im tim, dem Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg nur empfehlen. Tolle Exponate, ein schönes Ambiente und immer wieder interessante Workshops machen das Kommen, Bleiben und Wiederkommen zum Vergnügen…

Aber zurück zum Textilmarkt. Es gibt nicht nur die Textilkunst anderer zu bestaunen, bei verschiedenen Mitmachangeboten kann man auch selbst zum Künstler werden.

Die Mitmachvorführungen und Workshops:

– Knopfmacherhandwerk: Mit Monika Hoede und Sandra Janine Müller von der Trachtenberatung Bezirk Schwaben entstehen Sternknöpfe und Ottobeurer Knöpfe

– Filzworkshop bei Monika Fergg in der Filzwerkstatt in der Kammgarnspinnerei
– Textiles Gestalten im Werkraum des Museums

Ort: Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim), Provinostr. 46, 86153 Augsburg

Zeit: 21./22. 11. 2015, 9 – 18 Uhr