Ein Blog über DIY, Bücher & Lifestyle

Die vertsrickte Dienstagsfrage 21/2015

Ist es bei euch auch so furchtbar grau? Nach den letzten, fast schon sommerlichen Tagen, wirkt das Wetter jetzt doppelt und dreifach düster. Na ja… Jammern hilft da auch nicht viel, machen wir uns also an die aktuelle vDie verstrickte Dienstagsfrageerstrickte Dienstagsfrage:

Strickschrift oder das Muster reihenweise in Worten beschrieben – was ist Dir lieber und warum?
Gibt es ggf. bestimmte Arten von Strickschriften, die Du bevorzugst?
Was machst Du, wenn Dein Wunschmodell keine Strickschrift bzw. keine Beschreibung in Worten hat? Durchkämpfen, umändern oder ganz verzichten?

Liebes Wollschaf,

vielen Dank für deine Frage. Bei diesem Thema habe ich einen klaren und unangefochtenen Favoriten: die Strickschrift. Warum? Ganz einfach, ich sehe auf einen Blick, was zu tun ist, kann die bereits gestrickten Reihen abstreichen und komme so auch schnell wieder rein, wenn das Strickstück mal längere Zeit liegen sollte. Diese Vorliebe mag auch etwas damit zu tun haben, dass ich am liebsten Accessoires, Tücher und Socken stricke und weniger Kleidungsstücke. Bei solchen Großprojekten sind ausgeschriebene Anleitungen schon in Ordnung.

Will ich etwas wirklich unbedingt stricken, lasse ich mich nicht davon abhalten, wenn nur z.B. eine ausgeschriebene Anleitung vorhanden ist. Wie gesagt, ich kann danach stricken, die andere Variante ist mir einfach nur lieber. Gelegentlich habe ich es aber auch schon so gemacht, dass ich eine ausgeschriebene Anleitung mit Hilfe von Stift und Karopapier in meine eigene Strickschrift verwandelt habe… Ok, zugegeben, das klingt ziemlich Oldschool, geht aber meines Erachtens am schnellsten, wenn ich gleich mit dem neuen Projekt durchstarten will. Überhaupt ist das ja so eine Sache mit dem elektronischen Erstellen von Strickschriften. Die einen schwören auf Excel, die anderen nutzen (kostenpflichtige) Generatoren.

Könnt ihr ein Programm empfehlen, um Strickschriften zu erstellen?

…fragt Tee & Kekse und wünscht eine schöne Woche

Am Rad drehen reicht einfach nicht – Tipps zum ruhig bleiben

Spinnrad Wolle Kordelgarn Süddeutsches Merino Strang Meine Güte, dass war vielleicht ein Ewigkeitsprojekt…. Seit letzten Jahr hatte ich dieses süddeutsche Merinoflies auf meinem Spinnrad und es wurde und wurde nicht. Nix mit Anfängerglück und so. Gefühlte 1000 Mal ist mir der Faden gerissen, aber gut, ich habe mir sagen lassen, dass passiert auch Profis hin und wieder. Das zwang mich mehr als einmal dazu, rigoros die Schere anzusetzen und *schnippschnapp* mühsam gesponnene Meter wieder von der Spule zu entfernen, weil sich auch nach intensivem Suchen inklusive aller möglicher Tricks kein Anfang mehr finden ließ. Sicher geht es nicht nur mir so, dass solche Rückschläge auch mal zu handfester Frustration führen können und so hat es tatsächlich bis jetzt gedauert, bis mein erster fertig gesponnener, gezwirnter und gebadeter Strang vor mir liegt. Spinnrad Wolle Kordelgarn Süddeutsches Merino

Färben, Stricken und: wie lang ist das überhaupt?

Jetzt, wo er da so liegt, ist das Abenteuer erstes Garn natürlich nicht zu Ende: Soll ich den Strang jetzt färben oder besser nicht, weil er sonst vielleicht verfilzt? Natürlich würde ich ihn super gerne verstricken, aber zu was? Um ein passendes Strickmuster zu finden, muss ich erst mal rausbekommen, wie viele Meter Lauflänge ich da eigentlich letztendlich produziert habe. Von der Menge her sind es ca. 120 Gramm, aber das sagt ja nicht die Welt, da Wolle abhängig von Luftfeuchtigkeit etc. mal ein bisschen schwerer oder leichter sein kann. Deshalb habe ich mich auf die Suche gemacht und ein paar hilfreiche Quellen gefunden, die ich gerne mit euch teilen möchte:

– Hilfe zum Thema spinnen gibt es bei Chantimanou ja reichlich. Hier hat sie eine WPI-Schablone bereitgestellt, mit der man schon mal eine ungefähre Ahnung bekommt, ob das eigene Garn eher Light, Medium oder Bulky ist nicht ganz unwichtig für die Wahl der Nadelstärke

– Im Stricknetz habe ich einen älteren Beitrag gefunden, der erklärt, wie man mit Hilfe einer Haspel (hab ich nicht) oder eines Buchs (schon besser, sind massenhaft vorhanden) die Lauflänge messen kann und mehr zum Thema WPI und Mengenberechnung erfährt.

– Bei Nadja strickt und spinnt und … stellt sie in eine Methode vor, die mit Hilfe aus dem Angelbedarf zu ungahnt einfachen Ergebnissen führt….

So, jetzt seid aber ihr dran: Welche Methode bevorzugt ihr zur Ermittlung der Lauflänge? Habt ihr vielleicht ein tolles Strickmuster, das gut zu diesem Garn passt? Gibt es sonst noch Tipps, die ich beachten sollte? Ich freu mich über jeden Kommentar…

Die verstrickte Dienstagsfrage 20/2015

Die verstrickte Dienstagsfrage

Strickt ihr eigentlich bei diesem fantastischen Sommerwetter auch, oder liegen die Nadeln still? Ich habe ja noch den zweiten Zigzagular Sock auf den Nadeln, bin damit aber schon über die Ferse gekommen und deshalb eigentlich ganz guter Hoffnung, dass er bald fertig wird. Ob sich dann auch eine Gelegenheit findet, sie auch anzuziehen? Hm…. mal schauen. Bis dahin mache ich mir zumindest ein paar Gedanken übers Stricken und beantworte die aktuelle verstrickte Dienstagsfrage.

Hast Du schon mal jemandem zuliebe etwas gestrickt oder gehäkelt, das Du selbst ganz scheußlich fandest?
Was würdest Du auf gar keinen Fall stricken/häkeln?

Liebes Wollschaf,

ich muss sagen, da geht es mir wie Anke vom Wollstash: Ich finde diese Frage ziemlich absolut. Wenn man für jemanden etwas macht, mache ich es ja, um demjenigen eine Freude zu machen, nicht weil ich es besonders toll finde. Deswegen könnte ich da schon über meinen Schatten springen. Aber andererseits: warum nicht einfach mit demjenigen eine Lösung finden, mit der beide Seiten zufrieden sind? Da spricht doch nichts dagegen… Hat zumindest in der Vergangenheit ganz gut geklappt, deshalb kann ich hier (zum Glück) auch nicht von irgendwelchen Wollgrusligkeiten berichten, die einem Handarbeitsfan ein wohliges Schaudern bescheren. Schauen wir mal, ob das auch so bleibt. Wenn nicht, lest ihr es hier….

Viele Grüße & eine schöne Woche,

Tee & Kekse

P.S.: Wie ist das mit euch? Gibt es irgendwas, was ihr niiiiiiiemaaaalllssss Stricken oder Häkeln würdet?

Zigzagular Socks – Es wird bunt, Baby!

zigzagular socksIn einem früheren Post habe ich euch von der Färbeaktion mit Ostereierfarben erzählt, bei dem unter anderem der Strang oben entstanden ist. Nachdem er eine ganze Weile im Stash schlummerte, habe ich ihn jetzt angestrickt und muss sagen Yeeeaaahhh! Ich bin total begeistert, weil es einfach so großen Spaß macht, beim Stricken zuzuschauen, wie sich die Farben entwickeln.

Doch was ist es eigentlich geworden? Ich wollte aus dem Knäuel etwas für mich etwas stricken, dass ich regelmäßig benutzen kann. Ein Tuch erschien mir irgendwie zu Bunt. Handstulpen? Hmmm… weiß auch nicht. Schließlich sind es nach langer Zeit mal wieder Socken geworden. Und zwar die Zigzagular Socks von Susie White.

Das Muster ist einfach zu stricken und geht deshalb auch ziemlich leicht von der Hand. Genau das Richtige für einen gemütlichen Fernsehabend oder eine längere Zugfahrt. Für dieses Modell habe ich 64 Maschen angeschlagen und stricke meine Socken wie immer mit den 3 mm Cubics von Knit Pro. zigzagular socksIhr seht: Socke Nr. 1 ist schon fast fertig, der zweite wird sicher auch nicht lange auf sich warten lassen. Besonders klase fand ich, dass sich beim Stricken ein schickes Ringelmuster ergeben hat. Weil ich beim Färben noch garnicht wusste, was aus dem Strang werden sollte, war das nicht beabsichtigt, aber es schaut doch wirklich so aus, als hätten aus diesen Strang wirklich Socken werden müssen…. zigzagular socksHier nochmal ein kleines Detail von der Ferse. Weil sie (wie eigentlich alle meine Socken) als Käppchenferse gestrickt habe, ist hier kein Ringelmuster entstanden, sondern ein wunderschöner Farbverlauf, den ich euch nicht vorenthalten wollte…

Habt ihr die Zigzagular socks auch schon mal gestrickt? Ich freu mich auf eure Varianten!

Die verstrickte Dienstagsfrage 19/2015

Heute wird es magisch… also zumindest bei der verstrickten Dienstagsfrage des neugierigen Wollschafs:Die verstrickte Dienstagsfrage

Eine gute Fee will Dir drei Wünsche erfüllen – egal was, die einzige Bedingung: Die Wünsche müssen etwas mit stricken/häkeln zu tun haben.

Was wünscht Du Dir?

Liebes Wollschaf,

wo genau finde ich diese Fee? Ich hätte einiges mit ihr zu besprechen… Aber gut, stellen wir uns für den Moment einfach mal vor, sie wäre da. Jetzt. Hier. Und weil es bei Feen auch völlig verrückte Wünsche absolut im Rahmen des zulässigen liegen, fange ich mal an:

1.) Einen magischen Wollstash, der immer das passende Garn bereithält, wenn mir eine Idee kommt, die ich unbedingt ausprobieren möchte, oder ich eine Anleitung gefunden habe, die ich jetzt sofort und auf der Stelle anschlagen möchte. Mit dem magischen Stash geht natürlich nie 5 Reihen vor Ende die Wolle aus, klar.

2.) Ich würde zu gerne mal einen Strickkurs bei Ysolda Teague machen. Ja, doch, das wäre wirklich toll!

3.) Eine faserverrückte Strickreise mit Schafen, traditionellen Mustern, Spinnereien, … *träum* Wohin? Mir schweben da GB und Irland vor.

Sooo… mit diesen kleinen Träumereien verabschiede ich mich für heute und wünsche

eine gute Woche,

Tee & Kekse

Wohlfühlwohnen – Einrichten mit Stil & Spaß

Das grosse Wohn-Ideen-Buch von Annie Sloan

Ich stehe ja total auf Bildbände und liebe DIY-Bücher. Deswegen macht es mir auch ganz besonders Spaß, heute mit „Das große Wohn-Ideen-Buch“ von Annie Sloan gewissermaßen eine gelungene Mischung aus Beidem vorzustellen. Nigelnagelbrandneu, genaugenommen erst seit Montag im Buchhandel ist der knapp 200 Seiten starke Band, der förmlich überquillt vor wunderschönen Fotos und Tipps zu Wohn- und Einrichtungstipps in ganz unterschiedlichen Stilen. Wie Ihr Euch das genau vorstellen könnt? Hier gibt es den Blick ins Buch.

Schwelgen in Form und Farben

Mögt Ihr es lieber Bohème oder Modern, lieber klassisch oder maritim? Auch wenn man genau weiß, was einem gefällt, ist es nicht immer leicht, die richtigen Farben zu kombinieren oder neue und alte Einrichtungsgegenstände zu einem stimmigen Ganzen zu gruppieren. Gute Anregungen und hilfreiche Tipps bietet das das neue Buch der Farb- und Einrichtungsexpertin Annie Sloan. Darin enthüllt sie die Geheimnisse gelungener Interiors und verrät Raumrezepte, die häufig mit wenigen Kniffs große Wirkung entfalten. Neben der Analyse von neun unterschiedlichen Einrichtungsstilen verrät die Expertin den Lesern ihre besten Ideen zum Thema Farbe und Stil und zeigt, wie sich diese untereinander geschickt kombinieren und ergänzen lassen.

Bohemian p. 96

Muss ein Bad immer blau und weiß sein? Annie Sloan zeigt, dass es auch ganz anders geht: ein indischer Sari als Vorhang, Treibholz, ein viktorianischer Krug und kleine Vögel als Deko und eine Farbkombination, die das Bad gleich heimelig wirken lässt wie das eigene Wohnzimmer….

Mehr als ein Look-Book

Jedes der Raumkonzepte beinhaltet neben ausführlichen Texten wunderschöne Fotografien von atemberaubenden Häusern und Wohnungen in Europa und den USA. Natürlich lässt sich jetzt einwenden, dass auf einem schwedischen Landsitz, in einer rustikalen Lodge oder einem englischen Cottage einfach alles gut aussieht, tatsächlich birgt der Band mit seinen Empfehlungen und Anleitungen aber auch handfeste Tipps für die eigenen vier Wände– wie beispielsweise die Erstellung von Raumplänen und Moodboards für eine gekonnte Farbauswahl.

Annie Sloan zeigt, wie man mit eigenen Erinnerungsstücken einen gekonnten Blickfang setzt, die passenden Lichtquellen auswählt, verschiedene Stile harmonisch kombiniert oder Möbel gekonnt einen angesagten Vintage-Look verpasst. Und so kann man auch aus Kapiteln wie dem über klassizistisches Einrichten noch den ein oder anderen Tipp mitnehmen, auch wenn dieser antikisierende Stil mit viel Gold, Säulen und Urnenvasen zumindest in meiner Wohnung nicht so schnell Einzug halten wird.

Modern Retro Annie Sloan Das große Wohnideen Buch

Deshalb mein Tipp zum Schmökern und Inspirationen sammeln:

Annie Sloan
Das große Wohn-Ideen-Buch.Die richtigen Farben und Materialien für jeden Wohnstil.

DVA Verlag

ISBN 978-3-421-03999-6

Preis: 29,99 € [D] ǀ 30,90 € [A] ǀ 40,90 CHF [CH]

Das Große Wohn-Ideen-Buch ist jetzt ja noch ganz neu. Habt Ihr ein Lieblingsbuch, -blog oder eine Zeitschrift mit inspirierenden Wohntipps? Ich bin gespannt…

Die verstrickte Dienstagsfrage 18/2015

Auch wenn draußen der Regen an die Scheiben prasselt, wird es in der heutigen verstrickten Dienstagsfrage schon ziemlichDie verstrickte Dienstagsfrage sommerlich.

Von allen Jahreszeitenheften scheinen die Modelle in Sommerstrickheften stets die geringste Begeisterung hervorzurufen.
Woran liegt es? Strickt Ihr allgemein weniger/keine Kleidungsstücke für den Sommer? Oder liegt es an den Modellen selbst?
Tragt Ihr bei sommerlichen Temperaturen überhaupt Selbstgestricktes? Wenn ja, was und aus welchen Materialien?

Vielen Dank an Tichiro für die heutige Frage

Liebe Tichiro, liebes Wollschaf,

nach meiner Beaobachtung gibt es hierfür mehrere Gründe. Zum einen kenne ich jede Menge Leute, für die Stricken ein reines Winterhobby ist, das im Sommer eingemottet wird, bis wieder die ersten Mützen, Schals und Handschuhe benötigt werden. Also fallen für viele sommerliche Strickstücke schon allein deshalb aus.

Für mich persönlich liegt es aber meist an den Modellen. Wenn ich nochmals ein komplette Garderobe darunterziehen muss, weil die Lochmuster Golfballgröße haben oder die Strickstücke super kurz daherkommen, kann ich damit einfach nicht wirklich viel anfangen. Zusätzlich ist es ja so, dass bei mehreren Lagen Kleidung auch das kühlste Baumwoll- oder Leinengarn irgendwann zu warm wird.

Ich stricke das ganze Jahr über gerne und verwende auch im Sommer gerne Naturfasern. Es muss ja nicht gerade super dick und flauschig sein…

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse

3 Wege, um mit dem Stricken anzufangen

3 Wege, mit dem Stricken anzufangenImmer wieder höre ich „ich würde gerne mit dem Stricken anfangen, weiß aber nicht so recht wie…“ Natürlich lässt sich diese Frage nicht so pauschal beantworten, denn schließlich hat da jeder so seiner Vorlieben. Grundsätzlich gilt: es hilft nur Üben, aber um die Basics zu lernen und einen ersten Einstieg ins Thema zu bekommen, gibt es ganz unterschiedliche Ansätze.

Wie war das bei Euch in Schule oder Studium? Habt Ihr Neues am besten durch Hören anschauen oder Ausprobieren bzw. Aufschreiben aufgenommen? Nehmt Euch einen Moment Zeit und versucht Euch zu erinnern, denn das könnte auch ein wertvoller Hinweis auf die passende Methode sein, mit der Ihr das Stricken lernen könnt.

 Frag nach

Dieser Rat mag banal klingen, ist tatsächlich aber Gold wert: Schnapp dir jemanden, der es schon kann und lass es dir erklären. Vielleicht eine Freundin, der nette Kollege (ja, auch so was gibt es), Mutter oder Schwiegermutter. Sucht euch eine ruhige und ungestörte Ecke und schon kann es losgehen. Hier kommen all diejenigen auf ihre Kosten, die am besten durch intensive Beschäftigung mit einem Thema, Diskussion und ausprobieren lernen.

Im Freundes- oder Bekanntenkreis findet sich wirklich niemand, den ihr fragen wollt oder könnt? Dann versucht es mal bei der örtlichen Volkshochschule, einer Familienbildungsstätte, Verbraucherzentrale oder dem nächsten Handarbeitsladen. Häufig werden Anfängerkurse angeboten, an denen ihr nicht nur die Basics lernen, sondern auch gleich neue Leute kennenlernen könnt.

Klappt es dann schon ganz gut mit den rechten und linken Maschen, könnt ihr euch auf den Weg machen und ein Stricktreff suchen. Die mehr oder weniger regelmäßigen Treffs gibt es inzwischen in sehr vielen Städten. Hier trefft ihr gleichgesinnte, könnt nachfragen, wenn mal was nicht klappt, motiviert euch gegenseitig und schafft es so spielend, am Ball (oder Knäuel) zu bleiben. Einfach mal auf der Strickcommunity ravelry.com beziehungsweise auf facebook schauen oder im Wollgeschäft eures Vertrauens nachfragen.

Schau hin

Ihr nehmt Neues lieber in aller Ruhe daheim im stillen Kämmerlein auf? Dann ist das Internet dein Freund (wenn es das nicht sowieso schon ist). Das Zauberwort heißt YouTube. Ab vor den PC, legt euch Nadlen und Wolle bereit und dann kann es auch schon losgehen. Tolle Videochannels für Anfänger und Fortgeschrittene, die ich nur empfehlen sind:

Nadelspiel

Redaktion Hug

Ana Kraft

Also los: Entspannt anschauen, Pause drücken, ausprobieren und das Ganze dann von vorne. Klappt schon, ihr werdet sehen! Und wenn es so gar nicht funktioniert: Das Schöne am Web 2.0 sind ja die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten…

Neben freien Videos hat das Netz inzwischen auch mehrere Anbieter von kostenpflichtigen, aber eben auch super gemachten Online-Video-Classes zu bieten. Das wären einmal Makerist und dann noch cratsy.com für die englischsprachige Welt.

Lies nach

Wenn ihr ein neues Thema für euch entdeckt, deckt ihr euch mit meterweise Literatur ein und wollt am liebsten alles darüber nachlesen? Dank des DIY-Booms der vergangenen Jahre werden das ganz schön viele Bücher… Wenn ihr nicht gerade Hunderte von Euros ausgeben wollt (das kommt dann später noch. Ich sag nur: Wolle….) lohnt ein Gang in die örtliche Bücherei. Ihr könnt aber auch mal Mutter bzw. Tante nach Handarbeitsbüchern fragen oder auf einem Bücherflohmarkt stöbern. Die Technik des Strickens hat sich schließlich seit anno dazumal nicht wirklich verändert.

Für den Anfang kann ich euch außerdem einen schmalen aber dafür umso reichhaltigeren Band “Stricken – So einfach geht’s” von GU empfehlen. Darin gibt es nicht nur tolle Projekte, sondern auch eine passende App mit Strickvideos und anderen coolen Features. Am besten ihr schaut mal in die Rezension, die ich dazu geschrieben habe.

Wenn du schon stricken kannst: Wie hast du es gelernt? Wenn nicht: Haben dir meine Tipps geholfen? Ich bin schon gespannt auf deine Antwort.

Die verstrickte Dienstagsfrage 17/2015

Heute geht es in der verstrickten Dienstagsfrage um den größten Feind der Wolle. Nein, gemeint sind keine kleinen Kinder mit großen Scheren, sondern fiese Motten:Die verstrickte Dienstagsfrage

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und die Motten schwärmen wieder aus.

Schützt Du Deine Wollvorräte vor Motten? Wenn ja, wie?

Liebes Wollschaf,

ich hoffe sehr, dass du ebenso wie ich bisher von Motten verschont wurdest. Weil es auch für mich eine echte Horrorvorstellung ist, dass sich die Flatterviecher in meinem Stash den Bauch vollschlagen könnten, habe ich entsprechende Maßnahmen ergriffen. Der Großteil der Wolle lagert in Tüten, damit eine eventuell vorbeiflatternde Motte keine Eier darauf ablegen kann. Zusätzlich finden sich in allen Wollkisten Zedernholzstücke, wie man sie auch für den Kleiderschrank benutzen kann. Ich finde den Duft von Zedernholz sehr angenehm, Motten dagegen können ihn nicht ausstehen. Einzig ein wenig abschmirgeln sollte man die Holzstücke von Zeit zu Zeit, damit sie weiter ihren köstlichen Anti-Motten-Duft verbreiten…

Viele Grüße & eine gute Woche,

Tee & Kekse

“Hab ich selbst gemacht – 365, Tage, 2 Hände, 66 Projekte” von Susanne Klingner

Lust auf einen neuen Buchtipp? Heute stelle ich Euch “Hab ich selbst gemacht – 365, Tage, 2 Hände, 66 Projekte” von Susanne Klingner vor. In der kürzlich erschienenen, neu gestalteten Ausgabe backt, näht, strickt, gärtnert und hämmert sich Journalistin Susanne Klingner durch Ihr persönliches Selbermach-Jahr. Als Leser kann man ihr über die Schulter, und sich selbst den ein oder anderen Trick abschauen. Susanne Klingner Hab ich selbst gemacht

So liest sich das Ganze auf dem Klappentext und hier könnt Ihr mal reinlesen:

Das Selbermachen ist längst zum Megatrend geworden – und es sieht ganz anders aus als früher.

Baumärkte drehen die verrücktesten Werbespots, statt in den Schrebergarten geht’s zum urban gardening, Kreativ-Zeitschriften sprießen aus dem Boden – und die schönsten Klamotten kauft keiner mehr in schicken Boutiquen, sondern kreiert sie mit den besten Freundinnen in hippen Szeneläden beim abendlichen Nähkurs. Was hat es auf sich mit diesem Trend? Warum wird im ganzen Land wieder mit Hingabe gehämmert, gegärtnert, gehäkelt und gebrutzelt?
Die Journalistin Susanne Klingner startet den Selbstversuch: Frühling, Sommer, Herbst und Winter im Rausch des Selbermachens. Unter größtem Einsatz und mit brennender Leidenschaft bleibt nichts unversucht: vom Käse bis zum Stollen, vom Kleinen Schwarzen bis zu den Schuhen, von der Seife bis zur Zahnpasta.

Mehr Raum für Kreativität

Zunächst muss ich eine Warnung vorausschicken: Wer jetzt eine Jahresration Rezepte, Anleitungen und Selbermach-Tipps erwartet, wird das Buch schnell wieder aus der Hand legen. Aber Stopp… Es gibt gute Gründe, das nicht zu tun. Es finden sich vereinzelt Rezepte oder Anleitungen, aber im Grunde etwas viel Wertvolleres: Die Lust, einfach anzufangen, etwas Neues zu versuchen und einfach mal mutig zu sein, statt sklavisch Anleitungen abzuarbeiten.

Einfach mal nachschlagen

In dem tagebuchartig angelegten Taschenbuch erzählt die Autorin locker und amüsant von ihren Erfolgen und verschrammten Händen während des Jahres, in dem sie versuchte, viele Gegenstände des täglichen Lebens selbst herzustellen. Ihre persönlichen Regeln dabei: 1.) Meinen Lebensstandard will ich beibehalten. 2.) Dinge, die ich selber machen kann, kaufe ich nicht, sondern mache sie auch selber. 3.) Was einfach geht, mache ich grundsätzlich und das ganze Jahr über. 4.) Was schwieriger ist, probiere ich und lasse mir eventuell helfen. 5.)Nur was mich wirklich unglücklich macht, darf ich sein lassen.

Der chronologische Aufbau und die kurzen, knackigen Überschriften machen eine Orientierung innerhalb der umfangreichen Ideensammlung einfach. Die Anordnung nach Jahreszeiten erleichtert es zudem, den Band einfach mal zur Hand zu nehmen und sich zu einem saisonalen Projekt inspirieren zu lassen. Sehr benutzerfreundlich ist zudem die umfangreiche Sammlung an Literatur, Websites oder Magazinen zu den verschiedenen Projekten.

Schöner scheitern

Anders als es in vielen ultra-perfekten Hochglanz-Blogs oder Kreativ-Büchern der Fall ist, zeichnet Susanne Klingner ein realistisches Bild des Selbermachens, inklusive der Pannen, die einfach unweigerlich dazugehören, und lässt es auch an einer guten Portion Selbstironie nicht fehlen: “Wir haben einige Brote – also, eher viele – gegessen, die besser als Türstopper zur Welt gekommen wären.” (S. 74) Sie zeigt aber auch, dass das kein Grund ist, sich entmutigen zu lassen, sondern wie mögliche Lösungsstrategien aussehen könnten. Denn schließlich gibt es zu unglaublich vielen Themen Kurse oder Sachbücher und dann sind da ja auch noch „der Mann“ aka Lebensgefährte, die beste Freundin sowie Mutter und Schwiegermutter, die Susanne Klingners Projekte mit guten Tipps ebenso begleiten wie mit kritischen Einwürfen…

Fazit

So war dieses Buch für mich auch keine Lektüre, die ich in einem Rutsch gelesen hätte, obwohl der Schreibstil so frisch und unterhaltsam ist, dass das sicher kein Problem gewesen wäre. Statt dessen färbte die Begeisterung der Autorin für neue Projekte und Ideen direkt auf mich ab. So musste ich die Lektüre immer wieder dringend zur Seite legen, an einem meiner Projekte weiterstricken, neue Ideen notieren oder das „Kein Knet Brot“ oder „No kneat Brot“ backen.

Selten hat es ein Buch geschafft, so viel kreative Energie freizusetzen und mich zum Selbermachen zu animieren. Neben den vielen schönen Impulsen zum Selbermachen leistet „Hab ich selbst gemacht“ noch einen weiteren wichtigen Beitrag. Es gibt Denkanstöße, sich zu überlegen, warum man Dinge selbst macht und was man sinnvoller Weise selbst machen kann bevor die eigenen Grenzen – und die der Mitmenschen erreicht sind.

Auf einen Blick:

Susanne Klingner: “Hab ich selbst gemacht – 365, Tage, 2 Hände, 66 Projekte”
KiWi Verlag 2015
ISBN: 978-3-462-04285-6
Preis: 8,99 Euro (D)/ 9,30 Euro (A)
Copyright Abbildung: Kiepenheuer & Witsch
Habt Ihr das Buch auch schon gelesen und vielleicht schon mal was daraus ausprobiert?
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